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Junge Rafzer auf dem Sprung in die Berufswelt

An der Sekundarschule Rafz haben 40 Drittklässer am Freitag ihre Abschlussarbeiten präsentiert. Zum Publikum gehörten nicht nur ihre Lehrer sondern auch die künftigen Lehrmeister.

Die angehende Fachfrau Gesundheit Laura Palladino hat ihre Recherchen über multiple Sklerose präsentiert.
Die angehende Fachfrau Gesundheit Laura Palladino hat ihre Recherchen über multiple Sklerose präsentiert.
Sibylle Meier

Noch bis zu den Sommerferien drückt sie die Schulbank der Sekundarschule Schalmenacker in Rafz, die Drittklässlerin Laura Palladino. An der Projektpräsentation im Rahmen des selbstverantwortlichen Lernens hatte sie am Freitagmorgen Gelegenheit, ihre Arbeit über Multiple Sklerose den Lehrkräften und eingeladenen Lehrmeistern vorzustellen. Auf das Thema gekommen sei sie durch ihren Vater, der an dieser unheilbaren chronischen Erkrankung des zentralen Nervensystems leidet.

Mit Offenheit sei sie an das Thema herangegangen, sagte die künftige Lernende Fachfrau Gesundheit (FaGe). «Zuerst habe ich mir einen Überblick über das Thema verschafft und mich dann mit der Schweizerischen Multiple Sklerose Gesellschaft in Verbindung gesetzt.» Diese habe Hand geboten und ihr eine von der Krankheit direkt betroffene Frau als Interviewpartnerin vermittelt. In ihrer Videopräsentation konnte Laura Palladino ihre kommunikative Persönlichkeit unter Beweis stellen. Mit viel Fingerspitzengefühl hat sie die Fragen an die aus Diskretionsgründen im Gesicht bedeckte Frau gestellt.

Menschen beobachten können

Grosses Interesse am Video und an den Informationen zeigte Kristina Udovicic. Sie ist Berufsbilderin der Stadtzürcher Pflegezentren, zu der auch das Pflegezentrum Bombach gehört. Hier wird Palladino im August dieses Jahres die Lehre zur FaGe beginnen. «Als Fachfrau Gesundheit muss man fähig sein, Menschen zu beobachten und Situationen schnell zu erfassen», sagte Udovicic. Und genau diese Fähigkeiten zeichneten Laura Palladino aus.

Deren Noch-Lehrerin Madeleine Schweizer freute es besonders, dass ihre Sek-B Schülerin den Sprung in die Berufswelt geschafft hat. «In einer Zeit, wo viele Betriebe hauptsächlich Sek-A-Absolventen anstellen, ist es umso wichtiger, dass auch Sek-B Schüler wahrgenommen werden», meinte sie.

Arbeitseinsätze bei lokalen Betrieben

«Unentschlossene Schüler, die noch nicht wissen, in welche Richtung sie beruflich gehen sollen, werden von uns gefördert», sagte Carlo Marinaccio. Er ist verantwortlich für das hauseigene Berufswahlzentrum. Während zwei Stunden pro Woche können dort Schüler bereits ab dem zweiten Sekundarschuljahr auf die Unterstützung einer anwesenden Lehrperson zählen und ihren ersten Lebenslauf erstellen.

Arbeitseinsätze bei lokalen Betrieben bildeten laut Marinaccio den Kern dieser Fördermassnahme. «So machen wir sie berufswahlreif und fit für die Schnupperlehre.» Für den Schulleiter sind dies Früchte der Zusammenarbeit mit dem Gewerbe und den Lehrbetrieben.

Helden und Monster kreiert

An einem der Tische scharten sich hauptsächlich Jungs und verfolgten das Duell zweier Kartenspieler. Hier moderierte der Sekundarschüler Matteo Stählin sein selbstentwickeltes Kartenspiel «Helden». Inspiriert vom japanischen Sammelkartenspiel «Yu-Gi-Oh!» hatte er an diesem Spiel herumgetüftelt, in welchem man aus einer Kombination von Monstern und Magie den Gegner besiegen könne. Die Freude am Spieleentwickeln steht ihm ins Gesicht geschrieben.

Nach den Sommerferien wird Matteo Stählin das 10. Schuljahr an der Berufswahlschule besuchen; darauf freue er sich, sagt er, es werde ihm die Entscheidung für seine Berufswahl bestimmt leichter machen.

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