Kloten

Jussi Jokinen brilliert beim Debüt

1005 NHL-Partien und kein bisschenarrogant: Jussi Jokinen holtim ersten Match in der Swiss League beim 8:0 Klotens über die Rockets 6 Skorerpunkte.

Gerade erst angekommen, und schon mittendrin: Klotens Temporärzuzug Jussi Jokinen (Nummer 36) glänzte gestern Freitagabend gegen die Ticino Rockets­ mit einem Tor und fünf Assists.

Gerade erst angekommen, und schon mittendrin: Klotens Temporärzuzug Jussi Jokinen (Nummer 36) glänzte gestern Freitagabend gegen die Ticino Rockets­ mit einem Tor und fünf Assists. Bild: Urs Brunner

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Am 20. September erzielte Jussi Jokinen sein bisher letztes Goal auf NHL-Niveau, in einem Vor­bereitungsspiel der Detroit Red Wings. Gestern, gut sieben Wochen später, ist der Finne in der zweithöchsten Liga der Schweiz angekommen. Und wie. Der DJ forderte nach dem 8:0 (4:0,1:0, 3:0 Klotens gegen das Tessiner Farmtean auf: «Wir feiern die ganze Nacht.»Wegen «Jusa», wie sein Spitzname lautet. Kurz vorher war der 35-jährige Stürmer unter tosendem Applaus als bester Spieler des Abends ausgezeichnet worden, die Begeisterung erfuhr eine Steigerung, als er eine Ehrenrunde drehte. Über 5000 (exakt 5036) Zuschauer wurden in der Swiss-Arena gemeldet, und keiner unter ihnen, der nicht von Jussi Petteri Jokinen, wie er mit vollem Namen heisst, angetan war. Oder schwärmte.

Reto Pavoni, Klotens Meistergoalie bei den vier Titeln in Folge, analysierte: «Er sieht das Spiel ausgezeichnet, er weiss, wohin er stehen muss.» Klotens Coach André Rötheli hatte schon in den nur zweieinhalb Trainings gesehen, was der Finne alles beherrscht, was seine Spieler von ihm lernen können. «Wie er die Scheibe an der Bande holt, das kann kaum einer von uns.»

Jokinen brauchte keine lange Anlaufzeit im Spiel. Im zweiten Einsatz leistete er die Vorarbeit zu Patrick Obrists 2:0. Als er zum dritten Mal aufs Eis kam, schoss er bereits sein erstes Tor – er zirkelte den Puck unters Netzdach. Zum 4:0 Füglisters im Powerplay spielte er den letzten Pass. Beim 6:0 verwertete Nicholas Steiner einen präzisen Querpass des Flügels. Beim 7:0 MacMurchys in doppelter Überzahl war Jokinens Stock dabei, beim 8:0 Knellwolfs ebenfalls. Ein Tor und fünf Assists. Das ist keine schlechte Ausbeute für einen Mann, der sein letztes Spiel um Punkte am 7. April mit Vancouver absolviert hat. Er brillierte mit seiner abgeklärten Spielweise. Erst, als die Partie entschieden war, leistete er sich die eine oder andere Nachlässigkeit. Vorher war klar ersichtlich: Situationen, in denen andere in Stress geraten, meisterte er mit grosser Ruhe und ohne Fehler. Eine Bilanz zeigt das deutlich auf: In den 27 «Shifts», die Jokinen leistete, kam nicht ein gegnerischer Schuss auf das Tor von Andrin Seifert. Dass er seinen ersten Shutout in der Swiss League ablieferte, verkam gestern natürlich zur Nebensache.

In Pittsburgh spielte Jokinen noch vor fünf Jahren neben einem der NHL-Superstars, neben dem Russen Jewgeni Malkin. Gestern war sein Center Patrick Obrist aus Österreich, sein Partner auf der andern Seite Adrian Wetli, erst 20-jährig. Und sie profitierten sofort. Wetli kam zu Skorerpunkten, Obrist zu seinem Tor.

Den Puck eingesackt

Der Österreicher hat in der Garderobe seinen Platz neben Jokinen, «er hat vom ersten Tag an gesagt, dass wir viel sprechen müssen. Er macht es seinen Mitspielern einfach.» Jokinen selber war überrascht, wie gut er läuferisch mithalten konnte. «Ich hatte gedacht, dass das ein Problem sein würde. Aber es hat sich ausbezahlt, dass ich in Florida in den letzten Wochen so oft auf dem Eis war. Und die Skorerpunkte haben natürlich geholfen, die Beine werden in einem solchen Spiel nicht so schwer.»

In seiner kurzen Zeit in Kloten hat er dem Team schon eine neue Powerplay-Variante beigebracht. So, wie er Füglister beim 4:0 anspielte, hatten sie das schon am Tag vorher besprochen. Dem Finnen, der bis gestern nur in Finnlands höchster Liga und der NHL gespielt hat, war das Debüt wichtig genug, dass er nach der Schlusssirene den Puck einsackte. «Irgendwo wird er seinen Platz finden.»

Auch im nächsten Match Klotens steht einer mit etwas über 1000 Partien im Mittelpunkt. Ein Schweizer. Vor der Partie in Küsnacht gegen die GCK Lions wird Michael Liniger, jetzt Assistenztrainer dort, für 1000 Spiele in der NLA und B geehrt.

Erstellt: 16.11.2018, 23:37 Uhr

Kloten - Ticino Rockets 8:0

(4:0, 1:0, 3:0). – Swiss-Arena. – 5036 Zuschauer. – SR Ströbel, Grossen; Burgy/Gurtner. – Tore: 4. Füglister 1:0. 5. Obrist (Jokinen, Wetli) 2:0. 8. Jokinen (Obrist, Wetli) 3:0. 16. Füglister (Jokinen, MacMurchy/Ausschluss Smith) 4:0. 21. (20:08) Sutter (Füglister) 5:0. 42. Steiner (Jokinen) 6:0. 46. MacMurchy (Kellenberger, Jokinen/Ausschlüsse Matewa, Bionda) 7:0. 47. Knellwolf (Füglister, Jokinen/Ausschlüsse Kparghai, Matewa) 8:0. – Strafen: Kloten 1×2, Ticino Rockets 6×2. – Kloten: Seifert; Kellenberger, Back; Ganz, Bircher; Harlacher, Steiner; Weber; MacMurchy, Sutter, Füglister; Knellwolf, Lemm, Marchon; Wetli, Obrist, Jokinen; Lehmann, Monnet, Krakauskas. – Ticino Rockets: Matthys; Moor, Fontana, Matewa, Pagnamenta; Wieszinski, Kparghai, Sartori, Buchli; Neuenschwander, Vedova, Haussener; Rohrbach, Smith, Bionda; Fritsche, Baumgartner, Portmann; Wetter, Demuth, Spinedi. – Bemerkungen: Kloten ohne Adrian und Yannick Brunner, Seydoux (verletzt), Starkbaum, Combs (überzählig), Kindschi (gesperrt); Lemm im letzten Drittel verletzt ausgeschieden. Rockets ohne Hughes, Stucki, Tosques, Taiana. – 8. Time-out Ticino Rockets.

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