Regensdorf

Kägi will Vielfalt statt Einheitsbrei

Mit dem Richtplan will Regierungratspräsident und Baudirektor Markus Kägi das Gesicht des Kantons Zürich formen – mit Lachfalten, Schmiss und manchmal auch mit einem Pflaster drauf!

Ein gut gelaunter Baudirektor: Der Niederglatter Markus Kägi hatte am Dienstagabend ein «Heimspiel».

Ein gut gelaunter Baudirektor: Der Niederglatter Markus Kägi hatte am Dienstagabend ein «Heimspiel». Bild: PD

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Gut gelaunt zeigte sich am Dienstagabend der Vorsteher der kantonalen Baudirektion Markus Kägi im Hotel Mövenpick in Regensdorf. Der Niederglatter referierte vor seinem «Heimpublikum» und Mitgliedern des Hauseigentümerverbandes des Bezirks Dielsdorf zum kantonalen Richtplan, der nach seiner Aussage die «Mutter aller Planung» ist.

Zuvor hatte HEV-Präsident Ernst Schibli aus Otelfingen bei der Begrüssung darauf hingewiesen, dass die Planung der Zukunft für die Menschen individuell, aber auch für die Öffentlichkeit ein wichtiger Bestandteil der vielfältigen Aufgaben bestmöglich zu lösen sei. Wie der Kanton Zürich die räumliche Entwicklung lenkt und welche Komplexität dahintersteckt, visualisierte und kommentierte Kägi mit einer PowerPoint-Präsentation. Dabei stellte er die einzelnen Bereiche seiner Direktion und ihrer Tätigkeit vor. Vom Amt für Landschaft für Natur bis hin zum Tiefbauamt, das sich auch mit der Projektierung, Bau, Betrieb und Unterhalt der Kantonsstrassen befasst.

Natur- und Menschenschutz

Der Bereich der Strassen war es auch, der zu einer hitzigen Diskussion zwischen dem Baudirektor und Anwohnern des Neeracher Rieds führte. Diese haben auf der Richtplankarte Widersprüche im Bezug auf die Umfahrung entdeckt. Ein klagte: «Wenn wir von den Behörden Auskunft wollen, werden wir immer wieder abgewiesen. Wir wollen, dass die Fragen der Bürger ernst genommen werden.»

Kägi versprach der Sache, die nicht spruchreif sei, nachzugehen und hob hervor, dass es nicht nur einen Natur- sondern auch einen Menschenschutz gibt. Dieser werde unter anderem im Richtplan auch bei übermässiger Lärmbelastung berücksichtig. Der Richtplan steuert und koordiniert die langfristige räumliche Entwicklung. Dieser ist Voraussetzung für die Nutzungsplanung, die Grundeigentümern, Bauherren und Anwohnern Planungssicherheit geben.

Näher zusammenrücken

Gerade die Bevölkerungsentwicklung, die im Zürcher Unterland gemäss Prognosen bis 2040 um 22 000 und im Furttal um 11 000 Einwohner zunehmen wird, ist die Entwicklung des Siedlungsgebietes von zentraler Bedeutung. Gemäss dem Raumordnungskonzept soll die Entwicklung zu 80 Prozent im urbanen Raum und 20 Prozent im ländlichen Gebiet stattfinden. Kägi warnt: «Sonst haben wir nur noch ein einziges Dorf im Kanton.»

Als gutes Beispiel der Verdichtung erwähnt er das Projekt «ONN», der Gemeinden Oberglatt, Niederhasli und Kägis Wohnort Niederglatt, die im Dreieck ihrer Bahnhöfe attraktive Gebiete für Wohnen und Arbeiten planen, zentrale Lagen verdichten und gemeinsam die Landschaft aufwerten wollen. Visionär Kägi schwebt vor, dass auch Einfamilienhaus-Quartiere ein grosses Potential zur Umgestaltung und Verdichtung aufweisen, wenn sich die Eigentümer einigen können.

Um die räumliche Entwicklung im Kanton zu lenken hat der Regierungsrat Trends zu den Themen Politik und Recht; Technologie und Innovation; Wirtschaft und Unternehmen; Umwelt, Natur und Raum, sowie Gesellschaft und Individuum erfasst. In Letzterem sind die zunehmende Bevölkerung, steigende Mobilität, Veränderung nach Wohnnachfrage, verändertes Freizeitverhalten, Pluralisierung von Familienformen und Lebensstilen und Alterung der Gesellschaft thematisiert. Zum Schluss seines Referates hielt Kägi fest: «Was wir in unserem Kanton wollen, ist Vielfalt und kein gesichtsloser Einheitsbrei.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 31.01.2018, 17:14 Uhr

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