Dänikon

Kämpfer für eine Gemeinde unteres Furttal

20 Jahre Gemeinderat, 12 davon als Präsident: Jetzt ist genug. Das findet jedenfalls Daniel Zumbach, der Gemeindepräsident Dänikons. Er freut sich auf etwas mehr Freizeit, obschon er gewisse Geschäfte im Rat gerne zu Ende geführt hätte.

Nach dem Ende der Amtsdauer im Juli will Daniel Zumbach  wieder öfter einen Abend zu Hause  verbringen.

Nach dem Ende der Amtsdauer im Juli will Daniel Zumbach wieder öfter einen Abend zu Hause verbringen. Bild: Sibylle Meier

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Daniel Zumbach wollte seine Gemeinde gestalten, nicht bloss verwalten. Als frisch gewählter Gemeindepräsident schwebte ihm eine Fusion der vier Gemeinden im unteren Furttal vor, mit Boppelsen, Hüttikon und Otelfingen. Sein Argument: «Mehrere Zweckverbände verbinden uns bereits, mit einer Fusion hätten wir vieles vereinfachen können und hätten als eine grosse Gemeinde mehr Gewicht als mehrere kleine.»

Zumbach brachte seine Idee in die Zürcher Planungsgruppe Furttal ein, in der alle sieben Furttaler Gemeinden vertreten sind. Man wollte eine Studie der Hochschule St. Gallen in Auftrag geben, um Sinn und Unsinn einer Fusion abzuklären, doch zwei Gemeinden lehnten dies kategorisch ab. «Somit war das Projekt erledigt», sagt Zumbach.

Viele Projekte führte er aber sehr wohl zum Erfolg, etwa die Sanierung der Hauptstrasse, des Werkhofs und Gemeindehauses, die neue Brücke über den Furtbach. Viel Unterstützung habe er stets von seiner Familie und auch von ­seinen Ratskollegen erfahren: «Der Umgang in der Behörde ist immer konstruktiv und respektvoll gewesen.»

An den Erfahrungengewachsen

Eine Niederlage musste er indes an einer seiner ersten Gemeindeversammlungen einstecken, als diese eine Vorlage für Tempo 30 auf den Gemeindestrassen bodigte. «Ich fands eine gute Sache, doch viele empfanden Tempo 30 als Einschränkung ihrer Freiheit», sagt er rückblickend. Das sei schon lange her. Aufgrund einer Initiative vor drei Jahren wurde das Thema Tempo 30 nochmals geklärt und ist wieder auf Widerstand gestossen.

Ein zweiter schwieriger Moment ergab sich für Zumbach auch, als er der Gemeindeversammlung eine neue Polizeiverordnung vorgelegt hatte, die vorsah, dass sich Jugendliche spätabends nicht mehr in Gruppen im Dorf aufhalten dürfen. «Wir hatten damals Probleme mit ­einigen minderjährigen Vandalen. Die Polizeiverordnung hätte uns die Möglichkeit gegeben, die Eltern mehr in die Pflicht zu nehmen», erklärt er.

«Doch die Medien haben das als Versammlungsverbot aufgefasst und eine Hetzkampagne gegen den Gemeinderat geführt.» Die «Rundschau» im Schweizer Fernsehen brachte einen Beitrag. Und die Juso rief zu einer Demonstration auf, sodass Leute aus dem ganzen Kanton in Dänikon aufmarschierten. «Das waren schwierige Momente», erinnert er sich. Und dennoch überwiegen die schönen Erinnerungen an seine lange Amtszeit, vor ­allem die Kontakte mit der Bevölkerung: «Ich bekam viele positive Reaktionen.»

«Wir hatten damals Probleme mit einigen minderjährigen Vandalen. Die Polizeiverordnung hätte uns die Möglichkeit gegeben, die Eltern mehr in die Pflicht zu nehmen.» Daniel Zumbach

Am 22. Juni wird Zumbach das vierte Däniker Dorffest als Gemeinderat eröffnen, obschon es nur alle sechs Jahre stattfindet. Erstaunlich, wie schnell die Jahre vergehen. «Eigentlich wollte ich 12 Jahre im Amt bleiben, jetzt sind es 20 geworden. Immerhin mit 12 Jahren als Präsident bin ich meinem Vorsatz treu geblieben.»

Das Amt sei zeitintensiv, gibt der 56-Jährige unumwunden zu. Dabei hat er als Projektleiter beim kantonalen Tiefbauamt schon rein beruflich einen vollen Terminkalender. Für das Behördenamt wende er bis zu acht Stunden pro Woche auf, 20 Prozent über das ganze Jahr ­gerechnet. Vieles könne ihm die Verwaltung abnehmen, darum schätze er die gute Zusammenarbeit mit dem Gemeindeschreiber und der ganzen Verwaltung ganz besonders. Dennoch: Die ruhigen Abende zu Hause blieben rar. Für seine Ämter, Zumbach engagiert sich auch in der Betriebskommission des Gesundheitszentrums Dielsdorf, ist er zweimal in der Woche abends weg, zeitweise ­sogar viermal, daneben gilt es Akten zu studieren und Sitzungen vorzubereiten.

Ab Juli wird sich das ändern. Dann will Zumbach wieder mehr Velo fahren und öfter einmal mit seiner Frau Marlis abends ausgehen. Längerfristig möchte er das Fotografieren zu seinem Hobby machen. Vielleicht auch einen Sprachkurs besuchen: Bessere Italienischsprachkenntnisse kämen ihm im Tessin zugute, wo Zumbachs eine Ferienwohnung haben. Natürlich würde er gerne mehr reisen, eine Weltreise sei sein Traum, doch als Berufstätiger sei er mit etwas mehr Freizeit auch zufrieden. «Weiter möchte ich mich noch nicht festlegen», stellt er klar.

Die Jahresrechnungsteht noch bevor

Gerne hätte er in seiner Amtszeit noch die Bau- und Zonenordnung Dänikons überarbeitet. Die Grundlage dafür, der kommunale Richtplan, liege bereit, jetzt ginge es um die konkrete Umsetzung, wo in Dänikon wie hoch und wie dicht gebaut werden soll.

Am 30. Juni übergibt Zumbach das Zepter seinem Nachfolger, José ­Torche. Zumbach steht vorher noch die Gemeindeversammlung am 14. Juni bevor mit dem wohl gewichtigsten Geschäft als Gemeindepräsident: der Jahresrechnung.

Erstellt: 03.05.2018, 16:09 Uhr

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