Bülach

Kapital und durstige Kehlen gesucht

14 Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Zürcher Unterland möchten Erfahrung in der Unternehmenswelt sammeln. Ideen haben sie bereits. Nun brauchen Sie Geld und durstige Kundschaft.

«Arioso»-Jungunternehmer Kevin Pilipovic (links) und James Keller von «SwissSmothie».

«Arioso»-Jungunternehmer Kevin Pilipovic (links) und James Keller von «SwissSmothie». Bild: Sibylle Meier

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Kevin Pilipovic ist 16 und Chef einer Firma – zumindest bis kommenden Sommer. So lange dauert sein Ausflug in die Unternehmenswelt. Er unternimmt ihn gemeinsam mit 13 Mitschülerinnen und Mitschülern der Kantonsschule Zürcher Unterland. In zwei Gruppen beteiligen sie sich am Projekt von Young Enterprise Switzerland (YES), einer nicht gewinnorientierten Organisation, die Wirtschaft und Schule vernetzen will.

Dabei entwickeln Jugendliche mit Unterstützung ihrer Schule Produkte oder Dienstleistungen. Pilipovics Gruppe hat sich für ein aromatisiertes Getränk auf Wasserbasis entschieden. «Wir wollen zeigen, dass sich fein und gesund nicht ausschliessen», erklärt der Jungunternehmer. Ein Firmenname ist bereits gefunden. «Arioso» steht im Italienischen für luftig. Auf die Frage, ob der Konsument angesichts des riesigen Angebots an Erfrischungsgetränken auf Arioso gewartet hat, antwortet der Schüler eloquent. Zum einen sei das Produkt dank den Glasflaschen aus Bülach, den Aromen aus Eglisau und den Etiketten mit veganem Klebstoff besonders regional und nachhaltig. «Zudem geht ein kleiner Betrag pro verkaufte Flasche an ein Hilfsprojekt in Tansania.»

3000 Franken Aktienkapital

Doch ehe das «luftige» Getränk die Kehlen runterrinnt, braucht es Kapital. Dieses sammeln beide Gruppen – die zweite wird biologische Schweizer Smoothies produzieren – morgen Freitag an einem Investorenabend. Dann werden sie ihr Projekt vorstellen. Interessierte Personen können Partizipationsscheine zum Preis von 15 Franken erwerben. «Das Aktienkapital ist auf 3000 Franken beschränkt», erklärt der Firmenchef. «Damit wird verhindert, dass Kinder reicher Eltern einen Vorteil haben.» Ist das Geld beisammen und das Produkt produziert, gilt es, die Absatzkanäle zu erschliessen. Sowohl Arioso als auch Swiss-Smoothie werden als Erstes an Weihnachtsmärkten präsent sein.

Lässt sich ein solches Engagement mit dem Schulalltag vereinbaren? «Es ist schon viel», räumt Pilipovic ein. Doch der Schüler des wirtschaftlich-rechtlichen Profils ist überzeugt, dass dieses Jahr wichtige Erfahrungen und Erkenntnisse vermittelt. «Wir werden von Lehrpersonen begleitet und können an Workshops teilnehmen.» Im Sommer 2020 wird bei der geplanten Firmenauflösung von Arioso das Partizipationskapital ausbezahlt – idealerweise mit Dividende. CEO Kevin Pilipovic wird sich dann seiner Maturarbeit zuwenden müssen.

Erstellt: 23.10.2019, 14:34 Uhr

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