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Katholischer Frauenverein löst sich mangels Nachfolge auf

Aufgrund fehlender Nachfolgerinnen für den Vorstand wurde der katholische Frauenverein Bülach an der Generalversammlung vom 8. März 2018 aufgelöst. Auch anderen Frauenvereinen in der Region mangelt es an Nachwuchs.

Nur wenige Frauenvereine funktionieren einwandfrei - vielen mangelt es an Nachwuchs (Symbolbild).
Nur wenige Frauenvereine funktionieren einwandfrei - vielen mangelt es an Nachwuchs (Symbolbild).
Silvana Schreier

Alle 68 anwesenden Mitglieder nahmen den Antrag für die Vereinsauflösung an. Der seit 1894 bestehende katholische Frauenverein Bülach ist somit Geschichte. An der Generalversammlung vom vergangenen Donnerstag stellte der Vorstand den Antrag, den Frauenverein aufgrund fehlender Nachfolgerinnen für den Vorstand aufzulösen. Die vier bisherigen Vorstandsmitglieder traten alle zurück und konnten nicht statutengemäss ersetzt werden, wie es das Schweizerische Zivilgesetzbuch vorschreibt.

Erfolglose Suche

Bereits vor einigen Jahren verliessen zwei Personen den Vorstand, für die kein Ersatz gefunden werden konnte. An der Generalversammlung 2016 gaben die übrigen vier Vorstandsmitglieder bekannt, dass sie 2018 nicht mehr zur Wiederwahl antreten werden. «Für einen Verein ist es wichtig, dass nach einiger Zeit andere Personen neue Ideen in den Verein einbringen können», begründet Natalie Schwarzenbach, Aktuarin des Frauenvereins, den Austritt.

Der Vorstand bemühte sich sehr, das Weiterbestehen des Vereins zu ermöglichen und suchte in Verwandten- und Bekanntenkreisen nach möglichen Nachfolgerinnen. Aber trotz Inseraten in der Lokalpresse und im Pfarrblatt, sowie Einträge im Freiwilligenportal der Stadt Bülach, Nachfragen beim kantonalen Katholischen Frauenverbund und Aufrufen an die rund 200 Mitglieder gelang es nicht, einen neuen Vorstand zusammenzustellen.

Bleibende Veranstaltungen

Auch nach der Auflösung des Vereins seien einige der Frauen bereit, Veranstaltungen wie den Kaffee nach der Frauenmesse oder Filmnachmittage unter dem Namen «Frauen für Frauen», nicht als Verein, sondern lose geführt, weiter zu organisieren, wie Schwarzenbach sagt. Ebenfalls wird die Mobilgruppe, welche regelmässig mit Bewohnern aus einigen Bülacher Pflegezentren spazieren geht, weiterbestehen – und das weiterhin auf freiwilliger Basis.

Das Vereinsvermögen wird während fünf Jahren von der katholischen Kirchgemeinde Bülach verwaltet und für die Gründung eines Vereins mit gleichem oder ähnlichem Zweck zur Verfügung gestellt. Nach Ablauf dieser Frist und ausbleibender Neugründung soll die katholische Kirchgemeinde das Vermögen für Sozialaufgaben verwenden.

Fehlender Nachwuchs

Auch dem Gemeinnützigen Frauenverein Regensdorf ist der Mangel an Nachwuchs nicht unbekannt. Der über 90-Jährige Verein zählt zwar momentan 437 Mitglieder, doch die Suche nach Nachfolgerinnen im Vorstand gestaltet sich schwierig, wie Uschi Bergler, Präsidentin des Frauenvereins, auf Anfrage bestätigt. Sie nennt die Überalterung und die Tatsache, dass junge Frauen andere Interessen haben als Gründe.

Zudem zieht das grösser gewordene Angebot der Gemeinde für die Freizeitgestaltung und Weiterbildung die Konsequenz nach sich, dass die früher vom Frauenverein angebotenen Kurse überflüssig geworden sind. Bergler sieht die nahe Zukunft des Frauenvereins nicht gefährdet, aber es braucht viel Arbeit von den jetzigen fünf Vorstandsmitgliedern, Nachwuchs zu finden.

Der Gemeinnützige Frauenverein Bassersdorf zählt eine stattliche Mitgliederzahl von 560 Frauen und 34 männlichen Gönnern. Darunter befinden sich auch einige junge Frauen, die jedoch bereits sehr mit Familie und Beruf ausgelastet sind, sodass sie keine Zeit und Kapazität haben eine Aufgabe im Vorstand wahrzunehmen. Der Verein hat zwar momentan einen gut besetzen Vorstand, aber auch bei ihm gestaltet sich die Suche nach möglichen Nachfolgerinnen mühselig und aufwendig.

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