Winkel

Katzenbaby in Wald ausgesetzt

Ein kleiner Kater, der noch nicht einmal eine Woche alt war, wurde in der Nähe von Lindau in einem Karton im Wald ausgesetzt. Dank einem Hund wurde er gefunden.

Der kleine Kater wurde «Yoshi» getauft und ist dank dem Einsatz seiner Pflegerin auf dem aufsteigenden Ast.

Der kleine Kater wurde «Yoshi» getauft und ist dank dem Einsatz seiner Pflegerin auf dem aufsteigenden Ast.

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Mitten in einem der heissesten Sommer seit Messbeginn wurde ein kleines Büsi vor einer Woche in der Nähe von Lindau im Wald entdeckt. Dort war es ausgesetzt worden, in eine kleine Kartonschachtel gepackt. Der kleine Kater war quasi entsorgt worden, neben seiner Fundstelle wurde Abfall gefunden.

Das gerade einmal eine Woche alte Tierchen hatte Glück im Unglück: Eine Spaziergängerin mit Hund war in der Nähe des Katzenbabys unterwegs. Der Hund witterte den Kater und machte sein Frauchen darauf aufmerksam. Die Spaziergängerin, über den Fund entsetzt, brachte das hilflose Kätzchen umgehend ins Tierheim Pfötli in Winkel zur Pflege.

Betreuung rund um die Uhr

Seitdem geht es mit dem kleinen Kater aufwärts. «Bereits kurz nach seiner Ankunft trank er hungrig seine Katzenmilch», sagt Jana Bauer vom Tierheim. Der Kater habe grosses Glück gehabt. «Ausgesetzt an einem so heissen Sommertag waren seine Überlebenschancen gering. Ohne seine Mutter oder ohne menschliche Hilfe hätte der Kleine vermutlich die Nacht nicht überlebt», schätzt Bauer.

Inzwischen hat der Findling auch einen Namen erhalten: «Yoshi» wurde er getauft, was auf Japanisch so viel heisst wie «der Glückliche». «Wir haben den Namen deshalb gewählt, damit der Kater auf seinem weiteren Lebensweg mehr Glück hat als bisher», so Bauer.

Yoshis Augen waren bei seinem Fund noch nicht geöffnet. Trotzdem hat sich unter dem einen verschlossenen Auge Eiter angesammelt, der anfänglich nicht abfliessen konnte. Auch wurde das Büsi von Flöhen geplagt. «Inzwischen konnten wir ihn gegen Parasiten behandeln und weil er langsam seine Augen öffnet, konnte auch der Eiter ablaufen», sagt Bauer. Dem Kater gehe es nun den Umständen entsprechend gut.

Zu verdanken ist dies auch der Tierpflegerin, die sich um den Kleinen kümmert. Sie muss quasi die Mutter ersetzen und ist daher seit letzter Woche im Dauereinsatz. «Spätestens alle zwei bis drei Stunden klingelt ihr Wecker, damit sie Yoshi mit Nahrung versorgen kann», erklärt Bauer. Zudem massiere sie ihm auch sein Bäuchlein, denn kleine Katzen können noch nicht selbst Wasser lassen. Auch die Massage ist normalerweise etwas, was die Katzenmama übernimmt. Doch wenn alles gut geht, darf der Kleine schon bald zu einer Ammenmutter umziehen, die gerade Katzenbabys im selben Alter hat. So hätte er die Möglichkeit, zusammen mit drei Stiefgeschwistern aufzuwachsen und das Katzen-1x1 von einer echten Katzenmama zu lernen. Sobald das Katerchen alt genug ist, wird er gemeinsam mit einer zweiten Jungkatze oder zu einer weiteren Katze vermittelt.

Und was passiert eigentlich mit demjenigen, der Yoshi rücksichtslos ausgesetzt hat? Tiere auszusetzen ist in der Schweiz eine Straftat, die durchaus rechtliche Folgen nach sich zieht. In den meisten Fällen sei es aber schwierig, die Täter zu eruieren, sagt Bauer. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 06.08.2018, 18:18 Uhr

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