Eigental

Kaum noch Bussen im Eigental

Während der diesjährigen Herbstsperrung wurden weniger als 30 fehlbare Lenker gezählt. 2017 missachteten noch über 1000 Automobilisten das Fahrverbot.

Drei Mal pro Jahr wird die Eigentalstrasse wegen der Amphibienwanderung gesperrt.

Drei Mal pro Jahr wird die Eigentalstrasse wegen der Amphibienwanderung gesperrt. Bild: Leo Wyden

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«Gesperrtes Eigental sorgt für Bussenflut» oder «Fahrverbot im Eigental 700-Mal missachtet». Die Schlagzeilen der letzten Jahre zu den verschiedenen Sperrungen der Eigentalstrasse ähnelten sich. Obwohl die zuständigen Stellen im Vorfeld jeweils früh und gezielt darüber informiert haben, wann genau die Verbindung zwischen Birchwil und Oberembrach gesperrt wird, missachten immer wieder zahlreiche Verkehrsteilnehmer das Fahrverbot. Jeweils 100 Franken Busse setzt ein solches Verkehrsdelikt ab.

Durch die Bussen kommt jeweils ein ordentlicher Batzen zusammen. Denn bei der diesjährigen Sommersperrung während den Monaten Juni und Juli waren es über 300 Übertretungen. Im Vergleich mit den vorangegangenen Sperrungen ist das noch wenig. So wurden während der Froschwanderung im Frühling 2018 rund 700 Übertretungen registriert. Bei der Herbstsperrung 2017 hielten sich sogar über 1000 Automobilisten nicht an das Fahrverbot.

Bereits 25 Nächte gesperrt

Von diesen Zahlen ist man bei der aktuellen Herbstsperrung weit entfernt. «Keine 30 Übertretungen haben wir bis jetzt in diesem Herbst feststellen müssen», sagt Jürg Schaub, Leiter Stadtpolizei Kloten, auf Anfrage. Insgesamt war die Strasse seit dem 1. Oktober bereits in 25 Nächten gesperrt. Bei der Sperre 2017 waren es lediglich 18 Nächte, an denen das temporäre Fahrverbot galt. Pro Herbstsperrung sind maximal 30 nächtliche Sperrungen möglich. Allerdings braucht es dafür milde Regennächte, damit die Amphibien überhaupt auf Wanderschaft gehen.

Seit der Wiedereröffnung im Sommer 2017 wird die Eigentalstrasse während drei Phasen pro Jahr gesperrt. Viel wurde investiert, damit die Autolenker das Fahrverbot einhalten. Auf beiden Seiten des Schutzgebietes wurden ein Überwachungssystem mit Kameras sowie LED-Verbotsschilder installiert. Kostenpunkt: rund 200 000 Franken. Weil diese Signalisation nicht die erhoffte Wirkung zeigte, wurden während der Frühlingssperrung 2018 die alten Metallschranken aus dem Lager geholt und jeden Abend um 18 Uhr mit Ketten abgeschlossen. Für die Herbstsperrung im selben Jahr wurden diese Absperrgitter durch vier Barrieren ersetzt. Dazu hatte der Klotener Stadtrat rund 70000 Franken gesprochen. Seither sind keine grösseren Bauten zur Sicherstellung des Fahrverbots mehr realisiert worden.

Kalte Nacht – keine Sperrung

Noch sind in diesem Herbst theoretisch weitere Sperrungen möglich. Bleiben die Temperaturen jedoch so tief, wie sie es in den letzten Tagen waren, dürfte die diesjährige Herbstsperrung schon Geschichte sein – genauer gesagt: eine Erfolgsgeschichte. Denn die Stadt Kloten war ihrem erklärten Ziel, die Anzahl der Übertretungen im Eigental gegen null zu drücken, noch nie so nahe wie in diesem Herbst. Was die Gründe dafür sind, muss erst noch analysiert werden.

Erstellt: 22.11.2019, 14:13 Uhr

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Eine Verbindung mit Ablaufdatum

Viereinhalb Jahre lang war die Eigentalstrasse für den Verkehr gesperrt. Der Grund: Die Strasse war mit Schlaglöchern übersät. Ob und wie eine Sanierung vonstattengehen sollte, darüber stritten sich die involvierten Gemeinden, die kantonalen Behörden sowie Naturschützer. Erst im August 2017 konnte die sanierte Strasse für den Durchgangsverkehr wieder geöffnet werden – allerdings mit Ablaufdatum. Ab dem 2. August 2027 soll die Eigentalstrasse definitiv für den motorisierten Verkehr gesperrt werden. Seit der Wiedereröffnung vor gut zwei Jahren gelten während drei Phasen im Jahr wegen der Wanderung der Amphibien totale oder zumindest teilweise Fahrverbote. Für die Frühlingswanderung bleibt die Strasse zwischen Mitte Februar und Mitte April von 18 bis 8 Uhr gesperrt – in der Regel während vier bis sechs Wochen. Im Sommer während der Jungtierwanderung wird jeweils eine Totalsperrung während 24 Stunden vom 1. Juni bis zum 31. Juli verhängt. Im Herbst gilt in maximal 30 geeigneten Nächten während den Monaten Oktober und November von 19 bis 7 Uhr ein Fahrverbot. Täglich ab 14 Uhr ist auf der Website der Fachstelle Naturschutz ersichtlich, ob die Strasse in der kommenden Nacht befahrbar ist: www.naturschutz.zh.ch/eigental

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