Wahlen

Kein Chaos mehr vor zweitem Wahlgang

Der erste Wahlgang für die Bezirkskirchenpflege Bülach verlief chaotisch. Vielen Wählenden war gar nicht klar, wer überhaupt kandidiert. Für den zweiten Wahlgang am 19. Mai hat man aus den Fehlern gelernt.

Nachdem beim ersten Wahlgang für die reformierte Bezirkskirchenpflege nicht allen klar war, wer überhaupt kandidiert, ist die Ausganglage nun einfacher.

Nachdem beim ersten Wahlgang für die reformierte Bezirkskirchenpflege nicht allen klar war, wer überhaupt kandidiert, ist die Ausganglage nun einfacher. Bild: Keystone

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Dieses Mal ist es simpel. Noch zwei Mitglieder der reformierten Bezirkskirchenpflege Bülach fehlen für die Amtsdauer 2019 bis 2023. Und um die zwei Sitze bewerben sich zwei Kandidatinnen: Rentnerin Esther Büchi aus Embrach und Pflegefachfrau Ilona Krickhahn aus Rafz. Die Kandidierenden sind auf einem Beiblatt, welches den Wahlunterlagen beiliegt, aufgeführt. Somit gibt es keinen Zweifel mehr, welche Namen man am 19. Mai beim zweiten Wahlgang für die vakanten Sitze auf den Wahlzettel schreiben kann.

Beim ersten Wahlgang am 10. Februar war das ganz anders. Damals waren noch drei Sitze zu besetzen. Zwar gab es einen Wahlzettel mit drei freien Zeilen, konkrete Hinweise, wer sich für die Ämter zur Verfügung stellt, fehlten jedoch. Für Verwirrung sorgte zudem, dass nicht alle reformierten Kirchgemeinden des Bezirks Bülach gleich über die bevorstehende Wahl informierten. In Kloten zum Beispiel wurde den Wählerinnen und Wählern empfohlen, eine gewisse Christine Biber aus Bülach zu wählen. In Dietlikon hingegen wurden die Stimmberechtigten gebeten, die Wahlzettel doch möglichst leer einzulegen. Die jetzigen Kandidatinnen Esther Büchi und Ilona Krickhahn befanden sich zum damaligen Zeitpunkt noch in der Vorprüfung der Kantonalkirche und fanden deshalb in keiner Wahlempfehlung Erwähnung.

Das Ergebnis des ersten Wahlgangs machte deutlich, dass die Wählerinnen und Wähler schlicht nicht über die Informationen verfügt hatten, um gleich für alle drei Sitze eine Nachfolge zu wählen. Christine Biber wurde zwar gewählt, zwei Sitze blieben indes vakant. Verdeutlicht wurde das Chaos dadurch, dass der bereits in stiller Wahl bestätigte René Roser mit 50 Stimmen ein besseres, wenn auch sinnloses Ergebnis erzielte als die tatsächlich zur Verfügung stehenden Büchi (13 Stimmen) und Krickhahn (7 Stimmen).

Stille Wahl entweder für alle oder gar nicht

Inzwischen hat Ulrich Schwab, Bezirkskirchenpflegepräsident, gemeinsam mit der Landeskirche evaluiert, was beim ersten Wahlgang schiefgelaufen ist. «Die Behörde muss sich aufgrund ihres geringen Bekanntheitsgrades entweder komplett einer Erneuerungswahl stellen – oder es werden sämtliche Mitglieder still gewählt.» Dass ein Teil der Behörde vor dem ersten Wahlgang in stiller Wahl bereits für die nächste Amtsdauer bestätigt war, sei eher verwirrend gewesen. «Zudem muss die Publikation der Wahlanordnung in der regionalen Presse erfolgen. Sie darf nicht nur wie dieses Mal über das Amtsblatt vorgenommen werden, denn so wurden den Stimmbürgern die Zusammenhänge der Informationen vorenthalten.»

Da im zweiten Wahlgang das relative Mehr zählt, dürfte die Behörde ab dem 1. Juli wieder komplett sein. Schwab ist froh, dass die fünf bereits gewählten Kirchenpfleger dadurch wieder Unterstützung erhalten. «Derzeit sind wir ziemlich gefordert. Die Kirchgemeinden von Embrach, Lufingen und Oberembrach fusionieren per 1. Januar 2020, den Prozess zu begleiten und zu unterstützen, ist intensiv.» Zudem hilft die Bezirkskirchenpflege auch, wenn andere Behörden der Kirche in Gemeinden noch nicht vollständig besetzt sind, greift ein, wenn es Konflikte mit Mitarbeitenden oder Kirchgängern gibt, und funktioniert schliesslich auch als Kontrollorgan. «Mit einer nicht vollständigen Behörde kämen wir langsam an unsere Grenzen mit der Arbeitsbelastung», sagt Schwab.

Erstellt: 28.04.2019, 22:06 Uhr

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