Kloten

Kein Gegner soll sich mehr auf Kloten freuen

David Stämpfli verleiht der Defensive des EHC nicht nur Stabilität, sondern er bringt auch die gesunde Portion an Physis mit.

Verteidiger David Stämpfli (rechts) sorgt vor dem Klotener Tor, hier im Bild von Luis Janett gehütet, zupackend für Ordnung.

Verteidiger David Stämpfli (rechts) sorgt vor dem Klotener Tor, hier im Bild von Luis Janett gehütet, zupackend für Ordnung. Bild: Francisco Carrascosa

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Als im vergangenen Frühjahr die Verpflichtung von David Stämpfli offiziell wurde, löste das bei Klotener Fans Glücksgefühle aus. Denn am gleichen Abend erzielte Stämpfli für La Chaux-de-Fonds, das er als Captain führte, zwei Treffer. Man war sich sicher: Das ist ein guter Transfer. Die bisherige Saison zeigt, dass die Einschätzung zu vorsichtig ausgefallen war. Denn der Verteidiger, in der Vorbereitung verletzt, ist mehr als nur ein guter Zuzug. Er ist eine hervorragende Verstärkung.

Tatsächlich trägt Stämpfli enorm viel dazu bei, dass Klotens Defensive so schwer zu überwinden ist. Die Zweikämpfe, die er bisher verloren hat, kann man an einer Hand abzählen. Der 28-Jährige sagt, dass «die Härte Teil meines Spiels ist». So fiel er den Klotener Anhängern wohl auch ein erstes Mal auf – und nicht gerade positiv. Als er im Frühjahr 2018 im Team HC Ambri-Piotta aushalf, musste er zwei Spielsperren absitzen, wegen eines Checks gegen den damaligen Klotener Daniele Grassi.

Verhandeln ohne Agent

Was er bisher mit Kloten gezeigt hat, hat indes nichts von unfairem Spiel. «Es ist mein Ziel, weniger Strafen als früher zu holen. Ich will meine Härte gezielter einsetzen», erklärt er. Denn es nütze dem Team ja nichts, wenn er zu oft auf der Strafbank sitze. Stämpfli hat mit seiner Spielweise indes schon den einen oder anderen Gegenspieler genervt, diese Saison am offensichtlichsten Guillaume Asselin. Sierres Kanadier traktierte Stämpfli auf jeden Fall Anfang Oktober in Kloten vor den Augen des Schiedsrichters mit einem wenig feinen Stockendstich bereits im ersten Drittel. Stämpfli war darüber selber überrascht, wie er heute sagt. Sie hätten zwar ein kleines Rencontre in der Ecke gehabt, «aber nichts Gravierendes».

David Stämpfli treibt seine Mitspieler auch verbal an. Bild: Francisco Carrascosa

Nach vier Jahren in La Chaux-de-Fonds sah Stämpfli im vergangenen Winter die Zeit gekommen, noch einmal einen Schritt in seiner Karriere zu machen. Er suchte den Kontakt mit Klotens Sportchef Felix Hollenstein, und der suchte gleichzeitig Kontakt mit Stämpfli. Einen Agenten will Stämpfli nicht mehr als Hilfe, für ihn stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis bei diesen Dienstleistungen nicht. Also hat er seinen Wechsel selber organisiert. In seiner Zeit mit La-Chaux-de-Fonds, aber auch in den wenigen NLA-Partien mit Zug (2014/15) oder Biel hat er eine Erfahrung gemacht: «Alle haben sich gefreut, gegen Kloten zu spielen. Man wusste, dass da zwar ein talentiertes Team wartet, aber eines, das die Härte nicht so mag.» Stämpfli sieht einen Teil seiner Aufgabe am neuen Ort darin, daran etwas zu ändern. Kein Gegner soll sich mehr auf Spiele gegen Kloten freuen dürfen.

Defensive Mängel behoben

David Stämpfli ist nicht nur in Sachen Agenten eine Ausnahme im Eishockey-Geschäft. Die Freizeit mit Herumliegen oder «Gamen» zu verbringen, das ist vorbei. Für ihn gibt es neben dem Sport noch genügend Zeit, etwas anderes zu tun. Er hat sich zum Betriebsökonomen ausgebildet, diese Woche schickte er die Schlussarbeit ab. Auch in ihr befasste er sich mit Sport und Beruf, es geht um die Vorbereitung auf die Zeit nach der Karriere.

Luzern, Herisau, Zug, Weinfelden, Visp, GCK Lions (Meistertitel mit den Junioren), Ajoie und La Chaux-de-Fonds waren Stämpflis bisherige Stationen, dazu kamen B-Lizenz-Einsätze für Biel und Ambri-Piotta. In der Saison 2013/14, die er mit Ajoie bestritt, avancierte er zum produktivsten NLB-Verteidiger, er erhielt beim EVZ einen NLA-Vertrag. Aber er war da auch schon deutlich über 20, die Geduld mit dem Neuen hielt sich im Rahmen. Vielleicht sei er als Offensivverteidiger für die NLA zu wenig gut gewesen, sagt Stämpfli im Rückblick, «und defensiv habe ich damals noch einige Mängel aufgewiesen». Die hat er definitiv behoben. Heute geht er stets mit dem Ziel in den Match: «Zu null spielen.»

Und an seinem neuen Arbeitsort hat er es selbst in der Hand, doch noch einmal in seiner Karriere in der NLA aufzutreten.

Erstellt: 17.10.2019, 17:38 Uhr

Swiss League

Vier Spiele innert acht Tagen

Der Eishockey-Spielplan wird gedrängter. Das gehört zum Oktober wie die Zeitumstellung am letzten Wochenende des Monats. Kloten steht vor vier Spielen innert acht Tagen. Thurgau heute Freitag, Visp am kommenden Dienstag, Langenthal am Freitag und Ajoie am Sonntag – das sind die nächsten Aufgaben. Die Gegner kommen allesamt aus der Spitzengruppe der Swiss-League-Tabelle.

Kloten rechnet für nächste Woche mit der Rückkehr Robin Figrens, Goalie Dominic Nyffeler trainierte gestern Donnerstag wieder. Der heutige Gast Thurgau blickt auf fast Einmaliges zurück: Zweimal schlugen die Ostschweizer La Chaux-de-Fonds, jeweils mit einem 1:0. Nicola Aeberhard, eigentlich die Nummer 2, feierte die zwei Shutouts in Folge, da Jannick Schwendener leicht angeschlagen ist. (jch)

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