Wahlen

Keine «One-Woman-Show»

Die Grünen nominieren Marionna Schlatter für den Ständerat und setzen Tamy Glauser auf den zehnten Listenplatz für den Nationalrat.

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Obwohl ein Regierungsrat und zwei Nationalräte im Raum sind, richten sich alle Linsen auf sie: In der vordersten Reihe im Kirchgemeindehaus Wipkingen in Zürich sitzt das Model Tamy Glauser mit ihrer Partnerin Dominique Rinderknecht und zwei kleinen Hunden. Die Grünen des Kantons Zürich haben Glauser am Dienstagabend auf den zehnten Listenplatz für die Nationalratswahlen im Herbst gehievt.

«Mir ist sehr bewusst, dass Modeln kein grüner Job ist, aber es ist der Job, der mich grün werden liess», sagt Glauser, als sie sich als Neumitglied kurz vorstellt. Sie war im Vorfeld für ihre Flugreisen kritisiert worden und sagt nun, sie sei nicht für ein Flugverbot, lebe aber vegan und kaufe keine neuen Kleider. Zudem liege ihr die Gleichberechtigung von Homosexuellen und Frauen am Herzen. Sollte sie den Sprung ins Parlament schaffen, würde sie dem Mandat absolute Priorität einräumen, sagt Glauser – und: «Der Wahlkampf ist keine One-Woman-Show».

Unveränderte Liste

Wahlkampflokomotive wird auch nicht Tamy Glauser genannt, sondern die sechs Kandidatinnen und Kandidaten auf den vorderen Listenplätzen. Mehrere Redner wollen die Reihenfolge ändern und eine jüngere Kandidatin auf dem ersten Platz. Der Vorschlag des Vorstands setzt sich aber durch.

So treten die Grünen mit Katharina Prelicz-Huber an der Spitze der Liste an. Die 59-jährige VPOD-Präsidentin ist Alt Nationalrätin und Zürcher Gemeinderätin. Hinter ihr folgt Marionna Schlatter. Sie wurde gleich zu Beginn der Versammlung mit Standing Ovation als Ständeratskandidatin nominiert. Auf den Plätzen drei und vier sind die bisherigen Balthasar Glättli und Bastien Girod, gefolgt von zwei Jungpolitikerinnen, der 20-jährigen Anika Brunner aus Hombrechtikon und der 26-jährigen Meret Schneider aus Uster.

Erstellt: 21.05.2019, 22:52 Uhr

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