Regensdorf

Kiesfläche weckt Unmut des Bauernverbands

Die Massnahmen des Kantons zum Naturschutz stossen beim Bauernverband auf Unverständnis.

Auf 1,65 Hektaren soll sich eine Magerwiese entwickeln.

Auf 1,65 Hektaren soll sich eine Magerwiese entwickeln. Bild: PD

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Der Zürcher Bauernverband (ZBV) ärgert sich gerade gewaltig über die kantonale Baudirektion. Grund dafür ist ein Naturschutzgebiet an der Moosäckerstrasse in Regensdorf, welches mit einer Plastikfolie und einer Schicht von über 1 Meter Kies überschüttet wird. «An Absurdität nicht zu übertreffen», schreibt so der ZBV in einer Medienmitteilung. Über 500 LKW-Fahrten seien notwendig gewesen, um den Kies zu transportieren. Rund 450000 Franken soll das Projekt kosten, wertvolles landwirtschaftliches Gebiet gehe dadurch verloren.

«Es fällt uns sehr schwer, diese kostspielige Kiesaufschüttung in den Gesamtkontext zu stellen», sagt ZBV-Geschäftsführer Ferdi Hodel. Erst im November erklärte die Baudirektion, mehr in den Naturschutz investieren zu wollen. Der Kantonale Natur- und Heimatschutzfonds soll deshalb von jährlich 18 bis 30 Millionen auf 40 bis 60 Millionen Franken erhöht werden. «Unsere Bauernfamilien setzen sich tagtäglich für den Naturschutz ein», sagt Hodel. «Aber wir zweifeln an solchen Massnahmen, bei welchen die kantonale Verwaltung das Augenmass verloren hat.»

«Unsere Bauernfamilien setzen sich tagtäglich für den Naturschutz ein. Aber wir zweifeln an solchen Massnahmen, bei welchen die kantonale Verwaltung das Augenmass verloren hat.»Ferdi Hodel, Geschäftsführer ZBV

Wieso wird das Gebiet, welches auf der Gefahrenkarte des Kantons als Verbotsbereich mit «erheblicher Gefährdung» eingestuft wird, mit Kies überschüttet? Das klärt eine Anfrage bei der Baudirektion: «Obwohl die fragliche Fläche seit rund 20 Jahren aus naturschützerischen Gründen extensiv genutzt wird, ist ihre ökologische Qualität immer noch sehr gering», sagt Mediensprecher Wolfgang Bollack. Durch den Eingriff könne man auf schnellstmögliche Weise eine Magerwiese schaffen. «Solche hochwertigen naturnahen Flächen sind heute extrem selten.»

Weil diese Massnahmen massgeblich zur Artenvielfalt beitragen sollen, habe man auch eine Ausnahmebewilligung erhalten, das betreffende Gelände zu verändern, «obwohl die Schutzverordnung solche Massnahmen grundsätzlich nicht erlaubt», erklärt Bollack. Eine Wiederverwertung der Fläche sei nicht infrage gekommen, weil die vorhandene Humusschicht chemisch belastet ist. Der vermeintliche Verlust von landwirtschaftlicher Fläche sei deshalb unbegründet: «Die Raumplanung des Kantons sah in diesem Ort nie eine Aufwertung zur intensiven landwirtschaftlichen Nutzung vor», sagt Bollack. Stattdessen werde die zukünftige Magerwiese von einem lokalen Landwirt bewirtschaftet werden.

So soll die Magerwiese einst aussehen. Foto: Baudirektion Kanton Zürich

Obwohl man das Vorgehen der Baudirektion ablehnt, sind dem ZBV die Hände gebunden. «An dieser Parzelle können wir leider nichts mehr ändern. Das hat der Kanton nun so entschieden», sagt Hodel. «Aber wir wollen ein Zeichen setzen, dass diese Kiesschicht in keinem Verhältnis zur Wirkung steht. Wer mehr Geld fordert, soll es auch sinnvoll einsetzen.»

Erstellt: 05.12.2019, 23:12 Uhr

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