Bachs

Kisten und Paletten auf Mass –auch Käferholz wird verwertet

Die Wirth AG, ein Familienbetrieb in der 4. Generation, ist das einzige Industrieunternehmen in Bachs. Die Firma produziert Kisten, Spezialverpackungen, Paletten und Wärme. Sie ist auch eine gute Abnehmerin von Käferholz.

Der Baumstamm wird durch die Vollfräse geschoben (rechts). Die Schnittware wird gestapelt und getrocknet. Die getrockneten Brettstapel werden ­anschliessend zur Vollfräse hingekippt (hinten oben), die die Bretter auf die nötige Breite zuschneidet. Danach gehts zur Ablängeanlage.

Der Baumstamm wird durch die Vollfräse geschoben (rechts). Die Schnittware wird gestapelt und getrocknet. Die getrockneten Brettstapel werden ­anschliessend zur Vollfräse hingekippt (hinten oben), die die Bretter auf die nötige Breite zuschneidet. Danach gehts zur Ablängeanlage. Bild: Francisco Carrascosa

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Diesen Sommer und Herbst mussten in den Zürcher Unterländer Wäldern massenhaft Fichten gefällt werden, die vom Borkenkäfer befallen waren. Viele Förster wussten kaum mehr, wie sie Abnehmer für die ungewollte Ernte finden sollten. Der Bachser Förster Roland Steiner war froh, dass ihm die Kisten- und Palettenfabrik Wirth AG rund 1000 Kubikmeter Käferholz abkaufte. Damit war beiden gedient.

Eine Riesenkiste

«Wir können das Käferholz gut für die Kistenproduktion verwenden», sagt Michel Wirth, Leiter Kistenfabrikation und Sägerei. Die Qualität des Holzes sei ebenso gut wie jene von nicht befallenen Fichten. Die bläuliche Verfärbung im äusseren Bereich der Käferstämme sei bloss ein optischer Mangel. «Deshalb verwenden wir aber kein Käferholz für die Produktion von Kisten, sondern nur für die Herstellung von Paletten.»

Die Geschäftsleitung in Familienunion mit (von links) Sohn Michel Wirth, Leiter Kistenproduktion und Sägerei, Mutter Karin Wirth, Leiterin Administration, und Vater Beat Wirth, CEO, posiert vor einem Stapel Kisten.

Das Bachser Familienunternehmen – nebst Michel Wirth wirken Vater Beat als Firmenchef und Mutter Karin als Leiterin Administration – stellt Kisten, Paletten und Spezialverpackungen in allen Dimensionen und auf Mass her. Die Produkte dienen dem Transport einer Vielzahl von Gütern, seien es Maschinenteile oder beispielsweise Kaffeemaschinen.

Aber auch Schwerguttransportkisten sind erhältlich, wie Betriebsleiter Wirth erklärt. «Die grösste Kiste, die wir bisher hergestellt haben, war 20 Meter lang, 1,5 Meter breit und 84 Zentimeter hoch. Damit wurde ein Kranteil transportiert», sagt Michel Wirth. Demgegenüber stehen die kleinsten Verpackungen, die gerade einmal Schuhkartongrösse aufweisen.

Der Transport des Rundholzes zur Fabrik erfolgt mit dem firmeneigenen Traktor und die fertige Ware wird mit dem Wirth-Lastwagen zum Kunden gebracht. «Unser Vorteil sind die kurzen Durchlaufzeiten von der Bestellung bis zur Auslieferung», sagt Karin Wirth.

Nur Schweizer Holz

Die oben erwähnten 1000 Kubikmeter Käferholz machen nur einen relativ kleinen Teil der über 12 000 Kubikmeter Holz aus, die die Bachser Firma mit ihren 34 Angestellten pro Jahr verarbeitet. 90 Prozent dieser beeindruckenden Holzmenge dienen dem Eigengebrauch für die Produktion der Kisten und Paletten. Die restlichen 10 Prozent werden als handelsübliche Ware an Baustellen ausgeliefert. Die Wirth AG kauft die gesamte Holzmenge in der Schweiz ein – wenn möglich in der näheren Region.

Die Elemente der Kisten und Paletten werden auch mit der Druckluft­pistole zusammengenagelt.

In der firmeneigenen Sägerei wird nicht nur Fichtenholz eingeschnitten. «Rund 4500 Kubikmeter sind Föhren. Diese verarbeiten wir vor allem im Winter, denn das Föhrenholz wird im Frühling oft von einem Bläuepilz befallen, der ebenfalls zu einer Verfärbung führt», sagt der Betriebsleiter.

Vom Baum zur Kiste

Der Weg vom Baumstamm zur fertigen Kiste ist klar strukturiert: Vom Lagerplatz, der maximal 800 Kubikmeter Rundholz aufnehmen kann, wird ein Stamm zur Entrindungsanlage befördert, bevor er auf den Wagen der Vollgatter-Säge zu liegen kommt. Diese Säge, die bis zu 15 Schnitte in einem Durchgang machen kann, verwandelt den Baumstamm in Bretter, Balken und Latten.

Die eingeschnittene Ware wird in grossen Kammern auf einen Feuchtegehalt von 12 bis 15 Prozent heruntergetrocknet, bevor sie weiter auf der Vollfräse und der Ablänganlage zugeschnitten und sortiert werden kann. Eine Computersteuerung sorgt für die Beschleunigung dieses Arbeitsschritts.

Danach werden die Kisten, Paletten und Spezialverpackungen in den Montagehallen in teilweise automatisierten Arbeitsschritten zusammengebaut. Dabei kommt nicht immer nur Massivholz zum Einsatz, sondern auch zugekaufte Holzplatten aller Art. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 31.10.2017, 14:49 Uhr

ENERGIEPRODUKTION

Von Holz zu Wärme

Täglich fallen in der Kistenfabrik Wirth AG 70 Kubikmeter Holzschnitzel und 35 Kubikmeter Sägemehl an. Die Schnitzel – mit Hilfe der Hackmaschine aus dem Restholz hergestellt – werden in der fabrikeigenen Doppelofenlinie verbrannt. Mit der Wärme werden nicht nur die Fabrik und die Trocknungskammern beheizt, sondern auch der Wärmeverbund der Gemeinde Bachs beliefert.cy

FIRMENGESCHICHTE

81 Jahre, 4 Generationen

Im Jahr 1936 nahm Richard Wirth eine kleine Sägerei und Wagnerei mitten in der Ortschaft Bachs in Betrieb. Schnell einmal zeigte sich, dass der zur Verfügung stehende Platz nirgends hinreichte.
Hans Wirth, der Sohn des Firmengründers, übernahm die Holzfirma und fand mit dem heutigen Standort an der Dorfstrasse bald einmal ein grösseres Grundstück, das einen Ausbau des Betriebs ermöglichte. Beat Wirth als CEO und Sohn Michel als Leiter Kistenfabrikation und Sägerei sowie Beats Ehefrau Karin als Leiterin Administration führen die hochspezialisierte Traditionsfirma nun im 81. Betriebsjahr in der vierten Generation weiter. Im Jahr 2006 wurde die Fabrik um einen Anbau erweitert. Die Wirth AG beschäftigt 34 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!