Kloten

Klares Ja zu 30-Millionenprojekt – Kloten zeigt sich als Eishockeystadt

Mit über 70 Prozent Ja-Stimmen haben die Klotener dem Umbau der städtischen Eisbahn am Schluefweg zugestimmt. So deutlich hatten das nicht einmal die involvierten Stadträte erwartet.

Noch dreht der Klotener Eismeister seine Runden unter freiem Himmel. Aber ab 2022 wird hier vor der Swiss-Arena (links) eine komplett neue kleine Trainingshalle stehen. Foto: Chr. Wüthrich

Noch dreht der Klotener Eismeister seine Runden unter freiem Himmel. Aber ab 2022 wird hier vor der Swiss-Arena (links) eine komplett neue kleine Trainingshalle stehen. Foto: Chr. Wüthrich

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Klotener bekennen sich zum Eissport und stimmen einem Bruttokredit von fast 31 Millionen Franken für Erneuerungen und Ausbauten am Schluefweg zu. Es ist dies die teuerste Vorlage, die je in Kloten an der Urne zur Abstimmung kam.

Die Stadt am Flughafen bezeichnet sich schon seit langem gerne als Sportstadt. Doch die hohe Zustimmung von 71,1 Prozent für den Ersatz des Ausseneisfeldes am Schluefweg kommt in dieser Deutlichkeit eher überraschend. Es dürfe denn auch als eigentliches Bekenntnis zum Eissport – insbesondere fürs Eishockey – gesehen werden, findet Stadtpräsident René Huber (SVP). Mit 2349 gegen 955 Stimmen sagten die Klotener an der Urne Ja zum Ausführungskredit.

So soll das Eissportzentrum im Klotener Wald dereinst aussehen. Die Swiss-Arena (hinten) wird mit einem neuen Anbau (vorne) ergänzt. Darin befindet sich das zweite Eisfeld und darüber eine riesige Terrasse, welche die Stadt multifunktionell nutzen will.

Die Investition ist notwendig um die Aussenanlage komplett neu zu erstellen. So wird das zweite Eisfeld künftig mit einer Holzkonstruktion überdeckt. Darunter gibts weiterhin Autoabstellplätze und darüber neuerdings eine Terrasse. Das Projekt sieht auch Erweiterungen von Garderoben und WC-Anlagen für den Betrieb im grossen Stadion vor. Zudem wird das Eisbahnrestaurant neu platziert.

Ein Zeichen nach Zürich gesendet

Wenn man so wolle, dann sei das vielleicht auch ein Zeichen nach Zürich, befand der Stapi gestern auf Anfrage. Allerdings nicht in Richtung Hallenstadion wohlgemerkt. Da zieht der Erzrivale ZSC momentan eine Liga höher, ohne Klotener Beteiligung, souverän seine Kreise an der Tabellenspitze. Nein, ein starkes Zeichen ist das Abstimmungsergebnis daher wohl eher in Richtung der kantonalen Baudirektion. Im Streit um eine Bewilligung für einen riesigen Eishockeypuck mit lokalem EHC-Logo auf einem Klotener Kreisel habe er oft erklären müssen, wie wichtig die Eishockeykultur für seine Stadt sei. Nun sei er vor allem auch froh, dass die Stimmberechtigten dies eindrücklich bewiesen haben – und ihn somit nicht im Regen stehen liessen. Obs hilft im Streit um den EHC-Kreisel, wird sich noch zeigen.

Mit so einer hohen Zustimmung habe er jedenfalls nie und nimmer gerechnet, sagt der Stadtpräsident. Seine persönliche Prognose lag bei «knapp 60 Prozent Ja-Stimmen». Aber Huber nimmt sich gleich wieder etwas zurück: «Ich freue mich im Stillen», sagt er und verweist auf Regierungskollegin Regula Kaeser-Stöckli (Grüne), die für die Abstimmungsvorlage wie auch das ganze Bauprojekt hauptsächlich verantwortlich zeichnet. «Sie hat es gut gemacht», gibts Lob vom Stapi.

Glückliche Sportministerin

«Ich bin sehr, sehr glücklich», sagt die Klotener Sportministerin nach ihrem wohl gewichtigsten Abstimmungserfolg. Zudem sei sie auch «sehr froh, dass das Resultat so deutlich ausgefallen ist». So werde Kloten bis im Herbst 2022 wieder eine Eishalle haben ,die auf dem neusten Stand sei. Einen «super Kühlschrank» eben, der energetisch viele Pluspunkte habe. Damit spielt sie auf die Einhausung des heute offenen Eisfelds vor der Swiss-Arena an. Das habe zuletzt viel Energie gefressen. Allein im Oktober kostete die Eisproduktion rund 30000 Franken. Das wird künftig dank einer neuen Holzkonstruktion deutlich günstiger werden.

Das Dach des zweiten Eisfeldes am Schluefweg wird dann begehbar sein und kann nicht nur während Meisterschaftsspielen, sondern auch für Messen und Events als Aussenbereich genutzt werden. Zudem müsse man jetzt nicht mehrmals aufwändig umbauen, sondern könne die Anlage in einem Anlauf «ertüchtigen», nennt es die zuständige Stadträtin. Vorerst werde aber noch fertig geplant und vorbereitet, bis im Frühling 2021 der Baustart erfolgen wird. Die Swiss-Arena wird davon nicht tangiert sein. Aber eine Saison lang (2021/22), verfügen die Eissportler am Schluefweg sodann nur ein Eisfeld – dasjenige in der grossen Halle drinnen.

1994 wars umkämpfter

Welch starkes Bekenntnis Kloten aktuell für den Eissport gesetzt hat, zeigt übrigens ein Blick zurück. Im Dezember 1994, als man in Kloten die ersten zwei von total vier Schweizermeistertitel in Serie feiern konnte, wurde über den Neubau des damals total veralteten Stadions abgestimmt. Es ging um die vergleichsweise kleine Summe von 16,8 Millionen Franken. Aber die Sache war viel umstrittener als heute. So gab es eine «massive gegnerische Kampagne», meldete der «Blick». «Der grösste Sieg von Kloten», titelte das Boulevardblatt schliesslich, aber das Resultat war deutlich knapper. So stimmten «nur» 57,6 Prozent der Klotener für das Eisstadion, so wie es sich heute präsentiert. Das Ausseneisfeld wurde damals nicht angetastet. Es stammt aus den Achtzigerjahren und ist dringend erneuerungsbedürftig. Heute ist das in Kloten ziemlich unbestritten, wie sich nun zeigt.

Erstellt: 17.11.2019, 18:18 Uhr

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Werbung

Branchenbox

Die wöchentliche Seite in der Printausgabe des «Zürcher Unterländer». Ihre Kontaktangaben immer online abrufbar.