Regensdorf

Klasse überrascht ihren Lehrer mit einem Rap

Regensdorf Als Abschiedsgeschenk für ihren Lehrer Daniel Baumann hat sich eine 6. Klasse aus dem Schulhaus Pächterried etwas Besonderes einfallen lassen. Sie produzierte für ihn einen Rap und einen Video-Clip.

Die Produktion des Clips hat die Schüler der Klasse von Lehrer Daniel Baumann zusammengeschweisst.

Die Produktion des Clips hat die Schüler der Klasse von Lehrer Daniel Baumann zusammengeschweisst. Bild: Beatrix Bächtold

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Die grösste Herausforderung war, dass Klassenlehrer Daniel Baumann von der ganzen Aktion nichts mitbekam, denn es sollte eine Überraschung werden. Während sich die Jugendlichen noch einmal an die Produktion zurück erinnern, herrscht Fröhlichkeit, sie stupsen sich gegenseitig und einige müssen sich zusammenreissen, um nicht gleich loszuprusten.

Da war zum Beispiel jener Moment, als ihr Lehrer einen Haufen Papierblätter auf einem Schrank entdeckte, sich wunderte woher sie kamen und noch mehr überrascht war, als diese kurze Zeit später wieder verschwunden waren. «Beim Videodreh warfen wir Blätter in die Luft, dabei landeten sie versehentlich auf dem Schrank. Wir beseitigten sie wieder, sobald es uns möglich war», erzählt der 13-jährige Loris Fabiano. Die Produktion des Raps und des Video-Clips schweisste die Klasse zusammen, auch wenn die Wege der Kids sich jetzt getrennt haben.

ImprovisiertesAufnahmestudio

Auf die Idee einen Rap und einen Video-Clip als Abschiedsgeschenk für ihren Lehrer zu produzieren, kamen die beiden Mütter Manuela Gagliotta und Gabi Lätsch. Ihre Kinder Gloria und Patrick hatten von ihrem Lehrer immer geschwärmt. «Meine Mutter fand, dass ein Rap besonders gut zu Daniel Baumann passen würde», erzählt Gloria. Baumann spielt Keyboard und begleitet damit jedes Adventssingen. Musik und Kreativität gehören einfach zu ihm. Und so trafen sich diejenigen der Klasse, die Lust auf die Produktion für diese Überraschungsgeschenk hatten, jeweils am Montag Nachmittag zum Üben.

Bei der Produktion kam auch eine Drohne zum Einsatz. Und um den Clip aufzunehmen, rief Manuela Gagliotta einen guten Kollegen auf den Plan, der Tontechniker ist. Dieser baute zu einem Spezialpreis im Singsaal ein improvisiertes Studio auf. So konnte die ganze Übung problemlos vom gesammelten Abschiedsgeld finanziert werden.

Einmaliges Geschenk

Jedes der Kinder singt im Rap nur ein paar wenige Worte. In Kurzform erzählt es von einem Erlebnis, das es mit seinem Klassenlehrer Daniel Baumann verbindet und durch welches er unvergesslich bleiben wird. Mattia Turrin beispielsweise erinnert sich daran, wie ihm sein Lehrer gleich am ersten Tag eine gelbe Karte zeigte und ihm Liegestützen aufgebrummte. Der Rap ist deutsch gesungen, nur der Refrain ist Englisch. «Hey Mister Treeman, now listen to me. Only a few hours to go and you will be free», lauter dieser.

Es ist nicht verwunderlich, dass dieser Mister Treeman, was frei übersetzt Herr Baumann heisst, beim Anschauen des Videos Gänsehaut bekam. Inzwischen ist er in die Ferien nach Spanien abgereist. Doch beim Kofferpacken erzählte er dem «Zürcher Unterländer» am Telefon aber noch, wie sehr ihn diese Überraschung gefreut habe und wie schwer ihm der Abschied von dieser tollen Klasse gefallen sei. «Ich bin da gestanden und habe gestaunt. Mein Herz hat gelacht», sagte er.

Und hätte man dieses Telefonat über Skype geführt, so hätte man sicher gesehen, dass Baumann beim Sprechen die Augenbrauen unbewusst bewegte. Auch dieses «Mödeli», das ihm bis zum Moment des Videoclips selbst gar nie bewusst war, packten die Kids auf witzige Art mit in den Clip.

Spezieller Lehrer

Die Kinder beschreiben ihren Lehrer als «nett und speziell». Er habe auch schon mal Glacé spendiert und sich für seine Klasse eingesetzt. «Leistung ist wichtig für ihn. Aber wir wissen, dass es ihm besonders am Herzen lag, dass wir in der Klasse ein Team waren und zusammenhielten», sagt Schülerin Leyla Schweizer und bekommt von den anderen ein zustimmendes Nicken.

Natürlich konnte «Mister Treeman» auch mal ausrasten, wenn es ihm zu viel wurde. Doch die Kids haben ihm das nicht krumm genommen. «Er ist schliesslich auch ein Mensch. Das ist doch normal. Er entschuldigte sich aber jeweils und so war es schon ok», sagt Leyla Schweizer und alle anderen nicken wieder.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 17.07.2017, 17:06 Uhr

Infobox

Auf dieses Überraschungsgeschenk ist auch TeleZüri aufmerksam geworden und hat darüber berichtet. Zu sehen ist der Clip HIER.

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