Zürich

Klassisches Links-Rechts

16 000 Leserinnen und Leser von Tamedia-Titeln haben an der Umfrage zur Lohndumping-Inititiave teilgenommen. Es zeigt sich: Je tiefer das Einkommen, je höher der Ja-Stimmenanteil.

Die UNIA sperrt die Roy Baustelle der Implenia wegen Lohndumpings bei Gipsern (Oktober 2015).

Die UNIA sperrt die Roy Baustelle der Implenia wegen Lohndumpings bei Gipsern (Oktober 2015). Bild: Moritz Hager

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Im Kanton Zürich hatten Tages-Anzeiger, 20 Minuten und die Zürcher Regionalzeitungen (ZRZ) über ihre Internetseiten zur Abstimmungsumfrage eingeladen; zu den ZRZ gehören Landbote, Zürichsee Zeitung und Zürcher Unterländer. Von den kantonalen Vorlagen war die Lohndumping-Initiative Teil der Umfrage.

16 480 Personen äusserten sich dazu. Die Auswertung zeigt: Je tiefer der Lohn, desto eher gab es ein Ja. Von den Befragten mit einem Einkommen von unter 5000 Franken stimmte die Hälfte für eine Annahme. In der nächsthöhren Kategorie bis 7000 Franken sagten noch 42 Prozent Ja, bei den Einkommen von 9000 bis 12 000 Franken waren es nur 32 Prozent.

Frage der Betroffenheit

Die von der Gewerkschaft Unia lancierte Initiative forderte einen verschärften Schutz heimischer Firmen und Arbeitsplätze, die durch illegale Tiefstlöhne ausländischer Bauarbeiter konkurrenziert werden. Das Stimmvolk sagte mit 62 Prozent Nein.

Michael Hermann von der Forschungsstelle Sotomo, welche die Umfrage durchgeführt hat, spricht von einem klassischen Links-Rechts-Schema – «klassisch» in dem Sinne, als es das Unten und Oben in der Hackordnung des Arbeitsmarktes abbildet. Das zeigt sich auch darin, dass von den Personen ohne Berufsabschluss oder mit nur einer Anlehre fast die Hälfte Ja sagte. Bei allen Übrigen (von Berufslehre bis Uni-Abschluss) lag der Ja-Anteil unter 40 Prozent.

Hermann verweist zum Vergleich auf die Durchsetzungsinitiative, bei der sich Links-Rechts weniger im Gegensatz hohes-tiefes Einkommen äussert, sondern vor allem punkto Bildungsgrad und Parteitreue. Letztere war bei der Unia-Initiative auf bürgerlicher Seite eher gering. Laut Umfrage stimmte auch fast ein Fünftel der SVP-Wähler mit Ja. Schweizweit haben 67 000 Personen an der Umfrage teilgenommen. Die Ergebnisse wurden wissenschaftlich gewichtet, um sie repräsentativ zu machen.

Erstellt: 03.03.2016, 18:23 Uhr

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