Klimademos kommen aufs Land

Am Samstag sind Klimakundgebungen ausserhalb der grossen Städte geplant. Zwei Kantischülerinnen stecken mitten in den Vorbereitungen für die Bülacher Demo.

Zu den Vorbereitungen der Klimademonstration vom Samstag gehört für die beiden Kantischülerinnen Simea Probst und Olivia Bernold auch die Gestaltung eines Transparents.

Zu den Vorbereitungen der Klimademonstration vom Samstag gehört für die beiden Kantischülerinnen Simea Probst und Olivia Bernold auch die Gestaltung eines Transparents. Bild: Paco Carrascosa

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Man kennt die Bilder aus den grossen Schweizer Städten. Zehntausende Menschen gehen dort seit sechs Monaten auf die Strasse. Mit ihren Demonstrationen fordern sie unter anderem die Ausrufung des Klimanotstands.

Nun wird die Bewegung erstmals aufs Land getragen. Denn, so die Verantwortlichen: «Die Klimakrise kennt keine Stadt-Land-Grenze.» Koordiniert werden die landesweiten Kundgebungen auf der Internetplattform climatestrike.ch.

Derzeit sind auf der gleichnamigen Website für den 31. August 30 Veranstaltungsorte, von Aarau bis Zollikofen aufgelistet. In Bülach trifft man sich um 13.30 Uhr beim Rathaus. «Eigentlich hätten wir den Beginn gerne auf 5 vor 12 angesetzt, wegen der Symbolik», sagt Simea Probst, eine der Organisatorinnen der Bülacher Kundegebung. Doch dafür habe die Stadt Bülach aus organisatorischen Gründen die Bewilligung nicht erteilen können.

Vom Zuschauen zum Organisieren

Probst, die das Abschlussjahr an der Kantonsschule Zürcher Unterland besucht, gehört zum vierköpfigen Organisationskomitees der ersten Bülacher Klimademo. Sie und ihre Kollegin Olivia Bernold waren bereits an den Klimakundgebungen in Zürich. «Diese haben bei mir das Bewusstsein für den Klimawandel geweckt», sagt Bernold. Gleichzeitig hätte sie gesehen, dass sie mit ihren Anliegen nicht alleine dasteht.

Nun haben die beiden Kantischülerinnen die Rolle gewechselt, werden von Teilnehmenden zu Organisatorinnen. Bewilligung einholen, Flyer drucken und Plakate verteilen: Das haben sie und die anderen Mitglieder des Bülacher Organisationskomitees schon hinter sich.

Ein paar Tage vor der Veranstaltung sind die beiden in einem Korridor des Schulhauses mit dem Bemalen eines Transparents beschäftigt. «Euses Klima – eusi Zukunft»: Diese Botschaft will farbig aufs selbst zugenähte Leintuch gebracht werden. «Wir haben zwar die Erlaubnis erhalten, die Flyer für die Demo in der Schule aufzuhängen und zu verteilen, aber unser Engagement leisten wir ausschliesslich in der Freizeit», betonen die Gymnasiastinnen.

«Wir hoffen schon auf 200 bis 300 Personen»

Die Werbeplakate haben sie auch in zahlreichen Geschäften Bülachs und in den umliegenden Gemeinden aufgehängt. Das Ziel: Ein lauter, fröhlicher, bunter und friedlicher Protest für mehr Umwelt- und Klimaschutz in der Region Bülach mit einer möglichst durchmischten Schar.

«Kämen am Samstag lediglich 100 Personen, wären wir schon etwas enttäuscht», sagt Probst. «200 bis 300 dürften es schon sein», hofft sie. Nach der Besammlung beim Rathaus geht es auf einer vorgegebenen Route knapp zwanzig Minuten durch das Städtchen. Der Verkehr wird dabei nicht tangiert werden. Die Veranstaltung endet mit Reden und Gesprächen auf dem Lindenhof.

Erstellt: 27.08.2019, 17:46 Uhr

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Was der Streik fordert

Die Schweiz soll den nationalen Klimanotstand ausrufen und anerkennen, dass es sich bei der Klimakatastrophe um eine zu bewältigende Krise handelt.

Die Schweiz soll bis 2030 netto null Treibhausgasemissionen ohne Einplanung von Kompensationstechnologien verursachen. Das bedeutet, dass alle durch Menschen verursachten Treibhausgasemmissionen durch Reduktionsmassnahmen wieder aus der Atmosphäre entfernt werden müssen und die Schweiz damit klimaneutral würde.

Gefordert wird Klimagerechtigkeit. Die Schweiz soll ihre Verantwortung als hoch entwickeltes Land wahrnehmen und bei der Bekämpfung der Klimakrise über die Grenzen hinweg Vorreitererin sein.

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