Kloten

Kloten droht ein heisser Frühling

Spätestens seit dem Klotener 3:9-Debakel in Lausanne kommt angesichts des sportlichen Höhenflugs von Rapperswil-Jona in der Flughafenstadt allmählich Abstiegsangst auf.

Klotens Trainer Kevin Schläpfer hat in den drei Partien im Jahr 2018 schon einiges von seinem Team zu sehen bekommen, was ihn nachdenklich stimmen muss.

Klotens Trainer Kevin Schläpfer hat in den drei Partien im Jahr 2018 schon einiges von seinem Team zu sehen bekommen, was ihn nachdenklich stimmen muss. Bild: Keystone

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1962 wird EHC Visp zum ersten und bis heute einzigen Mal Schweizer Eishockeymeister, nach nur 14 ausgetragenen Spielen. Und in der Auf-/Abstiegsbarrage zur NLA setzt sich der NLB-Sieger HC Villars gegen den EHC Basel mit dem Gesamtskore von 13:1 durch, steigt auf und wird schon ein Jahr später Schweizer Meister. Weil die damaligen Verbandsverantwortlichen aber nicht auf Basel in der helvetischen Eliteklasse verzichten wollen, beschliessen sie, die NLA spontan von acht auf zehn Teams aufzustocken. Der EHC Kloten, der im Aufstiegsrennen am übermächtigen HC Villars gescheitert war, steigt so nachträglich am grünen Tisch mit auf.

Die damaligen Klotener Spieler kickten im Sommer 1962 gerade an einem Fussball-Grümpelturnier mit, als die Kunde vom überraschenden Aufstieg sie erreichte. In Nationalliga-Kreisen ging man davon aus, dass die Zürcher Unterländer im Jahr danach ohnehin gleich wieder in die NLB abtauchen würden. Doch es sollte ganz anders kommen. Kloten hielt sich als Siebtplatzierter erstaunlich gut, dafür stieg Basel ohne einen einzigen Punktgewinn (!) in der Liga und nach einer verlorenen Barrage gegen die Zürcher Grasshoppers ab.

So lange wie kein anderer Klub oben dabei

Doch weshalb dieser Rückblick? Weil der EHC Kloten seit damals nie abgestiegen ist, der Verein spielt seit jener Promotion am grünen Tisch seit über 55 Jahren und damit so lange wie kein anderer Klub ohne Unterbruch in der obersten Schweizer Spielklasse. Doch die aktuelle Tabellenlage und der Formstand lassen im Zürcher Unterland langsam, aber sicher Befürchtungen aufkommen, dass Kloten am Ende dieser Saison tatsächlich absteigen könnte.

Zugegeben: Die Relegation wird nicht jetzt entschieden, sondern erst im März. Dazwischen liegt eine lange Meisterschaftspause während der Olympischen Winterspiele im Februar. Vielleicht schafft der EHC Kloten noch das Wunder und sichert sich in der Platzierungsrunde vorzeitig den Ligaerhalt. Die zweite, realistischere Chance wären die Playouts. Wohl gegen das abstiegskampferprobte Ambri-Piotta.

Warnsignale vom Obersee

Und wenn auch das schiefgeht, gibt es eine letzte Chance: die Ligaqualifikation gegen den Meister der Swiss League. Doch in der ehemaligen NLB spielt mit den Rapperswil-Jona Lakers derzeit ein Team gross auf. In der Meisterschaft dominiert die Mannschaft nach Belieben, im Cup hat sie gar den Final erreicht.

Doch den Warnsignalen vom Obersee zum Trotz: Die Lakers haben die Ligaqualifikation noch lange nicht erreicht. In den vergangenen zwei Jahren scheiterten sie vorzeitig. Vielleicht qualifiziert sich ein Team für die Ligaqualifikation, das gar nicht aufsteigen will. Aber eine Garantie dafür gibt es nicht. Kloten könnte ein ganz heisser Frühling bevorstehen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 11.01.2018, 20:51 Uhr

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