Kloten

Kloten im Hoch in die Pause

Kloten hat sich auch im letzten Match vor der Nationalteampause nicht von seinem Weg ab­bringen lassen. Der EHC siegte beim HC Thurgau 4:3. Zittern musste er erst in den letzten Minuten.

Klotens Stürmer Marc Marchon zeichnet sich gegen Thurgau nicht nur mit einem Tor im Boxplay aus.

Klotens Stürmer Marc Marchon zeichnet sich gegen Thurgau nicht nur mit einem Tor im Boxplay aus. Bild: Madeleine Schoder

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Joren van Pottelberghe ärgerte sich. Quasi aus dem Nichts kam der HC Thurgau gegen Kloten ins Spiel zurück. 4:1 führten die Unterländer, als in der 53. Minute innert 24 Sekunden zwei Weitschüsse hinter Van Pottelberghe im Netz landeten. «Abgelenkt, Sicht verdeckt, nochmals ab­gelenkt» – es waren Momente, in denen der Goalie nicht mehr richtig wusste, wie ihm geschah.Und auch seine Vorderleute. Plötzlich wurden sie hektisch, vergassen all das, was sie vorher so gut erledigt hatten. Damit gaben sie dem Schiedsrichter Möglichkeiten, Strafe auf Strafe auszusprechen. Nur noch 4:3 führte Kloten, als Thurgau während 76 Sekunden mit zwei Feldspielern mehr den Ausgleich anstreben konnte. Es gelang nicht mehr. «Unser Boxplay war schlicht hervorragend», lobte Coach André Rötheli. Acht Strafen überstand sein Team ohne Gegentreffer.

Es gab sogar noch mehr zu loben in Unterzahl. Das Duo Romano Lemm / Marc Marchon nämlich, das nach 47 Minuten bei einer Strafe gegen Harlacher das 3:1 erarbeitete. Als kurz darauf Thibaut Monnet im Powerplay das 4:1 schoss, schien die Sache erledigt. Sie war es dann noch nicht. Thurgau nahm den Goalie raus, aber Kloten widerstand dem letzten Ansturm.

Erster Sieg ohne Jokinen

Thurgau - Kloten war das Spitzenspiel der zwei formstärksten Mannschaften aus den letzten zehn Partien: Thurgau hatte 21, Kloten sogar 24 Punkte geholt. Und die Zuschauer bekamen einen unterhaltsamen Match zu sehen. Einen, den Kloten mit drei Powerplaytoren (das 2:1 von Ganz fiel zwei Sekunden nach Ablauf einer Strafe) dominierte.

Kloten zeigte, dass es auch ­ohne Jussi Jokinen siegen kann. Auch wenn des Finnen Nachfolger MacMurchy und Combs nicht dermassen viel Einfluss auf das Spiel hatten wie der 35-jährige NHL-Spieler. Und auch wenn die Leistung nicht mehr so kompakt war wie am Dienstag in Olten. Die Mannschaft lief wieder Gefahr, sich dem Rhythmus des Gegners zu sehr anzupassen. Aber dank des Sieges kann sie mit einem sehr, sehr guten Gefühl in die Nationalteampause gehen. Drei freie Tage geniessen die Spieler, und das haben sie sich auch verdient. Sie haben sich so ziemlich eindrücklich aus dem Oktoberloch herausgearbeitet. Siebenmal in Folge verlor der ­Absteiger da, viele Fragezeichen tauchten auf.

13 Spiele, 11 Siege

In den letzten zehn Partien aber war kein Team der Swiss League besser (oder erfolgreicher) als Kloten. 27 Punkte holte der EHC, Thurgau und Olten als Nummer 2 kommen auf 21. La Chaux-de-Fonds steht noch immer auf Platz 1, gewann in dieser Zeitspanne nur 15 Zähler. Das reicht allerdings noch immer zu zehn Punkten Vorsprung auf Kloten, das weiter zwei Punkte hinter Rang 5 (Visp) liegt. Auf die Phase seit der Niederlagenserie ausgedehnt, fällt Klotens Bilanz noch eindrücklicher aus. Von den 13 Partien, die seit dem Tiefpunkt gespielt wurden, entschieden sie 11 für sich. Einzig in La Chaux-de-Fonds und in Langenthal blieben die Punkte aus.

Im Vergleich zum Saisonstart hat die Mannschaft auf wenigen Positionen Veränderungen erfahren – aber alle waren positiv. Jack Combs kam als zweiter Stürmer, Simon Kindschi als starker Verteidiger, Jussi Jokinen als Mann, der viele auf ein anderes Level treiben konnte. Und dann gelang der Zuzug von Joren van Pottelberghe. Der 21-jährige Schlussmann ist Gewähr dafür, dass Kloten auch in solchen Partien wie gestern eine Siegchance hat. Dass Kloten die Saison mit einem österreichischen Goalie begonnen hatte, ist weiter Vergangenheit. Die Breite im Team ist grösser geworden. Jeder ist in der Lage, Entscheidendes zu leisten. Das war im Oktober noch gar nicht so. Da gab es nur einen ersten Block. Aus dem hat Ryan MacMurchy, der neun seiner zwölf Treffer im Powerplay erzielt hat, zurzeit ein bisschen Mühe.

Mühe hatte man auch, wenn man gestern in der Güttingersreuti arbeiten wollte. Selbst die minimalsten Anforderungen wurden nicht erfüllt. (Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 09.12.2018, 23:19 Uhr

Infobox

Matchtelegramm

Thurgau - Kloten 3:4
(1:1, 0:1, 2:2). Güttingersreuti. – 1730 Zuschauer. – SR Urban, Gianinazzi; Gurtner/Natter. – Tore: 14. Janik Loosli (Parati) 1:0. 17. Sutter (Kellenberger, Combs; Ausschluss Michael Loosli) 1:1. 25. Ganz (Back, Monnet) 1:2. 47. Marchon (Lemm, Kellenberger; Ausschluss Harlacher) 1:3. 50. Monnet (Kellenerger; Ausschluss Fuhrer) 1:4. 53. (52:26) Merola 2:4. 53. (52:50) Wildhaber (Michael Loosli) 3:4. – Strafen: 5x2 gegen Thurgau, 8x2 gegen Kloten. – Thurgau: Schwendener; Seiler, Parati; Steinauer, Collenberg; El Assaoui, Hänggi; Wildhaber, Gurtner; Ryan, Rundqvist, Wydo; Frei, Fuhrer, Merola; Michael Loosli, Hollenstein, Janik Loosli; Zanzi, Lars Kellenberger, Moser. – Kloten: Van Pottelberghe; Kellenberger, Back, Steiner, Ganz; Kindschi, Seydoux; Weber, Harlacher; MacMurchy, Sutter, Lehmann; Wetli, Obrist, Combs; Mettler, Lemm, Marchon; Knellwolf, Monnet, Krakauskas. – Bemerkungen: Kloten ohne Füglister und A. Brunner (verletzt), Bircher (überzählig); Thurgau ohne Brändli, Engeler, Bahar, Vogel (verletzt).

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