Kloten

Kloten lädt zur Stadtplatz-Demokratie

Im Juni dürfen in Kloten alle Interessierten auf dem Stadtplatz über die besten Ideen aus der Bevölkerung abstimmen. Genau dafür hat die Stadt jüngst sogar den Demokratiepreis erhalten.

Bald auch in Kloten? Die Landsgemeinde an einem Sonntag im Mai 2018 in Glarus.

Bald auch in Kloten? Die Landsgemeinde an einem Sonntag im Mai 2018 in Glarus. Bild: Keystone

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Kloten zelebriert heuer die Neuauflage einer speziellen Demokratieform. Am 15. Juni wird auf dem Stadtplatz nämlich eine Landsgemeinde abgehalten. An dem Tag ist zwar kein offizieller Abstimmungstermin anberaumt, dennoch steht die Stadtregierung voll dahinter. Worüber an jenem Samstag in viereinhalb Monaten unter freiem Himmel debattiert wird, ist noch völlig offen.

Das liegt ganz in den Händen – oder besser: in den Köpfen der Klotener Bevölkerung und allen, die sich mit der Flughafenstadt verbunden fühlen. Ab dem kommenden Freitag läuft bis Ende März die Eingabefrist für Projekte, welche Kloten besser oder schöner und die Klotener glücklicher machen sollen. Später werden die besten acht Ideen per Online-Voting für die eigentliche Landsgemeinde auf dem Stadtplatz bestimmt.

Stadtregierung hält sich raus

Bereits am vergangenen Montagabend ist der Startschuss für die sogenannten Botschafter der Klotener Landsgemeinde 2019 gefallen. Im obersten Stock des Stadthauses versammelten sich rund 40 Personen aus Kultur, Gastronomie, Politik, Vereinen, Gewerbe und Bevölkerung. Dort wurden sie von den Organisatoren des urdemokratischen Anlasses begrüsst. Daniel Neukom, der einstige SP-Gemeinderat und 2010 höchster Klotener, ist heute Präsident des Vereins Landsgemeinde Kloten.

«Das ist wirklich eine gute Sache, die sich mittlerweile etabliert hat bei uns», betont er gegenüber dem ZU. Und um die dritte Durchführung so richtig zu lancieren, hat Neukom, massgeblich unterstützt von Vorstandskollege Jean-Luc Kühnis sowie dem Stadtpräsidenten René Huber (SVP) und Stadträtin Regula Kaeser-Stöckli (Grüne), die ausgewählten Gäste auf die Landsgemeinde eingeschworen. «Es sind unsere ‹Schlüsselpersonen›, die die Idee möglichst weitertragen und bekannt machen sollen», sagt Neukom.

Die Stadtregierung wird sich übrigens inhaltlich gänzlich raushalten. Sie unterstützt die Idee dieser urdemokratischen Mitwirkung derweil aber nicht nur ideell, sondern auch finanziell. Schliesslich sind auf die drei besten Ideenvorschläge aus der Bevölkerung 10’000 Franken, 6000 Franken und 4000 Franken Preissumme ausgesetzt. Das Geld soll zumindest als Starthilfe für die Umsetzung der entsprechenden Ideen an die Urheber derjenigen Projekte gehen.

Mitbeteiligung fördern

Kloten als Stadt mit ausgesprochen hoher Bevölkerungsfluktuation und grösster Durchmischung – hier leben Menschen aus 120 Nationen – hat sich nicht nur auf die Fahne geschrieben, das Zusammenleben aktiv zu fördern, sondern tut es mit Projekten wie der Landsgemeinde auch. Das hat man auch ausserhalb Klotens festgestellt. So hat die Neue Helvetische Gesellschaft zusammen mit dem Schweizerischen Gemeindeverband der Stadt den mit 10’000 Franken dotierten Demokratiepreis zugesprochen. Das ist umso bemerkenswerter, als dass die Veranstaltung einst ziemlich kritisiert wurde und vor wenigen Jahren noch beinahe dem Spardruck des eigenen Stadtparlaments zum Opfer gefallen wäre. «Der Preis ist wirklich eine schöne Auszeichnung. Ich bin stolz darauf und empfinde es als eine Ehre», sagt Neukom.

Erstellt: 29.01.2019, 22:40 Uhr

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