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Klotener Schaulaufen zum Saisonrekord

Mit dem 8:1 in Siders feiert der EHC seinen höchsten Saisonsieg und den zwölften Erfolg in Serie. Dank sieben Torschützen baut der Leader seinen Vorsprung auf ebenso viele Pukte aus.

Klotens Marco Lehmann (hier in Winterthur im Herbst 2019) zeichnet sich gegen Sierre als zweifacher Torschütze aus.
Klotens Marco Lehmann (hier in Winterthur im Herbst 2019) zeichnet sich gegen Sierre als zweifacher Torschütze aus.
Madeleine Schoder

29 Jahre, 2 Monate und 12 Tage: So lange ist es her, dass Kloten zum letzten Mal in Siders gewonnen hat. 10:4 lautete damals das Resultat, und so einseitig wie an jenem 27. Oktober 1990 war auch das gestrige Aufeinandertreffen von Unterländern und Unterwallisern. Sierre war ohne Chance gegen den Leader der Swiss League und ging 1:8 unter. Es war Klotens zwölfter Erfolg in Serie.

Für das Team von Per Hanberg wurde der Match früh zum Schaulaufen. Ende Startdrittel zog es innert vier Minuten auf 3:0 davon und brach damit den bescheidenen Widerstand, den Sierre zuvor zustandegebracht hatte. Ohne den verletzten Abwehrpatron Bezina, ohne den angeschlagenen Topskorer Asselin und ohne realistische Chancen aufs Playoff fanden die Walliser auch keine Motivation mehr.

Tore und Nonchalance

Als Lehmann in der 23. Minute auf 4:0 erhöhte, begann dann die Klotener Gala. Es gab Powerplaytore, Shorthander, Weitschusstreffer und sieben verschiedene Torschützen. Lemm konnte seine Übersicht zeigen, Lehmann sein Laufvermögen oder wie beim 7:1 seine starke Backhand (39.). Es gab wunderbare Auslösungen zu sehen, Passstafetten, und auch ein wenig Leichtsinn: Topskorer Faille bereitete den Weg zum einzigen Walliser Treffer durch nonchalantes Verhalten an der blauen Linie. Das wäre beim Stand von 5:0 nicht weiter tragisch gewesen, verhinderte aber den ersten Swiss-League-Shutout von Goalie Luis Janett. Der 19-Jährige hütete zum zweiten Mal in Folge das Tor, weil Dominic Nyffeler krank zu Hause geblieben war. Er war selten gefordert, machte seine Sache aber gut und gewann auch sein viertes Liga-Spiel.

Es war der einzige Wermutstropfen in einem Match, der früh entschieden war und Kloten ­seinen höchsten Saisonsieg bescherte – bisher gehörte dieser einem 7:0 von Anfang Oktober in Kloten, als der Gegner ebenfalls Sierre hiess. Umgekehrt war von der bekannten Siderser Heimstärke überhaupt nichts zu spüren. Der Publikumsaufmarsch blieb gegen den Leader fast 700 unter dem Saisonschnitt. Und die Spieler straften ihren Trainer Lügen. «Es ist noch nicht vorbei», hatte Dany Gélinas vor dem Spiel im Hinblick auf die minimalen ­Playoff-Chancen seiner Mannschaft angekündigt, «wir müssen kämpfen.» Auf dem Eis war davon gar nichts zu sehen: Die ­Walliser vergassen einfachste Deckungsaufgaben und wirkten orientierungslos.

Der relativierende Doppeltorschütze

Die Klotener braucht das nicht zu kümmern. Aber sie sollten sich auf ihren beinahe club­historischen Sieg auch nicht allzu viel einbilden. Dafür wurden sie schlicht zu wenig gefordert. Und wer Doppeltorschütze Lehmann nach diesem 8:1 zuhörte, erhielt auch nicht das Gefühl, dass hier eine Mannschaft im ­Begriff ist abzuheben. «Das ­Resultat täuscht», diktierte der Flügel mit ernster Miene in die Kamera, sein Team habe im zweiten Drittel zwar viele Tore geschossen, aber auch einige Konter zugelassen.

Es spricht für die professionelle Einstellung der Unterländer, dass sie nach einem solchen Kantersieg den Gegner stark ­reden. Aber wenigstens an ­diesem Abend entsprach das in keinem Moment den Gegebenheiten im Rink. Aber wer zwölf ­Spiele in Serie gewinnt, muss wohl auch zu exotischen Begründungen greifen, um sich ein ­wenig zu erden. Und wird wohl kaum öffentlich die nächste Bestleistung ins Visier nehmen: die Serie von 14 Siegen am Stück, die vor sechs Jahren dem EHC ­Olten in der zweithöchsten Liga gelang.

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