Kloten

Klotens Kirchenpflege von Wohnsitzpflicht befreit

Die Reformierte Kirchgemeinde Kloten sucht verzweifelt Kirchenpfleger. Nun sind auch Auswärtige willkommen.

In diesem Wohnhaus am Reutlenweg vermietet die reformierte Kirchgemeinde Kloten per 1. November demnächst 14 Wohnungen.

In diesem Wohnhaus am Reutlenweg vermietet die reformierte Kirchgemeinde Kloten per 1. November demnächst 14 Wohnungen.

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Beten allein hilft nicht mehr weiter. Also haben die Stimmberechtigten der Reformierten Kirchgemeinde Kloten ganz pragmatisch neue Regeln beschlossen. Um ihre vakanten Sitze in der Leitung der Kirchgemeinde baldmöglichst zu besetzen, brauchen Kandidatinnen und Kandidaten nicht mehr in Kloten zu wohnen.

Die bisherige Pflicht innerhalb der eigenen Gemeindegrenzen angemeldet zu sein, entfällt also per sofort. Der Entscheid fiel an der Kirchgemeindeversammlung vom Montagabend, wo 17 stimmberechtigte Mitglieder der reformierten Landeskirche unisono ihren Segen zur dahingehend abgeänderten Gemeindeordnung gaben.

Bezirkskirchenpflegepräsident leitete Versammlung

Mangels einer gewählten Kirchgemeindepräsidentin oder eines Kirchgemeindepräsidenten hatte an diesem Abend der Winkler Bezirkskirchenpflegepräsident Ueli Schwab die Versammlungsleitung in der Flughafenstadt übernommen. Auch weil nicht nur das Präsidium, sondern dazu noch ein weiterer Platz in der siebenköpfigen Klotener Kirchenpflege seit letztem August verwaist ist. Ebenfalls fehlt in Kloten eine reformierte Pfarrperson, nachdem im Sommer vor einem Jahr ein eben erst angekommener Pfarrer aus Deutschland unverhofft wieder abzog.

Und weil die Vakanzen in der Kirchgemeinde seit Jahren auch immer wieder auf internen Knatsch zurückgingen, schaut nun Schwab als Chef des zuständigen Aufsichtsgremiums persönlich zum Rechten. Das scheint sich auszuzahlen. Jedenfalls meinte er zur aktuellen Lage in Kloten: «Das Schiff fährt wieder in ruhigeren Gewässern.» Allerdings verheimlichte er nicht, dass es Probleme gab. «Wir hatten ein turbulentes Jahr mit vielen Veränderungen», sagte er im Klotener Kirchgemeindehaus anlässlich der Versammlung.

CVP-Stadträtin springt ein

Die Aufhebung der Wohnsitzpflicht erlaube es nun, bis im Herbst im ganzen Kanton neue Kandidatinnen und Kandidaten für die zwei vakanten Sitze zu finden. Gespräche hätten schon stattgefunden, allerdings sei da noch lange nichts entschieden. Die Ersatzwahlen hätte eigentlich schon an der jetzigen Versammlung stattfinden sollen, aus Mangel an Interessenten habe man sich nun zu diesem Schritt entschieden.

Neu will Schwab bis im November, wenn die nächste Kirchgemeindeversammlung ansteht, das Personalproblem in Kloten gelöst haben. Oder anders ausgedrückt: Bis Ende Jahr soll das reformierte Klotener Schiff auf der Brücke wieder vollzählig besetzt sein. Ebenfalls teilweise von der Wohnsitzpflicht befreit sind künftig die einheimischen Pfarrpersonen. Nur einer, der gewählten Pfarrer muss fortan noch zwingend in Kloten wohnhaft sein.

Eine Vakanz konnten die 17 Stimmberechtigten schon am Montagabend beseitigen. Der eine noch freie Sitz in der Rechnungsprüfungskommission (RPK) der Reformierten ist mit Klotens Sozialvorsteherin Gaby Kuratli neu besetzt worden. Die reformierte CVP-Stadträtin kehrt damit zurück, hatte sie doch ab 2002 bereits während acht Jahren die RPK der reformierten Kirche präsidiert.

Die Jurte gefällt, geriet aber viel zu teuer

Stadtratskollege Mark Wisskirchen (EVP) musste in seiner Funktion als aktueller Kirchen-RPK-Präsident als einziger Kritik anbringen an diesem Abend. Denn die Bauabrechnung zum Jurtenprojekt im Kirchenpark war massiv teurer geworden als budgetiert.

Statt 200'000 Franken kostete das mongolische Zelt, das als neuer Treffpunkt angeschafft wurde, fast 300'000 Franken. So manches sei nicht vorhersehbar gewesen, hiess es. Anderes musste baulich angepasst werden, wie etwa die Wasserleitungen, der Boden und die Küche, was jedoch auch neuen Mehrwert schuf.

Als effektive Mehrkosten wurden somit noch rund 63000 Franken ausgewiesen. «Wir findens ein gutes Projekt und die Mehrkosten sind gut begründet», befand Wisskirchen und empfahl die Abrechnung zur Annahme. Dies erfolgte denn auch mit 16 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung.

Wohnungen bald fertig

Gar einstimmig genehmigt wurde die Jahresrechnung 2018, die dank massiv höheren Steuereinnahmen bei einem Aufwand von 4,5 Millionen mit einem Plus von rund 1,6 Millionen Franken schliesst. «Eine sensationelles Ergebnis», befand Kirchenpfleger Heiri Brändli und verwies auf den Hauptgrund des sprudelnden Geldes. «So lange die Wirtschaft läuft, wird es so bleiben».

Druckfrisch überbrachte Brändli zum Schluss die neuen Vermietungsbroschüren für ein kircheneigenes Wohnhaus, das sich derzeit noch im Bau befindet. Am Reutlenweg 27, in einem Quartier etwas oberhalb des Bahnhofs, stehen 14 Wohnungen kurz vor der Fertigstellung. «Wir werden jetzt dann mit der Vermietung beginnen», kündigte er an. Wie versprochen lieferte er dazu auch erstmals konkrete Zahlen zu den Mietzinsen. Demnach sind 2,5-Zimmerwohnungen ab 1600 Franken, 3,5-Zimmerwohnungen ab 2250 Franken und 4,5-Zimmerwohnungen ab 2650 Franken zu haben. Die einzige 5,5-Zimmerwohnung ist für 3100 Franken im Angebot. Die Wohnungen sollen auf den 1. November bezogen werden können. Mehr Informationen gibt es unter www.ref-kloten.ch oder via Kirchensekretariat.

Erstellt: 18.06.2019, 15:44 Uhr

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