Bülach

Kubanisches Flair und teuflischer Intervall

Ein neues Konzert im Flügelsaal – ein weiteres Erlebnis für Kammermusik-Liebhaber. Der virtuose Pianist Pervez Mody war Gast im Flügelsaal und stellte nicht nur Werke seines Lieblingskomponisten vor.

Der Pianist Pervez Mody hat nicht zum ersten Mal auf  dem Instrument im Flügelsaal gespielt.

Der Pianist Pervez Mody hat nicht zum ersten Mal auf dem Instrument im Flügelsaal gespielt. Bild: Katarzyna Suboticki

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Die Initiative «klassik@bülach» schafft es seit zehn Jahren, für ihre Konzerte im Flügelsaal hochkarätige Musikerinnen und Musiker nach Bülach einzuladen. So auch am vergangenenFreitag: Diesmal nahm der Pianist Pervez Mody am Klavier Platz und zeigte, wie man Werke von Alexander Skrjabin, Franz Liszt oder Louis M. Gottschalk leidenschaftlich zum Leben erweckt.

Kubaner und Folklore

80 Besucherinnen und Besucher hörten das Konzert des Pianisten, der von der Fachwelt zu den bedeutendsten Skrjabin-Interpreten gezählt wird. Nach seiner ersten Ausbildung in Bombay absolvierte der Pianist Pervez Mody Stipendiat-Studien am Tschaikovsky-Konservatorium in Moskau und an der Musikhochschule in Karlsruhe. Der virtuose Künstler spielt als Solist und mit Orchester in Europa, Asien und Südamerika.

Seine Vielfalt bewies er auch in Bülach. Von Edvard Grieg spielte Mody sechs lyrische Stücke, jedes kontrastreich im Vergleich zum vorherigen und nächsten, wie «Hochzeitstag auf Troldhaugen» op.65, «Zug der Zwerge» op.54 und «Elegie» op. 47. Von Ludwig van Beethoven wählte Pervez Mody für sein Klavier-Rezital «Andante favori», mal im Leichtschritt, dann nachdenklich. Den weniger bekannten amerikanischen Komponisten Louis M. Gottschalk (1829-1869) stellte er vor. «Er war inspiriert von Romantik, Folklore und anderen Ländern». Was man auch in den Stücken merkte. «Danza Cubana» op.37 verzauberte mit «Ojos Criollos», also mit «verführerischen Augen». «Geschrieben hat er es im Stil von Salonmusik, in die Tanz und Rhythmus eingebaut sind», sagte Mody. «Le Bananier» op. 5 war inspiriert von der Musik der schwarzen Amerikaner, in der man die Spuren von Tanz und Gesang merken könnte, sagte Mody.

Skrjabins zwei Seiten

Nicht fehlen durften bei Pervez Mody Werke von Alexander Skrjabin. Als eine seiner berühmtesten atonalen Kompositionen spielte Mody die Sonate Nr. 9 op. 68 «Schwarze Messe». Entstanden zwischen 1911 und 1913, verdankt die Sonate den Namen einerseits den mythisch düsteren Tönen im Allgemeinen und im Speziellen der Verwendung des Tritonus-Intervalls, der aufgrund des Klanges im Barock als teuflisch bezeichnet wurde. Pianist Mody wollte aber auch die weniger bekannte Seite des Komponisten zeigen und verbreiten und wählte als zweites Stück «Vier Préludes» op. 33.

Einen fulminanten Schluss, die drei Zugaben nicht mitgezählt, bot Pervez Mody mit Franz Liszt und der Transkription auf die Serenade von Franz Schubert, «Leise flehen meine Lieder» und der ungarischen Rhapsodie Nr. 2. «Liszt nahm fälschlicherweise an, es sei ungarische Musik, aber es ist Zigeunermusik», erklärte der Künstler.

Begeistert vom mitreissenden Konzert des meisterhaften Pianisten war nicht nur der künstlerische Leiter von klassik@bülach, Daniel Rimensberger. Dieser verriet, dass der Künstler nicht zum ersten Mal im Flügelsaal gespielt habe. «Pervez Mody hat hier seine letzten zwei CD aufgenommen.»

Erstellt: 05.11.2017, 15:50 Uhr

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