Kloten

Kürbiskönig expandiert in Kloten

Mit einem weiteren grossen Hof­laden wollen die findigen Farmer des Jucker-Imperiums das Unterland stärker beackern. Für eine städtischere Kundschaft haben die Bauern den Römerhof zwischen Kloten und Winkel ins Visier genommen. Das Baugesuch ist bereits bewilligt.

Momentan gibts «nur» Kürbisse, später wird das Angebot auf dem Römerhof in Kloten stark ausgeweitet. Geplant ist der Bau eines Hofladens.

Momentan gibts «nur» Kürbisse, später wird das Angebot auf dem Römerhof in Kloten stark ausgeweitet. Geplant ist der Bau eines Hofladens. Bild: Leo Wyden

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Die Lage direkt an der viel befahrenen Hauptstrasse unweit des Autobahnanschlusses Kloten-Nord ist nicht gerade idyllisch, dafür aber strategisch umso besser. Die gute Erreichbarkeit lässt Mar­tin Jucker denn auch froh­locken. Nicht umsonst hat der Ag­ro-Gas­tronom etwas ausserhalb der Flughafenstadt den alten Römerhof für sein bekanntes Farmmarktunternehmen gekauft.

An der Hauptstrasse nach Bülach soll nun auf dem rund zwei Hektaren grossen Areal ein wei­terer Verkaufsstandort des Seegräbener Familienunternehmens der Gebrüder Jucker entstehen. Dazu wurden bereits Ideen gesammelt, der Verkauf getestet und Baugesuche publiziert. «Es wird sicherlich nie so wie in Seegräben werden», meint Mitinhaber Martin Jucker zum neuen Standort in Kloten. Geplant sei aber nichtsdestotrotz «ein cooler Hofladen».

Spätestens ab 2020 gibts auch in Kloten Spargeln

Als Vorbild dient der bestehende Laden auf dem Spargelhof in Rafz, dem ersten Unterländer Jucker-Standort. Auch in Kloten soll ein breites Angebot an eigenen Produkten in den Verkauf kommen. «Wir werden auf dem Römerhof überdies auf Gemüse und Früchte zum Selberpflücken setzen.» Ei­gene Spargeln wie im Rafzer Hofladen werde es ganz sicher auch in Kloten geben, spätestens ab dem Frühling 2020.

Zunächst werde draussen ein «schöner Hofplatz» geschaffen, verrät der Bauherr. Der Laden in einem noch zu erstellenden Neubauteil werde in bewährtem Zimmermannshandwerk erstellt und mit Altholz ausgekleidet.

Ausserdem wollen die neuen Besitzer des Römerhofs mehr Lager­platz gewinnen und eine multifunktionale Scheune errichten. Auf dem rund 100-jährigen Hofareal mitten in der Landwirtschaftszone stehen bereits mehrere Bauten. Die Baubewilligung für die schwereren Arbeiten hat der umtriebige Unternehmer seit Mitte September in der Tasche. Marc Osterwalder vom städtischen Bauamt in Kloten bestätigt: «Das Vorhaben ist zonenkonform und wurde grund­sätzlich bewilligt.» Rekurse seien keine eingegangen.

Kein Restaurant-Angebotwie in Seegräben

Innerhalb der nächsten drei Jahre­ können die Juckers nun mit den Bauarbeiten zur Verwirklichung ihrer Klotener Pläne loslegen. Schweres Gerät wird voraussichtlich erst im nächsten Jahr auffahren, wenn es darum geht, für Neues Platz zu schaffen.

Denn zunächst muss der alte Schweinemaststall samt zugehöriger Anbauten weg. «Das Ge­bäude­ ist total baufällig und nicht mehr zu gebrauchen», sagt Jucker. Während das Wohnhaus, das näher zur Bülacherstrasse hin gelegen ist, «noch tipptopp» sei, ist der neue Eigentümer des Hofs froh, wenn der angebaute Saustall nicht noch einstürze im Winter – falls es denn wieder einmal stärker schneien sollte. Der hintere, am weitesten von der Haupt­strasse entfernte Teil bleibe hingegen bestehen. Der Neubau soll dann zwischen das Wohnhaus und diese lange Halle zu stehen kommen und die beiden Teile verbinden, sagt Jucker.

Einen Gastrobereich oder gar ein Restaurant wie in Seegräben und Jona wird man vor den Toren des Flughafens bei Juckers jüngster Farm vergeblich suchen. «Das ist nicht geplant», winkt der Chef ab. Das Angebot werde sich auf den Hofladen und die Felder zum Selberpflücken beschränken.

Vom gelernten Obstbauerzum Kürbisspezialisten

Martin Jucker ist ursprünglich ge­lernter Obstbauer. Zusammen mit seinem Bruder Beat will er die Bauernhofwelt zum Erlebnis machen. «Das ist unser Ding», beken­nen sie auf ihrer Web­site. Angefangen hatte einst alles mit der verrückten Idee einer Kürbisausstellung.

Zuweilen wurde ihr idyllisch gelegener Hof in Seegräben auf einer Anhöhe über dem Pfäffikersee regelrecht von den Besuchermassen überrannt. Das, respek­tive der Verkehr im Dorfteil, führte auch zu Kritik an ihrem Unternehmen. Trotz allem haben sie sich behauptet und sind gewillt, weiter zu expandieren.

Heute umfasst das Jucker- Impe­rium vier Erlebnisbauernhöfe, zwei Restaurants, einen Pro­duktionshof sowie drei grosse Hof­läden. In Kloten entsteht im nächsten Jahr Juckers vierter Hof­laden. Nebst dem Verkauf von zumeist eigenen Produkten organisieren die Juckers auch Events und Seminare. Zudem gibt es bei ihnen auch eine Hof-Akademie, wo sie ihr Wissen und ihre Erfahrung weitergeben.

Erstellt: 05.11.2018, 22:38 Uhr

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