Rümlang

Kurz und schmerzhaft

Die Gemeindeversammlung am Montagabend hiess drei Jahresrechnungen mit Bauchweh gut.

An der GV in Rümlang drehte sich alles um Finanzen.

An der GV in Rümlang drehte sich alles um Finanzen. Bild: Samuel Schalch

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Eigentlich standen an der Rümlanger Gemeindeversammlung «nur» drei Jahresrechnungen auf der Traktandenliste. Es wurden auch alle drei Rechnungen genehmigt – und dann noch einstimmig. Dennoch sorgte die Versammlung für ein Gefühl der Beklommenheit: Vor den 44 anwesenden Stimmberechtigten (knapp 1 Prozent) stand ein verlegener Gemeinderat und ein noch verlegenerer Sekundarschulpräsident, die keine guten Nachrichten überbringen konnten. Denn beide – die politische Gemeinde sowie die Sekundarschule Rümlang-Oberglatt – verzeichnen 2018 ein Defizit, mit dem sie in diesem Ausmass nicht gerechnet hatten.

Die politische Gemeinde hatte zwar schon im Voranschlag einen Aufwandüberschuss von rund 1,9 Millionen Franken vorausgesagt. Letztlich fiel dieser Überschuss aber deutlich höher aus: auf 3,1 Millionen Franken. Die Jahresrechnung 2018 schliesst mit einem Aufwand von knapp 43,3 Millionen Franken sowie einem Ertrag von rund 40,2 Millionen Franken.

Steigt der Steuerfuss?

In fast allen Bereichen hat die Gemeinde schlechter abgeschlossen als geplant: etwa in der Gemeindeverwaltung, der ambulanten Krankenpflege oder im Finanzvermögen. «In der Vorhersage der Steuereinnahmen haben wir uns massiv vertan», räumte Gemeinderat Roland Niesper ein. Hier seien Massnahmen notwendig. Gleichzeitig sei zu berücksichtigen – auch zur Verteidigung des Gemeinderats – dass über eine Million Franken auf strukturelle Defizite zurückzuführen sind und auf den 2018 fehlenden Finanzausgleich.

Trotz der schlechten Resultate zeigte das Publikum wenig Lust zur Diskussion. Eine Anwesende äusserte die Befürchtung, dass angesichts bevorstehender Investitionen in der Gemeinde der Steuerfuss steigen könnte. Gemeindepräsident Peter Meier-Neves hielt dazu zunächst fest, dass Rümlang bereits ein Projekt zur Standortförderung aufgegleist hat. «Aber die Firmen rennen uns derzeit nicht gerade die Türen ein.» Gegen eine Erhöhung des Steuerfusses spricht in diesem Kontext auch, dass die Attraktivität der Gemeinde zusätzlich sinken würde. Trotzdem stellte Roland Niesper zum Schluss der GV in Aussicht, dass sich die Gemeinde über den Steuerfuss Gedanken machen muss.

In der Sekundarschule Rümlang-Oberglatt schliesst die Jahresrechnung mit einem Aufwand von rund 10,7 Millionen Franken und einem Ertrag von 8,5 Millionen Franken. Damit hat die Schule über 2,1 Millionen Franken mehr ausgegeben als eingenommen – «eine noch nie dagewesene Grössenordnung», kommentierte Schulpräsident Ueli Haab. Er erklärte die Defizite vor allem mit Mietzinskorrekturen für die Jahre 2015 bis 2018, welche zugunsten der Primarschule ausgezahlt wurden. Offenbar sei die Schule aber auch in der Budgetierung der Gemeindesteuern zu optimistisch gewesen.

Investitionen stehen an

Exakt kalkuliert hatte dagegen die Primarschule Rümlang: Aufwand und Ertrag waren im Budget und der Jahresrechnung fast deckungsgleich. Die Schule schliesst das Jahr mit einem Aufwand von rund 18,9 Millionen Franken und einem Ertrag von knapp 17,8 Millionen Franken. Das macht zwar einen Defizit von 1,1 Millionen Franken aus – doch dieser ist rund 300000 Franken tiefer als im Budget vorgesehen. Dies ist auch auf die bereits erwähnten Mietzinskorrekturen zurückzuführen. Barbara Altorfer, Präsidentin der Primarschulpflege, nutzte die Gelegenheit nicht zuletzt, um auf die Schülerzahlen der Primarschule aufmerksam zu machen; sie steigen rasant, während die Schulhäuser bereits «rappelvoll» seien. Und das machte auch den letzten an der GV Anwesenden bewusst, dass auf Rümlang – finanziell gesehen – einiges zukommen wird.

Erstellt: 18.06.2019, 18:17 Uhr

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