Weinland

Lärm dringt stärker ins Weinland ein

Künftig sollen in der Nacht mehr Flugzeuge Richtung Norden starten und nach Osten abdrehen. Davon wäre das südliche Weinland am stärksten betroffen.

Künftig sollen mehr Flugzeuge Richtung Norden starten - das bedeutet auch mehr Lärm für das Weinland.

Künftig sollen mehr Flugzeuge Richtung Norden starten - das bedeutet auch mehr Lärm für das Weinland.

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Es ist das mit Abstand grösste ­Gebiet im Kanton Zürich, das künftig neu von mehr Fluglärm betroffen sein dürfte – das Flaach- und Thurtal im Weinland (siehe Karte). Richtung Norden startende Flugzeuge ab Zürich-Kloten drehen nach Osten ab und überfliegen dieses Gebiet.

Die geplante Veränderung ist Teil des Sachplans Infrastruktur Luftfahrt (SIL), wobei momentan der Entwurf zur Anpassung des sogenannten Objektblattes für den Flughafen Zürich-Kloten vorliegt. Darin sollen die Leitplanken für die weitere Entwicklung des Flughafens festgesetzt werden. Mit diversen Massnahmen soll dessen Betrieb optimiert und sicherer gemacht ­werden. Dazu gehören etwa verlängerte Pisten, überarbeitete Abflugrouten wie zum Beispiel Südstarts geradeaus bei Bise und Nebel.

Mehr Gemeinden betroffen

Ende September erhielten auch die Weinländer Gemeinden Post vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl), um ihre Meinung zu den geplanten Anpassungen abzugeben. «Die erhöhte Anzahl Flug­bewegungen im Nachtbetrieb führen im Weinland zu einer namhaften Ausdehnung des Gebiets mit Lärmauswirkungen», schreiben die Zürcher Planungsgruppe Weinland und der Gemeindepräsidenten-Verband des Bezirks Andelfingen in ihrer gemeinsamen Stellungnahme zuhanden des Bazl. Während bisher primär Berg und Buch am Irchel sowie Dorf betroffen waren, soll sich dieses Gebiet neu auf Flaach, Volken, Humlikon, Henggart, Andelfingen, Adlikon und Thalheim ausdehnen.

Keine «Doppelbestrafung»

Ob im Norden, Süden, Westen oder Osten des Flughafens: In Sachen Fluglärm nehmen auch die 24 Weinländer Gemeinden eine Sowohl-als-auch-Position ein. So will man zwar den Flughafen, aber eben nicht mehr Lärm als andere Regionen. «Die Region Weinland hat sich schon immer für eine Sicherstellung der internationalen Anbindung des Flughafens Zürich als Landesflug­hafen ausgesprochen», heisst es denn auch in der Stellungnahme weiter. Aber auch: «Gleichzeitig ist der Lebensqualität in der Region hohe Priorität zu geben.» So dürfe die Entwicklung des Flughafens nicht höher gewertet ­werden als die Anliegen der Gemeinden, Bevölkerung, Grundeigentümer sowie der Raumplanung und Umwelt. Zudem seien die ­Regionen und Gemeinden im Einzugsgebiet des Flughafens «möglichst gleich zu behandeln». Eine einseitige Nordausrichtung wird denn auch «entschieden abgelehnt». Die Siedlungsentwicklung darf laut den Weinländer Gemeinden «nicht unnötig eingeschränkt werden». Eine «Doppelbestrafung» der betroffenen Gemeinden durch Fluglärm und eine Einschränkung der Siedlungsentwicklung «kann nicht akzeptiert werden». Die Weinländer Gemeinden lehnen die vom Bazl gewollte Änderung in Sachen Lärmauswirkungen ab.

Forderung aus Henggart

Mit gut 2250 Einwohnern ist Henggart die zweitgrösste Weinländer Gemeinde. Im Bazl-Entwurf ist auch Henggart neu indas Gebiet mit Lärmauswirkungen aufgenommen worden. Der Henggarter Gemeinderat fordert eine Bestätigung, dass für vorgesehene Einzonungen «keinerlei Einschränkungen» resultieren.

Erstellt: 27.12.2016, 17:02 Uhr

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