Rafz

Leiche an unbekanntem Ort abgelegt

Ein 36-jähriger Brasilianer gab letztes Jahr zu, Gino Bornhauser getötet zu haben. Dem «Zürcher Unterländer» liegt nun die Anklageschrift vor.

Der mutmassliche Mörder hat das Auto, mit dem er Gino Bornhauser dreimal überrollt hat, auf einem Feldweg mit Benzin angezündet.

Der mutmassliche Mörder hat das Auto, mit dem er Gino Bornhauser dreimal überrollt hat, auf einem Feldweg mit Benzin angezündet. Bild: Feuerwehr Lottstetten

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Im April 2016 spielten sich in Rafz brutale Szenen ab. ein 36-jähriger Brasilianer hat einen Rentner aus Eglisau getötet.Nachdem der mutmassliche Mörder sein Opfer mehrmals mit dem Auto überrollt hatte, liess er die Leiche im Wald liegen und fuhr nach Hause zu seiner Ehefrau und seinen drei Kindern. Den schwarzen Opel Insignia von Gino Bornhauser parkierte er fünf Minuten von seinem Wohnort entfernt in Rafz im Wald, wie es in der Anklageschrift heisst, die seit gestern vorliegt.

In derselben Nacht vom 22.auf den 23. April 2016 fuhr der ­Beschuldigte wieder zurück an den Tatort, wo er die Leiche wenige Stunden zuvor abgelegt hatte. Dort packte er Gino Bornhauser in Abfallsäcke und lud ihn in den Kofferraum des Opel. Daraufhin fuhr er während einer nicht näher bekannten Zeit in der Gegend herum und suchte einen Platz, um die Leiche abzulegen. Wo er den Toten letztlich deponiert hat, weiss der Brasilianer nicht. Staatsanwältin Claudia Kasper mutmasst, dass die Leiche irgendwo im Raum Hüntwangen, Wasterkingen, Hohentengen, Weiach abgelegt ist. Gefunden hat man sie bisher nicht.

Noch nicht für tot erklärt

Dieser Umstand hat einen erheblichen Einfluss auf die Angehörigen von Gino Bornhauser. Fragen zum Erbe, zur Auflösung der Ehe oder zu den Leistungen der Witwen- oder Waisenrente bleiben offen. Die Familie hat erst darauf Anspruch, wenn der Vermisste von einem Gericht für verschollen oder tot erklärt wird.

Einen Schritt dazu leitete das Bezirksgericht Bülach im Juli ein. Es publizierte in der Zeitung einen Verschollenenaufruf. Darin heisst es: «Jedermann, der über das Schicksal von Gino Bornhauser Auskunft geben kann, wird aufgefordert, dem Gericht binnen Jahresfrist Anzeige zu machen. Sollte keine Meldung eingehen, wird der Verschwundene als verschollen erklärt.»

Eine Verschollenenerklärung wird in Betracht gezogen, wenn vernünftige Zweifel am Tod einer Person bleiben. Das heisst: Der Tod eines nicht aufgefundenen Opfers ist möglich oder gar wahrscheinlich. Einen Nachweis für den sicheren Tod gibt es im Fall Bornhauser, trotz Geständnis des mutmasslichen Täters, aber nicht.

Auto mit Benzin angezündet

24 Stunden nach dem Mord war der Brasilianer noch immer damit beschäftigt, die Spuren zu verwischen. Er fuhr mit dem schwarzen Opel Insignia von Gino Bornhauser in das Gebiet Rafz, Solgen, auf den Adenberg, wo er diverse Gegenstände seines Opfers an verschiedenen Orten entsorgte.

In der Folge holte er bei sich zu Hause einen gefüllten Benzin­kanister und deponierte diesen im Fahrzeug, mit welchem er anschliessend über die Grenze nach Deutschland fuhr. Dort parkierte er den Wagen auf einem Feldweg in Lottstetten und schüttete das Benzin in das Fahrzeug. Zuvor entfernte er noch das Kontrollschild. Kurze Zeit nachdem er das Benzin angezündet hatte, kam es zu einer Explosion, wor­auf das Auto vollständig ausbrannte.

Trotz all seinen Bemühungen verhaftete die Polizei den Täter rund einen Monat nach der Tat an seinem Wohnort in Rafz.

Bankkarte hat ihn verraten

Der Brasilianer hatte zwei Bankkarten sowie einen Zettel mit dem angeblichen PIN-Code aus Bornhausers Portemonnaie gestohlen. Der Beschuldigte beauftragte seine Ehefrau, damit Geld zu beziehen. Sie folgte dieser Anweisung und ging zu einem Bancomaten, scheiterte aber mit beiden Karten, da es sich um den falschen Code handelte. Daraufhin bezog sie mit ihrer eigenen Karte Geld, wodurch sie der Polizei den entscheidenden Hinweis lieferte.

Erstellt: 03.09.2017, 19:41 Uhr

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