Dietlikon

Licht und Schatten werden zur Kunst

An der Wende vom längsten Tag des Jahres zur Nacht präsentierte das Atelier Kunst plus neben Werken von drei Künst­le­rin­nen und vier Künstlernaus der Region auch Arbeiteneiner Sekundarschulklasse.

Künstler Grapa Gautschi aus Bassersdorf stellt seinen Kugelbaum aus, der Licht und Schatten wirft.

Künstler Grapa Gautschi aus Bassersdorf stellt seinen Kugelbaum aus, der Licht und Schatten wirft. Bild: Olav Brunner

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Es war in mancher Hinsicht ­eine aus­ser­gewöhnliche Vernissage. Im Atelier Kunst plus an der Dorfstrasse trafen vorgestern Donnerstagabend die Gäste erst um 22 Uhr ein – als das Licht des Tages den Schatten der Nacht wich. Licht und Schatten war das Thema der Ausstellung im Atelier der beiden Galeristinnen Maja Graf und Gabriela Huldi. Auf die kreative Umsetzung der Vorgabe durfte man gespannt sein.Nicht nur das Art-treff-Team stellte ihre Werke zum siebten Mal in der Galerie aus.

Schüle­rinnen und Schüler der Oberstufe im Schulhaus Hüenerweid waren mit von der Partie. Edith Zuber, Gemeindepräsidentin von Dietlikon, eröffnete die Ausstellung. «Noch nie in meinem Leben habe ich zu so später Stunde eine Ansprache halten dürfen», verriet sie. Seit dem letzten Dezember gab es jeden Tag etwas mehr Licht, bis zum nächsten 21. Dezember wird es täglich wieder mehr Schatten geben. Sie wies auf das Zitat hin: «Wo viel Licht ist, ist starker Schatten», das Wolf­gang Goethe seinen Götz von Berlichingen aussprechen liess. Und Zuber dankte den Künstlern und Schülern für ihr kreatives Schaffen.

In diesem Jahr beschloss das Art-treff-Team, Schüler einzu­laden und deren kreative Arbeiten in der Galerie auszustellen. Künstler Paul Nievergelt suchte den Kontakt mit der Schule: «Sehr schnell fanden wir uns zu einer guten Zusammenarbeit.» Schulleiter Reto Valsecchi ­be­stätigte dies und bedankte sich an der Vernissage beim Team: «Es ist nicht selbstverständlich, dass Schüler die Möglichkeit erhal­ten, zusammen mit gestandene Künstlern ihre Werke ausstellen zu können.» Und er wies darauf hin: «Das Fach Kunst und Zeichnen ist genauso wichtig wie Mathe und Deutsch. Im kreativen Schaffen macht sich jeder Schüler auf seinen eigenen Weg. Das kann auch schwer sein, vor allem in der Pubertät. Kunst kann aber Jugendlichen den Mut vermitteln, an eigene Ideen zu glauben.»

Werke beeindrucken durch viel Kreativität

Für die Schule war es ein her­aus­forderndes Experiment, das gelang. Sekundarlehrer Erich Mag­gioni bestätigte: «Die Schüler und Schülerinnen setzten sich mit Begeisterung hinter das Projekt. Die Jugendlichen dürfen jetzt in einem eigenen Raum ihre Werke­ präsentieren.»

Die Werke der Künstlerinnen und Künstler des Art-treff-Teams beeindruckten durch Krea­tivität ihrer Erzeuger. Maja Graf verwendete verpönten Plastikabfall, um Kunst zu schaffen. Ein Kugelbaum des Bas­sers­dor­fers Grapa Gautschi verblüffte durch Licht und Schattenwurf, dem Thema der Ausstellung. Und Fredi Brüderlin zeigte seine Ar­bei­ten aus Alteisen und Messingdraht.

Am Schluss der Vernissage überraschten die Kunstschaffenden ihre Gäste mit einer Performance. Im verdunkelten Atelier erschienen auf einer schwarzen Leinwand einzelne leuchtende Buchstaben, die schliesslich den Um­kehrsatz formten: «Ohne Schatten kein Licht».

Erstellt: 22.06.2018, 17:09 Uhr

Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Hüenerweid sind mit ihrer Umsetzung des Themas ebenfalls in der Ausstellung vertreten.

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