Alkmaar

Lienhard hofft auf Massenspurt

Heute Mittwoch beginnt mit den Zeitfahren der Juniorinnen und Junioren im holländischen Alkmaar die Strassen-EM. Gleich vier Vertreter des Velo-Clubs Steinmaur starten für die Schweiz.

Der Steinmaurer Fabian Lienhard möchte im Strassenrennen der Elite als derzeit bester Schweizer Sprinter seine Stärken ausspielen.

Der Steinmaurer Fabian Lienhard möchte im Strassenrennen der Elite als derzeit bester Schweizer Sprinter seine Stärken ausspielen. Bild: August Widmer

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Als Erste des Steinmaurer Quartetts geht heute Mittwoch Noemi Rüegg ins Europameisterschaftsrennen. Sie startet zum über 22,4 Kilometer führenden Zeitfahren der Juniorinnen. Zwei Tage später steht sie im Strassenrennen über 69 Kilometer erneut im Einsatz. Für die EM scheint die Oberweningerin gewappnet. Am vergangenen Sonntag gewann sie am internationalen Frauenrennen von Zunzgen die Nachwuchswertung mit mehr als vier Minuten Vorsprung. Damit war auch ihr Gewinn der Nachwuchswertung des Schweizer Frauencups perfekt. «Mit dem Sieg in Zunzgen und dem 1. Platz im Frauencup, der Saisonwertung der wichtigsten Schweizer Rennen, habe ich gezeigt, dass ich für die Europameisterschaften gerüstet bin», sagte Rüegg selbst mit Blick auf die Titelkämpfe zuversichtlich.

Morgen Donnerstag startet Mauro Schmid, amtierender Schweizer Meister im Strassenrennen der unter 23-Jährigen, zum Zeitfahren derselben Altersklasse. Nebst ihm, dem Drittplatzierten der Zeitfahr-Schweizer-Meisterschaft, vertritt Zeitfahrmeister Stefan Bissegger die Schweiz. Am Samstag steht Schmid ausserdem im Strassenrennen der U-23-Fahrer am Start der über 138 Kilometer.

Jacobs’ Strassenpremiere

Im Anschluss an die EM tritt Mauro Schmid nicht sofort den Heimweg an: Er nutzt den Aufenthalt in den Benelux-Staaten, um auf der Rückreise noch zwei Rennen in Belgien zu bestreiten. Tipps, wie die Rennen in Belgien ablaufen, kann Schmid bei seinem Vereinskollegen Johan Jacobs einholen. Eher überraschend hat auch Jacobs, bislang ausschliesslich als Querfahrer an internationalen Titelkämpfen im Einsatz, ein Aufgebot von Swiss Cycling für die Europameisterschaft erhalten. «Die letzte Quer-Saison war verkorkst. Deshalb habe ich meine Tätigkeit auf die Strassenrennen verlegt», erzählt der 22-Jährige aus Berg am Irchel. Der Wechsel scheint ganz erfolgreich zu verlaufen. Jacobs, der als einziger Nicht-Belgier für das Nachwuchsteam von Lotto Sudal fährt, fuhr, hierzulande praktisch unbemerkt, im Klassiker Paris–Roubaix auf den 2. Platz der unter 23-Jährigen.

Im Elite-Strassenrennen vom Sonntag, das über 176 Kilometer führt, steht Fabian Lienhard im Einsatz. Der Steinmaurer startet als einer von sechs Schweizern. Als Teamleader gehen Michael Albasini und der Ex-Schweizer-Meister Silvan Dillier ins Rennen. Falls es in Alkmaar zu einem Massenspurt kommt, dürfte indes Lienhard aus Schweizer Sicht im Fokus stehen. Denn mit drei Etappenplatzierungen unter den ersten zehn an der Tour de Suisse und einem 7. Rang in der Schlussetappe der Elsass-Rundfahrt, als nicht weniger als 100 Fahrer um den Tagessieg spurteten, hat Lienhard gezeigt, dass er derzeit der beste Schweizer für Massensprints ist.

Günstiges Streckenprofil

Für Fabian Lienhard ist die Ausgangslage vor der Europameisterschaft deshalb klar: «Ich hoffe, dass es zu einem Massenspurt kommt. Dann kann ich sicher dafür sorgen, dass die Schweiz vorne dabei ist.» Mit einem Spitzenplatz könnte der 25-Jährige beste Reklame in eigener Sache machen – und sich für einen Platz in einem Profiteam in der kommenden Saison empfehlen.

Die Aussicht auf einen solchen Massenspurt steht nicht schlecht: «Die Strecke in Holland ist nicht allzu anspruchsvoll, da dürften Animatoren wohl kaum durchkommen. Etliche Ländermannschaften, wie zum Beispiel die Deutschen, werden auf einen Sprint hinarbeiten. Das kann mir recht sein.»

Erstellt: 06.08.2019, 22:22 Uhr

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