Winkel

«Man verkauft eher etwas, wenn man die Leute kennt»

winkel Im Breitisaal fand zum dritten Mal ein Koffermärt statt. Während die Aussteller zahlreich und aus allen Ecken der Schweiz nach Winkel kamen, blieb der Besucheraufmarsch in einem überschaubaren Rahmen.

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Die Umstände, unter denen der diesjährige Anlass abgehalten wurde, hätten sicher besser sein können. Einerseits lockte das sommerliche Wetter die Leute wohl vermehrt ins Freie; andererseits waren noch Schulferien. Dennoch zeigte sich die Organisatorin Jacqueline Plöntzke aus Niederweningen zufrieden: Nachdem der Morgen eher ruhig gewesen sei, habe es nach Mittag angezogen. «Ich hatte den Eindruck, dass die Leute, die hier waren, auch kauften.»

Auslage ausleuchten, um aufzufallen

Der Märt wollte sich dem Publikum als Augenweide präsentieren. Von A wie Amigurumi-Tierchen bis Z wie Zuckerdosen wurde das schier unendlich erscheinende Angebot an Geschenken, Accessoires, Kleidungsstücken und Handwerkskunst in liebevoll ausgeschmückten Koffern präsentiert. Eine Ausstellerin von selbstgestrickten Babysachen hatte ihre Auslage mit einer Beleuchtung ausgestattet. Das müsse so sein, sonst falle man gar nicht auf, meinte die junge Dame aus Buchs.

Einen kurzen Anfahrtsweg hatte die Künstlerin Edith Pfister aus Lufingen, die ihre «kreativen Mitbringsel» aus Beton, hauptsächlich Gartenzwerge und Wichtel, zur Schau stellte. «Der Märt in Winkel ist für mich sympathisch, weil er so nahe liegt», fand Pfister. Gar ein Heimspiel war der Märt für Rosmarie Nägeli aus dem benachbarten Bülach. «Man verkauft eher etwas, wenn man die Leute, die einen besuchen kommen, auch kennt», brachte es die passionierte Patchwork-Gestalterin auf den Punkt. Sie bedauerte, dass es in Bülach keinen solchen Anlass mehr gebe.

Mit Konkurrenten fachsimpeln

«Um zu schnuppern» nahm Sabrina Isenschmid aus Gutenswil zum ersten Mal, an einem Koffermärt teil. Mit im Gepäck: Holzschilder, Erinnerungsboxen und Schlüsselanhänger. Ihr Ziel, die Standmiete von 50 Franken zu decken, hatte sie bereits am frühen Nachmittag erreicht. Noch schöner wäre es gewesen, gar mit einem leeren Koffer wieder nach Hause zu fahren, ergänzte ihr Ehemann.

Von etwas weiter her, aus dem luzernischen Rothenburg, brachte Dorina Huber ihre «Häkeleien mit Herz» nach Winkel. Weil es Sonntag sei und auf den Strassen weniger Verkehr herrsche, mache ihr die gut einstündige Reise nichts aus. Im Gegenteil: «Man sieht wieder einmal andere Leute und trifft auch immer wieder auf neue Gleichgesinnte, mit denen man fachsimpeln kann.» Dass Oriana Geissberger aus Birr mit ihren Etageren vor Ort war, führte sie auf die Bekanntschaft mit der Organisatorin Plöntzke zurück.

Beide haben sich auf einer Internet-Plattform kennen gelernt. Ihre Kreationen verkaufe sie hauptsächlich über Facebook, an Anlässen wie diesem nehme sie höchstens drei- bis viermal pro Jahr teil. Sie betreibe das Gestalten von Etageren als Hobby, leben müsse sie davon nicht, meinte Geissberger.

Rund 100 Bewerbungen seien für den jüngsten Anlass eingegangen, bestätigte Jacqueline Plöntzke. Aus Platzgründen konnte sie jedoch nur 80 Aussteller berücksichtigen. Sie habe bei der Auswahl speziell darauf geachtet, dass für jeden Geschmack und Stil etwas dabei war. Im Weiteren sei ihr auch eine gute Durchmischung wichtig gewesen. Um dies zu garantieren, hätten heuer vor allem Anbieter von Schmuck- und Häkelsachen eine Absage erhalten.

Mittlerweile gebe es in der Schweiz so etwas wie eine eigene Koffermärt-Szene. Viele ihrer Aussteller, von denen sie wisse dass sie auch qualitativ gute Sachen im Angebot hätten, kennt die Organisatorin persönlich. Aufgrund von schlechten Erfahrungen, die sie einst als Ausstellerin machen musste, entschied sie sich vor drei Jahren, selber einen solchen Anlass zu organisieren.

Einfach einen Raum mieten, Tische aufstellen und ein paar Leute einladen ohne Werbung zu machen, genüge nicht. Als ehemalige Organisatorin des Buchser Weihnachtsmarktes sei sie sich sicher gewesen, dass sie einen Koffermärt besser hinkriege.

Zeitpunkt 2018 erst nach den Herbstferien

Der Erstlingserfolg gab ihr Recht. Seither sind fünf weitere Anlässe hinzugekommen, zwei davon in der Zentralschweiz und einer in diesem Frühjahr an ihrem Wohnort Niederweningen. Auch nächstes Jahr soll in Winkel erneut ein Koffermärt stattfinden. Der Breitisaal sei vom Ambiente her geeignet und habe eine ideale Grösse.

Zudem gebe es genügend Parkplätze und die ÖV-Erschliessung sei optimal. Nur den Zeitpunkt wolle und müsse sie ändern: Anstatt während der Herbstferien plant Plöntzke den Märt wieder Ende Oktober/Anfang November durchzuführen.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 16.10.2017, 13:52 Uhr

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