Bachenbülach

Manor schliesst Filiale in Bachenbülach nach nur drei Jahren

Per Ende April geht die Manor-Filiale in Bachenbülach zu. Sie zieht zu wenig Kunden an. 27 Angestellte sind betroffen.

Etwas mehr als drei Jahre nach ihrer Eröffnung wird die Manor-Filiale in Bachenbülach wieder geschlossen.

Etwas mehr als drei Jahre nach ihrer Eröffnung wird die Manor-Filiale in Bachenbülach wieder geschlossen. Bild: PD

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Als Vorzeigeladen wurde sie angepriesen, die Manor-Filiale in Bachenbülach, als sie Ende September 2016 ihre Eröffnung feierte. Auf rund 3000 Quadratmeter wurde die Inneneinrichtung von dem auf die Gestaltung von Ladenflächen spezialisierten Designerstudio Malherbe Design Paris entworfen. Bachenbülach war die Pilotfiliale, die ein Konzept von niedrigen Regalen, klar abgegrenzten Bereichen und einer neuen Übersichtlichkeit in die Manor-Läden bringen sollte.

Nach nur etwas mehr als drei Jahren wird das Warenhaus bereits wieder Geschichte sein. Im Zuge einer grossen Umstrukturierung hat Manor gestern mitgeteilt, dass die Filiale geschlossen wird. «Die Besucherfrequenz im Industriegebiet von Bülach ist unzureichend, um den Standort langfristig wirtschaftlich betreiben zu können», erklärte Mediensprecher Andreas Richter. Darüber hinaus habe sich auch die Konkurrenzsituation an diesem Standort in den letzten Jahren noch verschärft, sagte Richter weiter. Mitverantwortlich für den Entscheid ist gemäss der Medienmitteilung zudem, dass Manor nach jahrelangem Rechtstreit per Ende Januar definitiv auch seinen sogenannten Flagship-Store an der Bahnhofstrasse in Zürich schliessen muss. «Manor muss deshalb in diesem Jahr eine beträchtliche finanzielle Einbusse kompensieren.» Die Schliessung in Zürich sei zwar nicht der ausschlaggebende Punkt gewesen, habe den Druck aber verschärft.

Von dem Entscheid sind 27 Manor Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen. «Manor setzt alles daran, dass die betroffenen Mitarbeitenden innerhalb der Manor Gruppe oder auf dem regionalen Arbeitsmarkt eine Weiterbeschäftigung finden werden», steht in der Medienmitteilung. Ein Sozialplan werde erarbeitet.

Verlust war bedeutend

Schon vor ein paar Monaten gab es konkrete Hinweise darauf, dass es um den Standort Bachenbülach nicht gut stand. So wurde etwa das kleine Bistro geschlossen – auch damals aus «Frequenz- und Profitabilitätsgründen». Genauere Zahlen zum Geschäftsverlauf gab Manor damals aber nicht bekannt und auch heute schweigt man sich darüber aus, wie viel Umsatz man konkret in Bachenbülach generierte. «Für die Grösse des Warenhauses war der Verlust bedeutend», sagt Mediensprecher Richter nur. Das war offenbar schon länger der Fall. «Etliche Versuche, den Standort attraktiver zu gestalten, blieben bedauerlicherweise ohne Erfolg», so Richter.

Was aus dem Gebäude wird, ist noch nicht bekannt. «Das Gebäude wurde gemeinsam mit dem Jumbo-Baumarkt errichtet», erklärt die Medienstelle. Die Jumbo-Baumärkte gehören wie die Warenhauskette Manor der Maus Frères Holding, einem Schweizer Unternehmen mit Sitz in Genf, welches daneben auch an zahlreichen weiteren Unternehmen wie Lacoste und Gant beteiligt ist. Die durch die Schliessung des Warenhauses in Bachenbülach freiwerdende Fläche geht deshalb nun an Jumbo zurück.

Kunden überrascht

Dass der Manor in Bachenbülach schliessen muss, kam für viele Kundinnen und Kunden überraschend. «Was, dieser hier?», fragte eine auf die Schliessung angesprochene Kundin verwundert. «Dass macht doch keinen Sinn, wenn alle Manor-Filialen schliessen müssen. Wo hat es dann noch eine?» Auch eine Bewohnerin aus Bülach verstand die Entscheidung von Manor nicht. «Ich bin ein Manorfan und derjenige in Bachenbülach war immer ein Grund, um hierhin einkaufen zu kommen. Als Einwohnerin von Bülach habe ich es geschätzt, dass es bei uns im Industriegebiet alles hat. So mussten wir auch nie in die Grossstadt.» Dass der Manor an der Bahnhofstrasse in Zürich schliessen muss, sei ihr egal gewesen, aber den Manor in Bachenbülach habe sie – auch wenn er klein sei – sehr geschätzt. Auch eine andere Passantin fragte sich, warum erneut ein Einkaufsladen schliessen muss. Ihre Kollegin meint dazu: «Ein Grund ist sicher das Online-Shopping. Eigentlich sollte man das verbieten. Immer mehr Leute kaufen fast nur noch übers Internet ein. Deshalb verlieren solche Läden ihre Existenz und dies führt dann zu Arbeitslosigkeit.»

Erstellt: 10.01.2020, 14:22 Uhr

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