Wallisellen

Markanter Neubau ersetzt alte Bankfiliale

An der Walliseller Bahnhofstrasse verändert sich das Ortsbild rasant. Das neuste Bauprojekt sieht ein auffälliges Geschäftshaus der Raiffeisenbank vor.

Das alte Bankgebäude (links) an der Bahnhofstrasse 1 wird momentan für den Abbruch vorbereitet. Ab 2021 wird der neue Sitz der Raiffeisenbank in Wallisellen im neuen Gebäude (rechts) zu finden sein.


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Wallisellen verwandelt sich unaufhaltsam in eine Kleinstadt. Die Gemeinde, die sich selber zuweilen noch lieber als Dorf sieht, erhält immer urbanere Züge.

Dies zeigt sich momentan besonder gut an der Bahnhofstrasse, wo der Wandel gut sichtbar ist und in nächster Zeit anhalten wird. Dort, am oberen Ende, wo Rotackerstrasse und Bahnhofstrasse kurz vor dem Doktorhaus-Kreisel in einem Spitz zusammenlaufen, höhlen Arbeiter derzeit ein altes Geschäftshaus aus.

«Es ist eine grosse Investition und stellt einen wichtigen Schritt dar für uns»

Aussen wurde schon vieles entfernt. Unten drin war lange Jahre eine Videothek eingemietet, während in den oberen Etagen die Raiffeisen Bank ihre Kunden empfing. Inzwischen steht das Haus leer. Für rund acht Millionen Franken erstellt die örtliche Raiffeisenbank als Ersatz ihres bisherigen Sitzes nämlich einen stattlichen Neubau. «Es ist eine grosse Investition und stellt einen wichtigen Schritt dar für uns», sagt Roger Felder, Chef der betreffenden Raiffeisen-Genossenschaft Oberembrach-Bassersdorf, zu deren Einzugsgebiet auch Wallisellen gehört.

«Ende August wird das Gebäude abgebrochen», sagt er. Bis dahin müssen noch Altlasten entfernt werden. Eine zusätzliche Herausforderung stelle die in den Bau integrierte Trafostation dar, welche erhalten bleiben müsse. Schon vor über einem halben Jahrhundert sei dieses Nutzungsrecht des Stromanbieters rechtlich im Grundbuch eingetragen worden. «Wir werden die Trafostation neu erstellen und unser Gebäude darum herum neu aufbauen», erklärt Felder. Der Neubau dürfte zu einem Blickfang werden, so markant ist das moderne Haus in seiner Formensprache und den grossen Fenstern gestaltet.

Grundstück gehört der Bank

Von den vier Niederlassungen der Genossenschaft in Oberembrach, Bassersdorf, Effretikon und eben dieser in Wallisellen, ist letzterer der einzige Standort, der auch wirklich der Raiffeisen selbst gehört. Überall sonst sei man eingemietet. Am neuen Sitz an der Bahnhofstrasse wird Platz für 32 Büroarbeitsplätze entstehen.

Das Team in Wallisellen werde etwas anwachsen. Einige Mitarbeiter aus Bassersdorf sollen hierher wechseln. Raiffeisen wird aber an allen bisherigen Standorten präsent bleiben. Die Digitalisierung erfordere gewisse Anpassungen des Angebots, erklärt der Chef. Das klassische Schaltergeschäft mit Transaktionen spiele dabei eine untergeordnete Rolle. Fortan werde man drum stärker auf automatisierte Dienstleistungsstationen für Ein- und Auszahlungen sowie Überweisungen setzen. So biete man in Wallisellen künftig auch einen neuen 24-Stunden-Safe-Service an, wo Kunden permanent Zugang haben zu ihrem Bankschliessfach.

Allgemein soll eine möglichst flexible Nutzung der Räume erreicht werden. «Niemand weiss ja genau wie das Bankgeschäft in 20 Jahren aussehen wird», erklärt der CEO der Genossenschaft. Hauptgeschäft von Raiffeisen sind vorderhand Hypotheken und die Wohnbaufinanzierung. Da gehe es um Lebensträume und grosse Sachen, die man – Digitalisierung hin oder her – nicht schnell am Computer durchklicken, sondern in einer guten Atmosphäre mit einem menschlichen Gegenüber besprechen wolle, ist Felder überzeugt. Deshalb werde man im Haus vor allem auf Beratungsräume mit einem behaglichen Ambiente setzen. Kunden sollen sich fühlen wie in der eigenen Wohnstube, findet er.

Platz für Veranstaltungen

Der oberste Stock im viergeschossigen Neubau wird der Bank hingegen als multifunktionaler Konferenz- und Sitzungsstandort dienen und mit einer Cafeteria-Ecke ausgestattet sein. Diese Räume werden unabhängig vom restlichen Bankbetrieb nutzbar sein, so der Plan. «Dort wollen wir Kundenanlässe, Workshops, Apéros durchführen oder auch mal Vereinen einen Sitzungsraum anbieten», sagt Felder.

Verantwortlich für die Architektur ist das Büro der umtriebigen CH-Architekten. Sie haben nicht nur den neuen Raiffeisenbau entworfen, sondern auch das Mittim-Geschäftszentrum am Bahnhof von Wallisellen. Am aktuellen Wandel sind sie auch mit der zentrumsnahen Überbauung «Upgreat» beteiligt, die sich auch an der Bahnhofstrasse befindet. Schräg gegenüber der Migros entstehen bis im August 2020 vier neue Häusern mit 39 modernen Eigentumswohnungen. Im Sommer 2021 soll dann der Raiffeisenneubau bezugsbereit sein. Bis dahin bietet die Bank ihre Dienstleistungen direkt gegenüber des alten Standorts an, wo seit kurzem auch ein mobiler Bancomat im Vorgarten steht.

Erstellt: 23.07.2019, 18:40 Uhr

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