Bülach

Bülach und Markus Studer gehen getrennte Wege

Überraschender Knall im EHC Bülach. Der Tabellen-Neunte der dritthöchsten Liga MSL hat sich per sofort von seinem Trainer und Sportchef Markus Studer getrennt.

Der nun plötzlich geschasste Trainer Markus Studer behielt an der Bülacher Bande stets den Überblick.

Der nun plötzlich geschasste Trainer Markus Studer behielt an der Bülacher Bande stets den Überblick. Bild: Heinz Diener

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Das Erfreuliche vorneweg: Um den EHC Bülach müsse man sich keine Sorgen machen, sagt Vereinspräsidentin Corinne Thomet. Im 1942 gegründeten Klub können die rund 250 Spieler der fünf Aktiv- und sechs Juniorenteams weiterspielen. Zudem bietet der Klub eine Hockeyschule an, wo der faszinierende Sport einer breiten Schicht Kinder unverbindlich nähergebracht wird. Die Philosophie des EHC Bülach hat und hatte früher schon Erfolg. Im Unterländer Traditionsverein haben neben anderen Legende Felix Hollenstein oder Reto Berra, Marco Bührer und Severin Blindenbacher das Eishockey-Abc erlernt.

Der EHC Bülach dürfte so auch in Zukunft für Grossklubs Zulieferer von Talenten sein. Aber, führt Corinne Thomet aus, «es zeichnete sich einfach ab, dass unsere Finanzen ein Thema sind». Deshalb wurde aus wirtschaftlichen und strukturellen Gründen der Vertrag mit Headcoach und Sportchef Markus Studer für die Folgesaison 2019/2020 nicht verlängert. Das wiederum hat nun dazu geführt, dass die Trennung nicht am Ende des aktuellen Vertrages, im kommenden Frühling, erfolgt, sondern per sofort. Konkret: Am vergangenen Samstag coachte Markus Studer Die Eisbären im Heimspiel gegen Wiki-Münsingen. Gestern Mittwoch in Chur stand Ramon Schaufelberger bereits an der Bülacher Bande. Studer über seinen schnellen Abgang: «Ich war überrascht und enttäuscht.»

Schaufelberger interimistisch

Der 32-jährige Ramon Schaufelberger, der als Spieler zwei Saisons in der NLB, der heutigen Swiss League, für den HC Thurgau und danach neun Jahre lang in Bülach gespielt hatte, wird das wohl auch in den kommenden Wochen tun. «Ramon übernimmt interimistisch das Coaching des MSL-Teams», klärt Corinne Thomet auf. Seit Anfang dieser Saison trainiert Schaufelberger mit Erfolg die Bülacher Elite-B-Junioren. Schaufelberger tritt in grosse Fussstapfen. Denn Markus Studer hat in Bülach erfolgreich gearbeitet.

Selber hat der 53-Jährige drei Jahre lang in der NLA für Ambri-Piotta gespielt. Mit Bülach ist er als Spieler zweimal in die NLB aufgestiegen und hat dort danach erfolgreich um Punkte gekämpft. Als Trainer ist er zuerst Juniorenteams vorgestanden. Danach zehn Jahre lang dem EHC Winterthur, in der 1. Liga und in der Swiss League. In der Eulachstadt amtete er zusätzlich als Sportchef.

Bülach führte Studer in seiner ersten Saison in der neu geschaffenen, eingleisigen dritthöchsten Liga MSL in die Playoffs. Die Eisbären schafften ebenso die Qualifikation für die Sechzehntelfinals des Swiss Ice Hockey Cup 2018/2019. Dort trafen sie auf den amtierenden Meister ZSC Lions. Die Euphorie im Unterland war gross. Über 2000 Fans begehrten in der altehrwürdigen Hirslen Einlass zu dieser Partie. Das Stadion war ausverkauft. Noch beeindruckender war die Leistung der Unterklassigen. Sie verpassten nur knapp eine Verlängerung. In der 59. Minute erzielte der ZSC das 3:2. Sieben Sekunden vor Schluss traf der Bülacher Dennis Barts nur den Pfosten.

Sieg im Match 1 nach Studer

Auch in der Meisterschaft bot das Team von Trainer Markus Studer gute Leistungen. Vor sechs Wochen zog sich Bülachs Captain Aurelio Lemm, der 2008 mit dem ZSC Schweizer Meister geworden war, eine schlimme Schulterverletzung zu. Bis heute fiel der stärkste Bülacher Spieler aus. Wie lange noch, weiss man nicht. Natürlich litten die Bülacher Resultate auch unter Lemms Fehlen. Studer begründete jedoch selbst die schwächeren Auftritte seines Teams nie mit dem Ausfall des besten Akteurs.

Gestern Abend, im ersten Spiel ohne Studer an der Bande, setzte sich Bülach beim MSL-Tabellenletzten Chur Capricorns klar 5:1 durch. In der Rangliste bleiben die Eisbären unverändert mit einem Punkt Rückstand auf Thun auf dem 9. Platz. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 05.12.2018, 22:55 Uhr

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