Verkehrsunfallstatistik

Mehr Fahrradunfälle wegen des heissen Sommers

Im letzten Jahr ereigneten sich im Kanton Zürich über 1300 Unfälle mit Velos oder E-Bikes. Unterländer Velohändler empfehlen, Fahrkurse zu besuchen.

Die Anzahl schwerer Unfälle von Zweiradfahrern im Kanton Zürich ist im vergangenen Jahr angestiegen.

Die Anzahl schwerer Unfälle von Zweiradfahrern im Kanton Zürich ist im vergangenen Jahr angestiegen. Bild: Keystone

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Der Sommer 2018 war ausserordentlich lang, trocken und heiss. Das Geschäft der Unterländer Velohändler boomte. Roman Gschwend ist Inhaber des «Velo Lade Nüeri» in Nürensdorf. Er sagt: «Wir können anhand des Wetters jeweils abschätzen, wie gut der Verkauf läuft.» Deshalb überrascht es auch nicht, dass im vergangenen Jahr die Anzahl schwerer Unfälle von Zweiradfahrern im Kanton Zürich angestiegen ist. Bei rund 80 Prozent aller Schwerverletzten und Getöteten handelt es sich um Fussgänger und Zweiradlenker, heisst es in der gestern vorgestellten Verkehrsunfallstatistik. Sie gehören zu den sogenannten «ungeschützten Verkehrsteilnehmern». Heisst, sie profitieren nicht im gleichen Mass von den technischen Schutzsystemen, welche den Lenkern von Personenwagen zu Verfügung stehen. Anzumerken ist jedoch, dass über die Hälfte aller schweren Zweiradunfälle selbstverschuldet sind.

Theorie und Praxis

Vor allem E-Bikes erfreuen sich weiterhin an grosser Beliebtheit. Roman Gschwend empfiehlt seinen Kunden, auf dem Elektrofahrrad einen Helm zu tragen. Weiter soll ein Rückspiegel montiert werden. «Wer sich auf dem Fahrrad dreht, um nach hinten zu schauen, kann schnell in die Mitte der Fahrbahn schwenken», sagt er. Der Laden-Inhaber rät seinen Kunden ausserdem, einen Fahrtechnikkurs für E-Bikes zu besuchen.

Einen solchen bietet beispielsweise der Touring Club Schweiz (TCS) an. Auf der Website heisst es: «Der Kurs beinhaltet zu Beginn einen ausführlichen Theorieteil. Es werden die gesetzlichen Hintergrundinformationen wie Vorschriften, Fahrberechtigungen und Versicherung vermittelt. Die Gefahren im Verkehr werden ebenso angesprochen wie das richtige Verhalten.» Nach einer Einführung wird dann das richtige Schalten und Bremsen geübt. Zudem steht ein Geschicklichkeits-Parcours bereit. Geeignet ist der Kurs für Personen, die noch nie ein Elektrovelo gefahren sind aber auch für E-Bike-Fahrer, die sich weiterbilden wollen.

Kurs mit Stadtpolizist

Roman Gschwend ist sich bewusst, dass längst nicht alle seine Kunden einen Kurs besuchen. «Die Rückmeldungen von jenen, die an einem solchen teilgenommen haben, waren aber sehr gut.» Es sei schwierig, erwachsenen Personen etwas vorzuschreiben. «Letztlich ist es jedem selber überlassen, wie er sich auf dem Fahrrad schützt.» Das Bülacher Geschäft «Velobirrer» führt für seine Kunden gar selbst Kurse durch. Mitarbeiter Joel Glanzmann sagt: «Die Kurse sind speziell auf E-Bike-Fahrer ausgerichtet und werden jeweils von einem Bülacher Stadtpolizisten begleitet.»

Die Kantonspolizei prüft nun, ob eine neue Zweiradkampagane für die Zielgruppe der 40- bis 65-Jährigen entwickelt werden kann. Diese Altersgruppe verunfallt auf dem Fahrrad am häufigsten schwer. Bereits jetzt hat die Kantonspolizei mehrere Dokumente zum richtigen Umgang mit E-Bikes auf ihrer Website aufgeschaltet. Als Hauptursache für die Unfälle wird dort die Geschwindigkeit genannt. Diese werde oft unterschätzt. Zudem haben E-Bikes ein höheres Gewicht als herkömmliche Velos, was ebenfalls zu schwereren Unfallfolgen führen kann. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 14.03.2019, 17:59 Uhr

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