Zürich

Michel Müller darf Präsident bleiben

Die reformierte Kirchensynode hat den amtierenden Kirchenratspräsidenten - trotz Gegenkandidaten - im Amt bestätigt.

Michel Müller bleibt Kirchenratspräsident.

Michel Müller bleibt Kirchenratspräsident. Bild: Johanna Bossart

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Nach acht Jahren im Amt darf Michel Müller weitere vier Jahre als Kirchenratspräsident wirken. 67 von 118 Synodalen gaben ihm am Dienstag Morgen bei der ersten Sitzung des neugewählten Kirchenparlaments die Stimme. Der 55-Jährige ist seit 2011 Kirchenratspräsident und war vorher 17 Jahre lang in Thalwil als Gemeindepfarrer tätig.

Ein anonymes Komitee unter der Führung von zwei abgetretenen Synodalen hatte Anfang Sommer zwei Gegenkandidaten aufgestellt. Vor allem beim kircheninternen Reformprozess Kirchgemeindeplus gehe Müller zu forsch ans Werk und stosse diejenigen vor den Kopf, die anderer Meinung seien.

Keine Chance für Gegenkandidaten

Die beiden Sprengkandidaten, die Volketswiler Pfarrerin Gina Schibler, die während 15 Jahren in Erlenbach am Zürichsee wirkte, und der Hittnauer Pfarrer Marcus Maitland, sind am Dienstagmorgen vom Synodalen Adrian Honegger als Vertreter des Komitees nominiert worden. Er habe die letzten acht Jahre als bedrückend empfunden, sagt Honegger in der Synode. Die Diskussionskultur sei schlecht geworden, vielmehr herrsche viel Frustration und «ein Klima der Angst». Honegger plädierte für einen Neuanfang, der neue Energien freisetzen möge.

Dem schloss sich aber keine Mehrheit der Synodale an. Für Maitland stimmten 19, für Schibler 9 Synodale. 21 Stimmen gingen an weitere Personen.

Keine der vier Fraktionen sprach sich im Kirchenparlament explizit für einen der beiden aus Gegenkandidaten aus. Matthias Reuter von der religiös-sozialen Fraktion hielt vielmehr eine flammende Rede für Michel Müller - obwohl er nicht von seiner Fraktion, sondern vom Synodalverein portiert wurde. Eine Stimme für Müller sei ein Bekenntnis zur Konkordanz. Seine erneute Nomination sei von allen Fraktionen zusammen ausgehandelt worden.

Falscher Ort für Denkzettel

Deshalb haben zwei Fraktionen auch darauf verzichtet, die Gegenkandidaten anzuhören. Müller sei zum Sündenbock geworden, dem alles angehängt werde, was vom Kirchenrat als Gremium und der Synode beschlossen worden war, sagte Matthias Reuter. Natürlich habe Müller auch Fehler gemacht, aber die Wahl des Kirchenratspräsidenten sei der falsche Ort für Denkzettel.

Erstellt: 01.10.2019, 12:03 Uhr

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