Dietlikon

Miriam S. sucht ihre Zwillingsschwester

Im November 1942 wurde Miriam S. in der Zürcher Frauenklinik geboren. Jetzt sucht die Unterländerin nach ihrer unbekannten Zwillingsschwester.

Ein älteres Bild von Miriam S. Die gesuchte Zwillingsschwester könnte natürlich ähnlich aussehen oder ausgesehen haben.

Ein älteres Bild von Miriam S. Die gesuchte Zwillingsschwester könnte natürlich ähnlich aussehen oder ausgesehen haben. Bild: PD

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Immer wieder und an ganz verschiedenen Orten hat Miriam S.* in den vergangenen Jahren Leute getroffen, die nach ihrer Zwillingsschwester gefragt haben – oder sie mit einer anderen Frau verwechselt haben. Und nie hat sie richtig reagiert – und entsprechende Rückfragen gestellt. «In diesen Situationen war sie immer wie blockiert», erzählt ihre ältere Schwester. «Obwohl sie sonst ja gar nicht so ist.»Miriam S. ist 75 Jahre alt, adrett gekleidet, gepflegte Frisur.

Sie war lange Unternehmerin in der Region und wohnte dann während 18 Jahren in Spanien. Der Gedanke, dass sie eine unbekannte Zwillingsschwester haben könnte, ist ihr vor ein paar Jahren zum ersten Mal gekommen, als sich die Hinweise mehrten – und immer mehr bruchstückhafte Erinnerungen in ihr hochkamen. Doch Miriam S. schenkte dem Gedanken nicht allzu viel Beachtung und vergass die Sache auch wieder.

Erst vor Kurzem ist der Wunsch zurückgekehrt, endlich ernsthaft nach der Schwester zu suchen. «Wo bist du, meine Zwillingsschwester?» fragt sie in einem Inserat, und weiter: «Vielleicht bist Du adoptiert worden, oder du bist als Pflegekind aufgewachsen.»

Geboren ist Miriam S. am 29. November 1942 in der Frauenklinik in Zürich. Auf den schwarz-weissen Fotos von früher, die die Zürcher Unterländerin ausgedruckt vor sich liegen hat, ist die Schwester nirgendwo zu sehen. Und doch ist Miriam S. davon überzeugt, dass es da jemanden gibt, der noch zu ihrer grossen Familie gehört. «Da fehlt noch jemand. Und sie muss ganz in der Nähe sein», sagt sie und lächelt.

Hoffnung nicht aufgegeben

Die Pensionärin ist sich sogar ziemlich sicher, dass die Schwester ihrerseits schon nach ihr gesucht hat. «Es könnte aber sein, dass sie mich nicht gefunden hat, weil ich so lange in Spanien weilte, und dass sie es dann irgendwann wieder aufgegeben hat. Wenn sie aber gleich tickt wie ich, dann ist sie sicher auch so gwunderig wie ich», sagt Miriam S. und lacht.

Aus Rücksicht auf die Familienangehörigen will sie keine weiteren Details aus ihrem Leben verraten, und auch ein aktuelles Foto darf es von ihr nicht geben. Miriam S. hofft trotzdem, dass die Suche von Erfolg gekrönt sein wird – und dass die unbekannte Zwillingsschwester bald zum Telefonhörer greift. «Es würde mich riesig freuen, wenn ich sie noch zu Lebzeiten finden könnte. Wenn es so weit ist, organisiere ich ein grosses Familienfest», sagt sie. «Es wäre wirklich schön, wenn wir die Familie endlich zusammen hätten.»

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 10.10.2018, 16:10 Uhr

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* Name der Redaktion bekannt
Wer sich angesprochen fühlt, erreicht Miriam S. über Telefon 076 455 93 38.

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