Regensdorf

Mit dem Problemquartier Sonnhalde geht es aufwärts

Ungern präsentierte der Regensdorfer Finanzvorstand der Gemeindeversammlung die Rechnung 2018. Man habe sich massiv verschätzt. Mehr Freude bereitet die Weiterentwicklung der Sonnhalde.

Läuft alles weiter nach Plan, könnte das Sonnhalde-Zentrum in fünf Jahren so aussehen: Das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs sieht eine markante Bogenstruktur vor.

Läuft alles weiter nach Plan, könnte das Sonnhalde-Zentrum in fünf Jahren so aussehen: Das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs sieht eine markante Bogenstruktur vor. Bild: Illustration: PD

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Mit düsterer Mine trat Finanzvorstand Marc Hunziker ans Rednerpult im Hotel Möwenpick. «Ich würde gerne über etwas anderes berichten. Die Jahresrechnung ist leider nicht so herausgekommen, wie wir das wollten», sagte er. Die 90 Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung am Montagabend verfolgten seine Präsentation der Jahresrechnung auf zwei grossen Leinwänden.

Die Zahl 6,2 Millionen fiel dabei ins Auge. Soviel beträgt das Minus in der Jahresrechnung der Politischen Gemeinde, dies bei einem Aufwand von 116,3 Millionen und einem Ertrag von rund 110 Millionen Franken. Im Budget ging man von 5 Millionen Minus aus. Die Abweichung ist laut Hunziker auf die tieferen Steuereinnahmen und die höheren Sozialausgaben zurückzuführen. «Kommen die Steuern nicht wie erwartet, haben wir schon verloren», sagte er. Rund 2 Millionen Franken weniger sind bei den Gemeindesteuern eingegangen.

Fallzahlen steigen weiter

Das grosse Sorgenkind ist laut Hunziker aber das Ressort Soziales. Da habe man die Ausgaben weit unterschätzt. «Mit 1,6 Millionen Abweichung liegen wir massiv daneben», stellt der Finanzvorstand fest. Ein Grund: Bei der gesetzlichen wirtschaftlichen Hilfe sind die Fallzahlen weiter gestiegen. Mit 625 Fällen hat die Gemeinde zehn Fälle mehr als im Vorjahr bearbeitet. Wegen der gestiegenen Fallzahlen habe man das Personal in der Sozialabteilung um 250 Stellenprozente aufstocken müssen, erklärte Hunziker.

Einnahmen erhält die Gemeinde vom Finanzausgleich: Im 2018 sind 10,3 Millionen nach Regensdorf geflossen. «Ohne Finanzausgleich ginge es gar nicht», stellte er fest. Das Ziel sei jedoch klar: die Steuererträge erhöhen und die Ausgaben senken.

Auch in der Investitionsrechnung des Verwaltungsvermögens sind die Nettoinvestitionen mit 11,4 Millionen Franken tiefer ausgefallen. Budgetiert waren 21,2 Millionen. Die grössten Abweichungen sind im Asylwesen, bei den Gemeindestrassen und den Wasserwerken zu verzeichnen. Fragen aus der Versammlung gab es keine. Bei der Abstimmung schliesslich genehmigten die 90 Stimmberechtigten die Jahresrechnung ohne Gegenstimme.

Neues Sonnhalde-Zentrum

Die Versammlung beschloss weiter, die Göhner-Siedlung Sonnhalde in Adlikon von der Wohnzone in eine Quartiererhaltungszone zu überführen. Mit dieser Änderung der Bau- und Zonenordnung wird die weitere Entwicklung des ehemals vernachlässigten Quartiers möglich, wie Bauvorstand Daniel Noger sagte. Den maroden Zentrumsbau mit der schmuddelig wirkenden Passerelle will die Gemeinde durch einen Neubau ersetzen und hat mit dem Ja der Versammlung nun deren Zustimmung zur planungsrechtlichen Grundlage erhalten. Ein Richtprojekt besteht bereits: Der Sieger des Architekturwettbewerbs aus dem Jahr 2016, ein Projekt des Architekturbüros Knapkiewicz & Fickert, das einen langen Bau mit einer Bogenstruktur als Eingang zum Quartier mit seinen 2400 Bewohnern vorsieht. Dazu gehört ein achtstöckiges Wohnhaus mit derselben Bogenoptik.

Als nächstes folgt die Suche nach einem Investor. Anschliessend wird ein Gestaltungsplan erarbeitet. Der Gemeinderat rechnet mit Baubeginn frühestens im Jahr 2023. Läuft alles wie gewünscht, wird der neue Zentrumsbau 2024 fertig sein.

Vor der Gemeindeversammlung erhielt der Gemeinderat eine Anfrage betreffend Elterntaxis. Ein besorgter Bürger wollte von den Behörden wissen, was sie gegen die wild parkierten Autos rund um die Schulhäuser zu tun gedenke. Der Gemeinderat sehe das Problem, hiess es in der Antwort. Die Gemeindepolizei werde vermehrt Kontrollen durchführen und Fehlbare auch büssen.

Erstellt: 18.06.2019, 15:54 Uhr

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