Freienstein

Mit eigenen Händen zu Teilhabern eines Wildbienenhotels

Der Naturschutz- und Verschönerungsverein nutzte das Jahr der Biodiversität, um Kindern die Bienen näher zu bringen.

Simon Hauser (Mitte) und Cevi Leiter Sirus helfen der fünfjährigen Suraya beim Anbringen ihres Kästchens.

Simon Hauser (Mitte) und Cevi Leiter Sirus helfen der fünfjährigen Suraya beim Anbringen ihres Kästchens. Bild: Marlies Reutimann

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Borhmaschinen surrten, begleitet von dumpfem Klopfen auf Sand und leisem Schmirgeln. An der Seite der jüngsten Mädchen und Buben im Cevi halfen deren Eltern bei den handwerklichen Arbeiten mit. Väter und Mütter hantierten gemeinsam mit Werkzeugen, Bohrmaschinen und Sägen. «Es macht den Kindern grossen Spass, und auch ich habe Freude am Werken», sagte Antonietta D’Angelo, Mutter zweier Kinder, während sie Bambusröhrchen schmirgelte.

An vier Arbeitsstationen fügten die Kinder den Sand, die Bambusröhrchen und die Holzstücke in vorbereitete Holzkästchen ein, in der Hoffnung die Wildbienen werden die Kästen dereinst als Zuhause entdecken.

Die Chancen dafür stehen gut, denn das Wildbienenhotel ist angefügt an ein Bienenhaus, das nicht mehr in Betrieb, aber dennoch mitten in einem halben Dutzend Kirschbäume platziert ist. Daneben blüht eine Blumenwiese.

Urkunde als Erinnerung

Die Idee des Bienenhotelbaus wurde von Sonja Steiner, Präsidentin des Naturschutz- und Verschönerungsvereins Rorbas / Freienstein-Teufen (NVVRFT) und Doris Pfister, Bäuerin auf dem Hof im Rüedi beim Kaffeetrinken entwickelt.

«Das Jahr 2019 ist das Jahr der Biodiversität. So kamen wir darauf, aus dem ehemaligen Bienenhaus ein Hotel für Wildbienen zu gestalten», sagt Steiner. «Wir wollten etwas mit bleibendem Wert schaffen und dabei wenn möglich Kinder und Jugendliche einbeziehen.» So holten sie die Cevi-Jugendlichen mit ins Boot.

Der Sozialdiakon der Reformierten Kirche Embrachertal, Simon Hauser, war vom ersten Moment an begeistert und er übernahm mit Sonja Steiner die Verantwortung. «Sieben Firmen aus der Gegend unterstützten das Vorhaben, indem sie uns zum Beispiel für einen symbolischen Preis Sand überliessen. Ein Forstbetrieb gab uns Rundhölzer und eine Firma steuerte Baumaterial bei», erzählte Sonja Steiner.

Als Höhepunkt durften die Kinder die fertigen Kästchen eigenhändig anbringen. 26 Kästchen zieren nun die Aussenwand des ehemaligen Bienenhauses. Hauser lobte die Kinder für ihre Arbeit: «Und nun hoffen wir, dass viele Bienen hier ein Zuhause finden werden.» Als Erinnerung bekam jedes Kind eine Teilhaberurkunde, ausgestellt durch die Kooperationsgesellschaft Bienenfreunde Embrachertal.

Die Liebe zur Natur wecken

Zur Gastfreundschaft von Familie Pfister gehörte es auch, die Türen zu Scheune und Stall zu öffnen. Die Kinder durften auf dem wunderschön gelegenen Bauerhof am Südhang des Irchels spielen und die jungen Schweinchen kennen lernen. Mit einem Grillfest wurde der Nachmittag abgerundet. «Mit dem heutigen Nachmittag hoffen wir, das Bewusstsein für die Umwelt zu fördern und die Liebe zu Bienen und anderen einheimischen Tieren bei den Kindern zu wecken», sagte Sonja Steiner.

Besuch beim Hotel geplant

Sie wünschte sich, dass junge Menschen sich entschliessen könnten, dem NVVRFT beizutreten. «Die Liebe zur Natur eint uns, und wir geben unsere Erfahrungen und unser Wissen gerne an die nächste Generation weiter», betonte die Präsidentin.

Doris Pfister vom Hof im Rüedi, lud die Gäste ein, bei einem Spaziergang wieder einmal zu schauen, wie die Bienen die neue Behausung akzeptieren werden. «Diese Idee nehmen wir für den Spätsommer auf», sagte Simon Hauser. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 21.05.2019, 17:42 Uhr

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