Eglisau

Mit Humor dem Ernst des Lebens begegnen

Zwei italienische Grosselternpaare lieben ihren Enkel über alles und wollen sich nicht von ihm trennen. Die Komödie «Was zählt, ist die Familie», welche die Rhibühne ab morgen Freitag aufführt, geht diese Situation mit viel Witz und süd-ländischen Emotionen an.

Enkel Nick (2. von links) will nach London. Mithilfe von Caitlin (3. von links) wollen dies beide Grosselternpaare verhindern.

Enkel Nick (2. von links) will nach London. Mithilfe von Caitlin (3. von links) wollen dies beide Grosselternpaare verhindern. Bild: Leo Wyden

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Die Rhibühne Eglisau will ihrem Publikum dieses Jahr ernstere Themen will bieten. «Was zählt, ist die Familie» des US-Autors Joe DiPietro will sich den Fragen annehmen, die alle angehen. In «Over the River and through the Woods», wie die 1998 geschriebene Zweiakter-Komödie im Original heisst, geht es um den Stellenwert der Familie in der modernen Gesellschaft, den Balanceakt zwischen Karriereaspirationen, der Eigenverantwortung sowie um Entscheidungen, die kein Zurück ermöglichen. Gespickt ist das Stück mit Humor und Figuren, die ans Herz wachsen.

Italienische Vollblutfamilie

Die Geschichte dreht sich um eine italienische Familie, die seit Jahrzehnten in der Schweiz lebt. Der 25-jähige Nick (Jonas Stampa) hatte sein Leben lang eine Tradition am Sonntag: Essen bei seinen Grosseltern Aida (Katharina Altenburger) und Franco (Alfons Müller) sowie Emma (Silvia Zwinggi) und Nunzio (Waschi Schibli). Die älteren Herrschaften sind allesamt Vollblutitaliener, die sich durch harte Arbeit und Aufopferung ein gutes Leben aufgebaut haben.

Und deren grosser Fokus im Leben nun ihr Enkelkind ist, denn Aida leidenschaftlich gern mit Essen vollstopft. Natürlich ist diese grenzenlose Liebe der Grosseltern für Nick eher anstrengend. Als er ihnen eines Tages ankündigt, wegen einer Beförderung in seinem Marketing-Job nach London zu ziehen, ist das Entsetzten gross. Die Grosseltern wollen das verhindern – mit der schönen Caitlin (Ladina Hug).

Neue Herausforderung

Theaterpädagoge Hansjörg Lutz aus Glattfelden, der das Stück bearbeitet hat und bei der Rhibühne erneut Regie führt, war von der Komödie begeistert, als er sie vor Jahren gelesen hatte. «Ich verliebe mich in solche Stücke. Alles hier ist aus dem Leben gegriffen, es gibt keine Szene, die nicht möglich wäre.» Zusätzlich fliesse Humor in ernstere Themen ein, und diese Art Humor schätze er am meisten. Die Rhibühne habe seine Idee sofort aufgenommen.

Die Arbeit sei für die Schauspieler schwieriger als sonst gewesen, sagt Präsidentin Silvia Zwinggi, die mit knapp 50 Jahren Mitgliedschaft am längsten bei der Rhibühne dabei ist. Die diesjährige Aufführung weiche vom üblichen Repertoire des Theaters mit Lustspielen und Schänken ab. «Es ist etwas härtere Kost und anspruchsvoll und war für uns eine Herausforderung wie noch nie.» Die Eglisauerin ist deshalb schon jetzt auf die Reaktion des treuen Stammpublikums gespannt.

Zudem hat die Rhibühne zusätzlich eine neue Idee in die Aufführung einfliessen lassen, welche die Authentizität des Stückes berührender machen soll. «Es ist schon etwas anderes, was wir dieses Jahr zeigen», sagt der 20-jährige Jonas Stampa aus Wil, der mit Nick seine erste Hauptrolle spielt. «Für die Zuschauer gibt es gefühlsmässige Hochs und Tiefs.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 07.03.2018, 17:05 Uhr

Infobox

«Was zählt, ist die Familie»startet heute Freitag 9. März mit 13 Aufführungen bis Samstag 7. April, jeweils 20 Uhr. Ausnahme: Sonntag 25. März, 14.30 Uhr. Ort: Aula Schulhaus Steinboden, Rhihaldenstrasse 72, Eglisau. Tickets und Daten unter www.rhibuehne.ch oder unter 076 250 81 93 montags, dinestags und donnerstags 10 bis 12 Uhr.

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