Bülach

Mit Spinnennetz zum Kreuzverhör

Für Zündstoff wird gesorgt sein, wenn sich alle Bülacher Stadtratskandidierenden am 20. März zur Podiumsdiskussion treffen. Allein schon der Blick auf ihre Smartspider-Profile offenbart die unterschiedlichen Haltungen und Ziele der Teilnehmenden.

Zum Goldenen Kopf: Im Saal findet am 20. März die Podiumsdiskussion der Bülacher Stadtratskandidaten statt.

Zum Goldenen Kopf: Im Saal findet am 20. März die Podiumsdiskussion der Bülacher Stadtratskandidaten statt. Bild: Balz Murer

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Wie soll sich der Bülacher Steuerfuss in den kommenden vier Jahren entwickeln? Bei dieser Frage und auch bei anderen Fragen könnte sich an der Podiumsdiskussion vom 20. März zeigen, wie unterschiedlich die Kandidatinnen und Kanditaten politisieren würden, sollten sie die Wahl in den Stadtrat erstmals oder erneut schaffen.Nimmt man nämlich ihr Smartspider-Profil (siehe Kasten) zum Massstab wären es die beiden SVP-Neulinge Andrea Spycher und Cornel Broder, die am stärksten auf die Ausgabenbremse treten, dicht gefolgt von Andres Bührer (BSB, neu).

Smartspider-Profile der Stadtratskandidierenden (Auf das Bild klicken, um es zu vergrössern).

Das «Spinnennetz» von Spycher und Broder zeigt überhaupt weitgehende Übereinstimmungen. Beide stehen sie für eine sehr restriktive Migrationspolitik und einen minimal ausgebauten Sozialstaat ein. Einer offenen Aussenpolitik oder etwa einem Ausbau des Umweltschutzes können sie beide wenig bis gar nichts abgewinnen. Damit politisieren Cornel Broder und Andrea Spycher ganz klar auf der rechten Linie, und auf jener der SVP-Gemeinderatsliste, für die Smarvote ebenfalls ein Profil erstellt hat.

Auch eher in Richtung rechts zeigt das Profil von Andres Bührer. Unterschiede zu Spycher und Broder gibt es jedoch beispielsweise beim Ausbau des Umweltschutzes und bei der Migrationspolitik. Bührers Profil deckt sich damit fast völlig mit jenem seiner Partei. Die BSB, die heute noch kein Mitglied der Exekutive stellen, fallen immer wieder als scharfe Kritiker des Stadtrats auf. Da wird sich am Podium bestimmt die Frage stellen, welche Rolle sie zu spielen gedenken, falls sie selbst Teil dieser Exekutive werden.

Die Fortführer

Etwas weniger stramm auf der SVP-Parteilinie politisiert dagegen der Bisherige Walter Baur, vor allem bei der Finanzpolitik. Am Podiumsabend erhält der bisherige Finanzvorstand als ältester Kandidierender auch die Gelegenheit, zu erklären, weshalb er mit 70 Jahren eine weitere Amtszeit in Angriff nehmen möchte.

Interessant auch der Blick auf Ruedi Menzis «Spinnennetz». Vor vier Jahren noch für die SVP gewählt, tritt er diesmal als Parteiloser an. Tatsächlich unterscheiden sich seine Werte und Ziele vor allem in den Bereichen Migrationspolitik und Aussenpolitik beträchtlich von jener seiner ehemaligen Parteikollegen. Seine Rolle als Parteiloser dürfte ein Thema des Abends sein.

Es ist in der Mitte angesiedelt und liegt damit in der Nähe von Mark Eberlis (EVP) Profil. Eberli ist gemäss Smartvote kein Mann der Extreme. Der Stadtpräsident dürfte am Podium Gelegenheit erhalten, zu erklären, weshalb ihm zusätzliche finanzielle Investitionen in die Stadtentwicklung so wichtig sind.

Liberal, links und grün

Mit Dominique Lauber (GLP) und Daniel Ammann (FDP) wird das Podium um zwei Vertreter des liberalen Gedankenguts erweitert. Ammann steht für eine zu hundert Prozent liberale Wirtschaftspolitik ein. Im Vergleich zu seiner FDP-Ortspartei darf es bei ihm etwas weniger «Recht und Ordnung» und etwas mehr Offenheit nach aussen sein. Mit Ausnahme der Aussenpolitik, wo Lauber etwas mehr Offenheit zeigt, deckt sich sein Profil exakt mit jenem seiner Partei.

Zwei Kandidaten, werden auf dem Podium versuchen die linken und grünen Positionen einzubringen: Hanspeter Lienhart (SP, bisher) und Luis Calvo Salgado (Grüne, neu). Gemessen an Smartvote unterscheiden sich ihre Positionen deutlich von denen der anderen Kandidierenden.

Nicht nur die unterschiedlichen politischen Standpunkte der Kandidierenden bergen Konfliktpotenzial. Die Tatsache, dass mit Ausnahme von Dominique Laube, alle neu Antretenden Mitglieder des Gemeinderats sind, wird die Diskussion zusätzlich beleben. Gilt doch das Verhältnis zwischen Legislative und Exekutive in Bülach als angespannt. Das Publikum darf also pointierte und scharfzüngige Aussagen erwarten wenn Moderator Benjamin Geier, Chefredaktor des «Zürcher Unterländer», den zehn Kandidierenden zu Themen wie Bülach Nord, Finanzen oder Sportanlagen auf den Zahn fühlt.

Die beiden Kandidierenden für das Präsidium der Schulpflege, Virginia Locher (FDP, bisher) und Claudio Heusser (BSB, neu) werden auch am Podium teilnehmen und sich zu Bildungsthemen äussern.


Am Dienstag, 20. März, um 19 Uhr werden im Grossen Saal des Hotel Goldenen Kopf in Bülach alle zwölf Kandidatinnen und Kandidaten für den Stadtrat und für das Präsidium der Primarschulpflege von Benjamin Geiger, Chefredaktor Chefredaktor Zürcher Unterländer, ins Kreuzverhör genommen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 09.03.2018, 14:13 Uhr

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Die „Spinnennetze“ fliessen nicht in die Wahlempfehlung ein, sonder stellen eine unabhängige Positionierung der Kandidierenden dar. Mehr unter www.smartvote.ch.

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