Hüntwangen

Mit Wasserwerfer Freude schaffen

Anstelle Weihnachtsgeschenke zuverteilen, lädt die Marti AG einmal im Jahr Menschen mit einer Beeinträchtigung nach Hüntwangen ein. Beim diesjährigen Anlass stand die Polizei im Zentrum. Eine Schlange bildete sich besonders beim Wasserwerfer.

Der Wasserwerfer der Polizei war ein Publikumsmagnet.

Der Wasserwerfer der Polizei war ein Publikumsmagnet. Bild: Leo Wyden

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Für ein paar Hundert Menschen mit einer körperlichen bezie­hungs­weise geistigen Beeinträchtigung war der Mittwoch im Amphitheater Hüntwangen ein unvergessliches Ereignis. Der jährliche, inzwischen zwölfte Erlebnistag der Bauunternehmung Marti AG bot allerlei Unterhaltung, bei der jeder selber mitanpacken konnte.

«Gemeinsam die Bauwelt erleben» hiess das Programm; so konnten die Besucher beim Postenlauf Bauwelt neben dem grossen Festzelt nach Belieben Parcours fahren mit Dumper, Aufgaben mit Kleinbagger erle­digen, per Fernbedienung ein Ramax-Fahr­zeug zur Bodenbearbeitung steuern, dazu Nägel in Baumstämme einschlagen, sägen oder mit Backsteinen Blöcke bauen. Helfend zur Seite standen ihnen wie jedes Jahr die Lernenden der Marti AG.

Seraine (im linken Bild rechts) versucht sich beim Nagel­einschlagen (Foto: Leo Wyden).

Während dieser Bereich des Erleb­nistages sowie das Quadfahren auf der Wiese und die Rundfahrten in Pferdekutschen konstant bleiben, bietet der Platz direkt im Amphitheater jedes Jahr einen neuen Fokus wie Zirkus, Forst oder Tiere.

Altes und Neues

Diesmal war es die Polizei. Sie nahm aber nicht zum ersten Mal an diesem Anlass teil. Mehrere Wagen und ein Motorrad boten perfekte Sujets für Erinnerungsfotos, welche die Polizisten vom Verkehrszug Bülach der Kantonspolizei Zürich gerne bereit waren, zu machen. Berührungsängste gab es da keine, auch weil man sich inzwischen­ kennt, wie Jürg Zimmer­mann, stellvertretender Dienstchef, sagte: «Viele der Besucher kennen uns und es ist jedes Mal eine schöne Erfahrung.»

Zum ersten Mal war der grosse Wasserwerfer von der Sicherheitspolizei mit von der Partie. «Letztes Jahr hatten wir auch den Heli, und auch diesmal soll er nach dem Mittag kommen.» Zimmermann ist froh, dass die Polizei einen Teil zu diesem Anlass beisteuern kann. «Wir unterstützen es, dass er weitergeführt wird und hoffen, ihn zu bereichern.»

Klaffende Wunden

Wie der Wasserwerfer waren auch die Quadfahrzeuge immer besetzt. Werner Altorfer bringt diese jeweils von seiner Lufinger Quad­ranch mit. Maria von der Organisation Pigna Bülach hatte am Mittwoch ihre erste Fahrt. «Es war super, schwer ist es auch nicht, man darf einfach nicht mit dem Fuss auf das Pedal stehen, denn das ist die Bremse», sagte sie und plante schon die nächste Fahrt.

Lustig ging es beim Samariterzelt von Katalin Strässler und Hanni Müller zu und her. Mit Theaterschminke malten sie den Besuchern Wunden auf den Körper, die täuschend echt aussahen. Mit hautähnlichem Wachs zauberte Strässler Narbengewebe und Schnittverletzungen auf Gesichter. «Sie macht das über den Wangenknochen, das sieht immer schön aus», sagte Müller.

und Werner Altorfer instruiert Maria, wie sie den Quad fahren soll.

Selber war sie mit Brandmalen und Verbänden beschäftigt. Auch Jasmin Lebold, Betreuerin von Pigna Kloten, liess sich die Wange verschönern. Strässler fand: «Wenn es grässlich ist, ist es gut.» Für Lebold ist klar, dass der Tag einer der Höhe­punkte des Jahres für viele der Menschen hier sei. «Es ist ein richtiges Erlebnis, weil sie hier alles­ selber machen können.»

Werner Altorfer instruiert Maria, wie sie den Quad fahren soll (Foto: Leo Wyden).

Und auch Organisator und Ausbildungsleiter der Marti AG Ueli Niederberger weiss, wie bereits sehnlichst auf das nächste Jahr gewartet wird. «Immer Ende des Jahres muss ich das Datum für den Anlass bekannt geben, damit die Leute, falls sie arbeiten, Ferien eingeben und freinehmen können.» Entschieden, ob der Erleb­nistag weitergeführt wird, werde «immer nach dem Anlass. Infrage gestellt worden ist er aber noch nie.» Und das sollte mit der hohen Teilnehmerzahl von 480 Menschen auch diesmal nicht passieren.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 15.06.2018, 10:23 Uhr

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