Kloten

Neue Köche für den Schluefweg

Mit dem Schwimmbad-Restaurant im Schluefweg hat der EHC, der es betreibt, stets Verluste gemacht. Nun gibt er die Verantwortung an Leute mit mehr gastronomischer Erfahrung ab. Das neue Team hat zahlreiche Ideen, um die Attraktivität zu steigern.

Die Aussicht stimmt bereits: Vom Schluefweg-Restaurant aus haben Gäste den Blick auf das Hallenbad. Bald sollen sie auch günstiger und besser essen können.

Die Aussicht stimmt bereits: Vom Schluefweg-Restaurant aus haben Gäste den Blick auf das Hallenbad. Bald sollen sie auch günstiger und besser essen können. Bild: Balz Murer

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Was die Gastronomie betrifft ist im Klotener Schluefweg Vielseitigkeit gefragt: Matchbesucher wollen vor allem Bier und Würste. Hallenbadgäste wünschen sich ein ausgewogenes, schmackhaftes Menü. Kongressteilnehmer dagegen erwarten einen gepflegten Viergänger samt attraktivem Apéro. Und im Freibad sind günstige Angebote für Familien gefragt.

An Regentagen bleibt die Kundschaft jedoch aus.Eine grosse Herausforderung für den EHC Kloten, welcher seit knapp zwei Jahren für sämtliche Bereiche der Restauration zuständig ist. Ursprünglich beabsichtigte der Club, seine finanzielle Situation damit etwas aufzubessern. Doch dies funktionierte nicht. «Wir haben die Aufgabe unterschätzt», sagt Verwaltungsrat Mike Schälchli. Im Freibad-Bereich habe man stets defizitär gewirtschaftet.

Deshalb hat sich der EHC entschieden, die gesamte Gastronomie an Unterpächter abzugeben. Ab 1. Juni werden im Schluefweg neue Leute mit kulinarischer Erfahrung in der Küche stehen.

Heimat für Vereine

Geschäftsführer der neuen Crew ist EHC-Fan Reto Muhmenthaler, der in Winterthur ein Hamburgerrestaurant führte. Weiter mit dabei sind die Event-Managerin Séverine Scalese, die beim EHC bereits heute für das Catering zuständig ist, sowie der Klotener Remko Leimbach, seine Frau Jacqueline Leimbach und seine Mitarbeiterin Diana Kunz. Leimbach ist Inhaber diverser mobiler Foodkonzepte. Mit seinen selbst hergestellten holländischen Pommes und speziellen Käsegerichten ist er bei Eishockeyspielen stets auf der Terrasse zugegen. «Wir wollen im Schluefweg wieder eine Heimat für die Klotener Bevölkerung und die Vereine schaffen», sagt der umtriebige Unternehmer.

Die Übernahme auf Anfang Juni sei sehr kurzfristig, räumt er ein. «Wir sind am Rotieren und springen ins kalte Wasser.» Dass es nicht einfach sein wird, einen Betrieb zu führen, der stets Verlust gemacht hat, ist ihm klar. doch er ist überzeugt: «Die Gastronomie in der Badi hat viel Potenzial, das bisher brach gelegen hat.

Drinks in der Lounge

Als erstes wollen die neuen Betreiber die Verpflegung in ein Holzhäuschen verlegen, das vor dem bisherigen Kiosk zu stehen kommt. Dieser wird nur noch als Lager gebraucht. «So müssen die Badigäste nicht mehr lange Wege auf dem heissen Steinboden in Kauf nehmen», erklärt Leimbach. Daneben will man eine Lounge-Landschaft mit Pflanzen einrichten, wo man gemütlich bei einem Cocktail sitzen kann.

Vorerst wird sich das Angebot auf einfache Gerichte im Stil von Pommes frites und Chicken Nuggets beschränken. Mittelfristig will das Team die Auswahl aber erweitern «Wir wollen eine coole, unkonventionelle Küche pflegen», stellt Leimbach in Aussicht.

An lauschigen Sommerabenden kann er sich spezielle Buffets mit Musik vorstellen. Oder auch einen Grill, auf dem die Gäste selber Würste braten können. Im Restaurant ist zudem eine Spielecke für Kinder geplant und selbst gebackene Kuchen sollen das Lokal mit Sicht auf das Hallenbad zum Treffpunkt für Eltern machen. Die Neuerungen werden ab Mitte Juli Stück für Stück umgesetzt. Im September soll ein ganz neues Konzept zum Tragen kommen, das die Betreiber aber noch nicht verraten wollen.

Mit tiefen Preisen locken

Vor allem aber sollen die Preise wieder sinken. Das derzeitige Angebot würden viele Schwimmbad-Besucher als zu teuer empfinden, sagt Leimbach. Zudem haben die bisherigen Betreiber die Auswahl auf der Speisekarte verknappt, um dem EHC Kosten zu ersparen.

Künftig soll ein Kaffee nur noch 2.50 Franken kosten, gleich viel wie das Getränk zum Essen. «Wir wollen ein Zeichen setzen und die Sympathie zurückholen», erklärt Leimbach. Das bisherige Personal konnte das neue Team weitgehend übernehmen. In diesem Bereich seien keine Einsparungen geplant, verspricht Leimbach.

Wie aber kann das funktionieren? Günstiger, besser und erst noch rentabler? «Das Ziel ist es, mehr Kundschaft anzulocken und den Umsatz deutlich zu steigern», sagt der 37-Jährige. Zudem kann er mit seinen verschiedenen Betrieben das Personal etwas flexibler einsetzen als es bisher möglich war.

Um all die Ideen zu realisieren, werden aber auch bauliche Massnahmen nötig werden. Die heutige Küche ist zu klein und nicht mehr zeitgemäss. Wegen der Finanzierung der Sanierung wollen die Pächter mit Vertretern der Stadt Kloten zusammensitzen.

Auch die Stadt sei an einer funktionierenden und hochwertigen Gastronomie interessiert, sagt Verwaltungsdirektor Thomas Peter. Vor allem auch für die Vermietung der Säle muss die Verpflegung stimmen. In der Vergangenheit seien Kongressveranstalter nicht immer vollends zufrieden gewesen. «Wir sind gespannt auf die Ideen der neuen Pächter.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 29.05.2018, 18:04 Uhr

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