Kloten

Neue Lösung für Asylunterkunft gesucht

Ein Neubauprojekt der Stiftung Pigna bedrängt eine Containersiedlung an der Rankstrasse. Darin lag bislang die praktische Lösung der Stadt zur Unterbringung von Asylsuchenden. Nun sind dringend neue Ideen gefragt.

Diese alten Asylbaracken an der Rankstrasse müssen grösstenteils weichen, wenn Pigna 2019 baut.

Diese alten Asylbaracken an der Rankstrasse müssen grösstenteils weichen, wenn Pigna 2019 baut. Bild: Archivfoto: Balz Murer

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Die orangen Container an der Klotener Rankstrasse sind auf der digitalen Karte des Kantons Zürich (maps.zh.ch) noch immer mit «Provisorisches Alterswohnheim» angeschrieben. Genutzt werden sie allerdings seit über zwei Jahren als Asylunterkunft. Die Anlage aus dem Jahr 2001 wird aktuell von Flüchtlingen aus Afghanistan und Eritrea bewohnt. «Die Container waren damals als Provisorium gedacht, während unser Alterszentrum Spitz ausgebaut wurde», erklärt Stadträtin Gabi Kuratli (CVP).

Zeit drängt – Politik gefordert

Jetzt ist Kuratli und mit ihr der Stadtrat von Kloten gefordert. Die zuständige Sozialvorsteherin weiss, dass die Zeit drängt. Denn bereits nächstes Jahr will die benachbarte Stiftung Pigna auf dem Gelände, wo sich jetzt die Asylunterkunft befindet einen stattlichen Erweiterungsbau realisieren. In den Containern sind derzeit allerdings 23 Asylbewerber einquartiert, bestätigt Kuratli. Die Baupläne von Pigna sind öffentlich aufgelegt worden. Daraus wurde ersichtlich, dass die orange Barackensiedlung mindestens zur Hälfte abgebrochen werden muss. Zwar wird momentan ohnehin nur ein Teil dieser Module bewohnt. Aber es scheint fraglich, ob diese Container überhaupt noch rechtlich konform als Unterkunft nutzbar sind.

«Wir haben das auf dem Radar», sagt die zuständige Stadträtin, die selber im Quartier nebenan wohnt. Welche Überlegungen sie und die beigezogenen Planer sowie die Verwaltung zur künftigen Unterbringung der Asylsuchenden in Kloten machen, möchte sie momentan noch nicht öffentlich ausbreiten. Sie werde zuerst ihre Regierungskolleginnen und -kollegen im Stadtrat darüber informieren, gibt sie zu verstehen. Dann liegt es am siebenköpfigen Exekutivgremium eine neue Lösung zu beschliessen, bevor auch die städtische Legislative (Klotens Parlament mit 32 Gemeinderäten) darüber beraten kann.

Andere Gemeinden platzieren ihre Asylsuchenden konsequent in Wohnungen und verteilen sie im Ort. So musste Bassesdorf beispielsweise bis heute keine Asylunterkunft bauen. In Kloten sei das praktisch nicht möglich, da geeignete Wohnungen fehlten. Die Stadt ist aber in der guten Position, dass der Kanton im Gebiet Rohr direkt neben dem Flughafengefängnis nahe Rümlang ein kantonales Durchgangszentrum auf Klotener Boden betreibt.

Bülach gibt 7,7 Millionen aus

Dank kantonalem Zentrum fallen schon mal 76 Personen aus der Zuständigkeit der Klotener Behörden, wenn es um die Unterbringung geht. Die übrigen Personen leben in den besagten orangen Containern und dennoch in Wohnungen. «Für ein paar Familien konnten wir gleichwohl Wohnungen finden», sagt Kuratli. Ob Kloten wie Bülach ein neues Asylheim bauen muss, wird sich noch zeigen. Die Bülacher Stimmberechtigten haben hierfür im vergangenen Jahr an der Urne rund 7,7 Millionen Franken bewilligt.

Anfang November 2015 hatte der Kanton letztmals eine Erhöhung der Aufnahmequote von Asylbewerbern- und Flüchtlingen verfügt. Ab dem 1. Januar 2016 gilt deshalb pro Gemeinde der Wert von 0,7 Prozent der jeweiligen Einwohnerzahl. Für die Flughafenstadt ergibt das 115 Personen oder rund 30 mehr als zuvor. Kloten hatte damals zunächst eine unterirdische Zivilschutzunterkunft im Gebiet Dorfnest an der Grenze zu Bassersdorf geöffnet. Nach einer Übergangszeit zogen die neuen Bewohner im April 2016 an den jetzigen Standort in die leerstehenden Container an der Rankstrasse um.

Dort hat man nach anfänglichen Bedenken und Kritik aus Kreisen der Bevölkerung nun allerdings den Rank gefunden wie es scheint. «Wir prüfen verschiedenste Optionen für eine neue Lösung, auch den jetzigen Ort», sagt derweil Kuratli. Bis Ende Jahr sollen die Pläne auf dem Tisch liegen. Spätestens wenn die Angelegenheit wie üblich vom Stadtrat ans Parlament überwiesen wird, wird auch die Öffentlichkeit mehr erfahren. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 09.08.2018, 17:50 Uhr

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