Bassersdorf

Neue Strassenschilder als Retourkutsche

Diese Narretei liessen sich die Bassersdorfer Fasnächtler nicht verbieten: Sie haben eine ganze Reihe von Quartierstrassen mit alternative Namensschildern ausgestattet. Es ist dies die Reaktion auf eine Beschwerde gegen «ihren» Fasnachtsweg.

Der Namenssalat auf Bassersdorfs Strassen ist perfekt. Zum Fasnachtsauftakt haben die Narren einige alternative Strassenschilder angebracht.

Der Namenssalat auf Bassersdorfs Strassen ist perfekt. Zum Fasnachtsauftakt haben die Narren einige alternative Strassenschilder angebracht. Bild: Christian Wüthrich

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Der Zeitpunkt für eine anarchisch-kreative Umbenennung so mancher Strasse im Dorf hätte besser nicht sein können. Während am Donnerstagabend die Gemeinderäte und Dorfpromis mit dem Obernarren des Fasnachtskomitees im vollen Festzelt auf dem Bassersdorfer Zentrumsplatz die Eröffnung der diesjährigen Fasnacht feierte, schlichen sich ein paar eingefleischte Narren nach draussen, und brachten über den offiziellen Strassenschildern diverse selbstgemachte Kartonschilder an. Ebenfalls blau und auf den ersten Blick nicht ganz zweifelsfrei als Scherz zu erkennen.

An neuer Adresse erwacht

Und so erwachte mancher Bassersdorfer gestern an einer neuen Adresse. Aus Bächliweg wurde Frauenvereinstrasse, aus Brunnenstrasse die Bazzilsmannli-Strasse und die Breitistrasse ist über Nacht gleich zu zwei neuen Namen gekommen: Skiclub-Altbach-Strasse und Unihockey-clubstrasse. Ebenso der Gartenweg, der an einem Ende zur Zapfenclub-Strasse wurde und am anderen zur Eishockeyclub-Strasse.

Auf die Idee seien sie dank dem umtriebigen Dölf Kellenberger vom Geisslooweg gekommen. Dieser wetterte letzte Woche öffentlich über die Spassgesellschaft und sich anbiedernde Lokalpolitiker. Der «Geisslooschreck» wie er sich in seiner eigenen Konkurrenz-Fasnachtszeitung selber nannte, reklamierte, dass man doch nicht ein zweites offizielles Strassenschild und schon gar nicht mit dem Namen «Fasnachtsweg» am Baarainliweg montieren könne. Aber genau dies – als Geschenk an die Narren – liess der Gemeinderat im letzten November zu.

Nun, die Reaktion der kritisierten Behörde kam prompt. Man hatte rasch eingesehen, dass «Fasnachtsweg» nicht wirklich offiziell sein konnte und liess das betreffende Schild zur Enttäuschung der Narren wieder entfernen. Seit wenigen Tagen prangt stattdessen unter der einzigen offiziellen Tafel mit Baarainliweg eine inoffizielle, weisse mit dem Hinweis «Fasnachtswägli». Das vermochte die Narren jedoch nicht ganz zu besänftigen. An der Fasnachtseröffnung führten die Fasnächtler im vollen Festzelt eine Abstimmung durch, wobei es um die Einführung eines neuen Gesetzes in ihrem unabhängigen Narrenkanton Bassersdorf ging. «Jede Strasse und jeder Platz sollen künftig nach einem beliebigen Namen eines Dorfvereins benannt werden können», trug Obernarr Rolf Zemp vor.

Auch ein «Obernarrenweg»?

Das Fasnachtskomitee, ebenfalls ein Ortsverein, bestehe nicht auf dem exklusiven Recht einen eigenen Weg zu haben. Die Zustimmung der närrischen Gästeschar war ihm gewiss.

«Geisslooschreck» Dölf Kellenberger übrigens trägts mit Humor. «Ich habe ja grundsätzlich nichts gegen die Fasnacht.» Falls seine Adresse nun aber auch noch in «Obernarrenweg» geändert würde, fände er das doch nicht mehr so lustig. Obernarrenweg deshalb, weil ebendieser Rolf Zemp seit kurzem ausgerechnet am selben Weg wohnt wie der «Geisslooschreck». Da sieht Kellenberger nur eine Hoffnung. «Ich würde das Schild eigenhändig wieder abschrauben. Und sonst wechseln die Obernarren ja auch irgendwann wieder.»

Erstellt: 24.02.2017, 17:58 Uhr

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