Regensberg

Neue Wege für Parkhaus am alten Standort

Der Gemeinderat nimmt einen neuen Anlauf für den Bau eines Parkhauses auf dem Parkplatz Schneggi. Er ersucht die Baudirektion um einen rekursfähigen Vorentscheid, ob näher beim Wald gebaut werden darf, als üblicherweise erlaubt.

Unterhalb dieser Regensberger Häuserzeilen soll das Parkhaus mit knapp 120 Parkplätzen realisiert werden.

Unterhalb dieser Regensberger Häuserzeilen soll das Parkhaus mit knapp 120 Parkplätzen realisiert werden. Bild: Cyprian Schnoz

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Zum leidigen wie bekannten Dauerproblem namens akuter Parkplatzmangel – er besteht schon seit über 40 Jahren – schreiben die Regensberger ein neues Kapitel. Trotz grosser Anstrengungen scheinen sie aber kaum einen Schritt weitergekommen zu sein als vor drei Jahren. Doch nun tun sich neue Wege auf.Ende 2015 hat der Gemeinderat eine Machbarkeitsstudie für ein «Parkhaus Schneggi» erstellen lassen.

Im Jahr 2016 wurde ein erstes Projekt mit den Kantonsbehörden diskutiert – ohne abschliessenden Konsens. «Insbesondere der zwingend einzuhaltende und nicht verhandelbare Waldabstand steht einer Projektrealisierung entgegen», teilte die Regensberger Exekutive im Sommer 2017 der Bevölkerung mit. Und weiter: «Vor diesem Hintergrund hat der Gemeinderat beschlossen, das Projekt einzustellen.»

Zurück zum Schneggi

Jetzt, eineinhalb Jahre später, ist das heiss erwünschte Parkhaus auf dem Parkplatz Schneggi wieder quicklebendig. Zwischen dem Ableben und dem Wiederauferstehen des Projekts liegt eine Standortevaluation, die ein Ingenieurbüro im Auftrag der Gemeinde erstellt hat. Das Ziel dieser Auswertung bestand darin, Standorte zu nennen, die für den Bau eines Parkhauses oder Parkplatzes geeignet sein würden. Die Studie kam zum Schluss, dass von den zwölf geprüften Standorten lediglich drei in Frage kämen. Und auch diese sind mit Handicaps verbunden. Der eine ist im Privatbesitz und der Eigentümer will sein Land nicht verkaufen oder überbauen lassen; der andere ist zu klein und könnte lediglich als Ergänzung dienen.

Es bleibt also der Standort Parkplatz Schneggi übrig. Dieser wird jedoch auf der einen Seite von einer trutzigen Felswand und auf der anderen Seite von einem Wald eingeschlossen. Und wer etwas bauen will, muss einen Abstand von 15 Metern zum Wald einhalten. Wird aber dieser Abstand auf dem Schneggi eingehalten, lohnt sich der Bau des Parkhauses nicht, denn die nötige Anzahl Parkplätze kann so schlicht nicht erreicht werden. Die geschätzten 2,5 Millionen Franken, die der Bau kosten würde, wären somit zu einem beträchtlichen Teil in den Sand gesetzt. «Wir werden natürlich nur etwas realisieren, das am Schluss auch einen Gewinn abwirft», sagte Gemeindepräsident Gregory Turkawka auf Anfrage.

«Wir werden natürlich nur etwas realisieren, das am Schluss auch einen Gewinn abwirft.»Gregory Turkawka, Gemeindepräsident

Also muss das Bauwerk näher am Wald gebaut werden oder der Wald muss zurückweichen. Gespräche mit dem Kreisförster hätten ergeben, dass die Unterschreitung des Waldabstandes nicht möglich sei. «Aus diesem Grund ist die Planung einer Ersatzrodung des Waldes ein möglicher Ansatz, das Problem zu lösen», hielten die Ingenieure in ihrer Standortevaluation fest. Mit dem etwas eigenartig klingenden Wort «Ersatzrodung» ist die teilweise oder vollständige Beseitigung des Waldes gemeint, wobei an einem anderen Standort eine Fläche in gleichem Umfang aufgeforstet werden muss. In Frage käme eine Fläche im Waldgebiet westlich des Lägern-Städtchens.

Wald stehen lassen

Eine Rodung des Waldes auf der Parzelle 897 (neben dem Parkplatz Schneggi) sei aber nicht erwünscht, schreibt der Gemeinderat in seinem Sitzungsprotokoll vom 17. Dezember. Der Wald diene nämlich der Kaschierung von Parkplatz, Schulhäuser und Sportplatz, was dem Ortsbildschutz entgegenkomme. Es handle sich zudem weder um einen Schutzwald noch um einen Naturwald. «Die Ersatzrodung wäre nur unser zweites Mittel», sagte Turkawka.

Auch sei der bestehende Parkplatz bis an den Waldrand gebaut worden. Bauten und Anlagen in Waldesnähe seien zulässig, wenn sie die Erhaltung, Pflege und Nutzung des Waldes nicht beeinträchtigen würden, zitiert der Gemeinderat aus dem Waldgesetz. Und das sei beim Standort Schneggi der Fall.

Deshalb möchte die Behörde eine Ausnahmebewilligung für ein Näherbaurecht am Wald erhalten und beantragt bei der kantonalen Baudirektion einen rekursfähigen Vorentscheid. Insbesondere wollen die Regensberger von der Baudirektion wissen, ob sie erstens eine Ausnahmebewilligung in Aussicht stellen kann für einen Bau, der bis an den Waldrand reicht und zweitens für einen Bau, dessen Erdgeschoss bis 5 Meter und dessen Obergeschoss bis an den Waldrand heranreichen. Rekursfähig soll der Vorentscheid sein, damit der Regensberger Gemeinderat einen eventuell negativen Bescheid von übergeordneten Instanzen beurteilen lassen kann.

Zwei Varianten im Gesuch

Beide Bauvarianten sehen ein überirdisches Parkhaus vor. Gemäss Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2016 weist die Variante «Schneggi Park» nebst dem Erdgeschoss zwei weitere Stockwerke vor. Insgesamt würden hier 118 Parkplätze realisiert werden, 67 mehr als auf dem bestehenden Parkplatz. Der Abstand zum Wald betrüge 0 Meter.

Die zweite Variante namens «Schneggi Parkhaus» vom Mai 2017 sieht nebst dem Erdgeschoss drei Stockwerke vor. Auf den vier Parkniveaus könnten total 119 Parkplätze eingerichtet werden. Der Abstand zum Wald würde in diesem Fall 5 Meter betragen, wobei das Obergeschoss bis an den Waldrand überragen würde. Bei beiden Varianten wäre die Zufahrt zum Wald für die nötigen Pflegemassnahmen gewährleistet.

Baldigen Entscheid erwartet

Die Unterlagen zum Gesuch an die Baudirektion liegen seit heute Freitag auf der Gemeindeverwaltung von Regensberg während 20 Tagen zur Ansicht auf. Der Gemeindepräsident geht davon aus, dass der Vorentscheid der Baudirektion nicht sehr lange auf sich wird warten lassen. Es seien nämlich schon viele Vorgespräche mit den kantonalen Stellen geführt worden. Turkawka hofft, schon mit dem Budget 2020 in die konkrete Planung des Parkhauses steigen zu können.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 10.01.2019, 16:40 Uhr

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