Regensberg

Neue Zimmer sollen Existenz für Pflegeheim sichern

Im denkmalgeschützten Regensberg stellt das Bauen jeweils eine besondere Herausforderung dar. Dem geplanten Umbau eines Nebengebäudes der Pflegeeinrichtung Hirzelheim bringen die Regensberger aber grosses Wohlwollen entgegen.

Stiftungsratspräsident Felix ­Wittwer , die Projektleiter ­Melanie Vanz und Markus Müller zeigen, wie sie sich den Umbau des ­Nebengebäudes des Pflegeheims vorstellen. Bild: Francisco Carrascosa

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Das Hirzelheim ist eine private, gemeinnützige Stiftung, welche in ihrem stattlichen Riegelhaus am Eingang des mittelalterlichen Städtchens Regensberg eine kleine Pflegeeinrichtung beherbergt. Das Hirzelheim, 1912 als Heim für gehörlose Frauen errichtet, erfuhr in mehreren Etappen diverse Sanierungen. Heute steht die Einrichtung allen betagten Personen offen.

«Wir brauchen dringend mehr Zimmer, aber das über 450-jährige Haupthaus ist nicht ausbaufähig.»Felix Wittwer, Stiftungsratspräsident

Zwar stehen den Bewohnern 14 rollstuhlgängige, helle Zimmer zur Verfügung, doch kann die In­sti­tution mit dieser Anzahl Zimmer auf die Länge nicht ­wirtschaftlich betrieben werden. Daher hat sich der Stiftungsrat schon länger mit den Möglichkeiten einer Erhöhung der Wohn­kapazität beschäftigt.

«Wir brauchen dringend mehr Zimmer, aber das über 450-jährige Haupthaus, das unter Denkmalschutz steht, ist nicht ausbaufähig», erklärt Stiftungsratspräsident Felix Wittwer. «Wir haben zusammen mit dem Regensberger Architektenbüro L3P nach einer anderen Lösung gesucht.»

Mantellinie Richtung Dorf bleibt erhalten

Und diese scheint gefunden zu sein. Zum Hirzelheim gehört ein Nebengebäude, welches früher als Heimleiterwohnung genutzt, seit einigen Jahren aber fremdvermietet wurde. «Dieses Gebäude lässt sich im Einklang mit den strengen Auflagen des Ortsbildschutzes in das Heim- und Wohnkonzept des Pflegeheims inte­grieren», erläutert Wittwer.

Sechs neue Bewohnerzimmer samt Nebenräumen könnten so realisiert werden. «In Regenberg untersteht jedes neue Bauprojekt der kantonalen Schutzverordnung. Deshalb haben wir gleich von Beginn weg das Büro L3P damit beauftragt, mit den örtlichen und kantonalen Behörden Möglichkeiten für einen Neubau ­anzuschauen», erklärt Wittwer weiter.

«Wir wollen keinen massiven Bau, sondern eine Feingliedrigkeit erschaffen.»Markus Müller, Geschäftspartner L3P und Projektleiter

Markus Müller, Geschäftspartner L3P und Projektleiter, veranschaulicht anhand eines Modells das Projekt. Die nordseitigen, der Strasse zugewandten Fassaden würden belassen. «Richtung Dorf verändert sich optisch nichts», betont Müller. Richtung Tal wird aber die Hälfte des Gebäudes abgerissen.

Es entsteht Platz für sechs Bewohnerzimmer auf zwei Stockwerken, alle mit wundervoller Aussicht Richtung Süden. Die Fassade besteht aus einer Holzverschalung, angelehnt an den Fachwerkbau, welcher in Regensberg bereits sehr präsent ist. Hinter der Holzfassade sind geschützte Aussenbereiche für die Bewohner geplant. «Wir wollen keinen massiven Bau, sondern eine Feingliedrigkeit erschaffen.»

Verbindungsgang wird in die Landschaft integriert

Markus Müller und Melanie Vanz, mit welcher Müller die Projektleitung innehat, waren sich bewusst, dass die Gestaltung des Baus, welcher am Ortseingang sehr dominant ist, eine erhöhte Sensibilität erfordert. Es galt nicht nur das Nebenhaus neu zu gestalten, sondern auch einen Verbindungsbau zum Haupt­gebäude zu schaffen.

«Uns ist wichtig, diesen Verbindungsgang zu verglasen», erklärt Vanz. «Er soll leicht und fein sein und sich in die Landschaft integrieren, wie ein Laubengang.» Durch eine Aussenbegrünung sollen die Bewohner und die Mitarbeitenden auch das Wechselspiel der Jahreszeiten beobachten können.

«Im Spätsommer möchten wir mit dem Bau beginnen, vorausgesetzt, die Bewilligung und Finanzierung stehen», sagt Felix Wittwer und verweist auf die Broschüre «Projekt Erhaltung Hirzelheim Regensberg», mit welcher er Unterstützer für das Projekt ansprechen möchte. «Die Hälfte der Baukosten von 2,4 Millionen Franken möchten wir über Spenden generieren.»

Positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung

Wittwer hofft, dass Private, Stiftungen und Institutionen ­dieses Projekt unterstützen, denn für ihn sei dieser Neubau nicht nur ein wirtschaftlicher Mehrwert. «Für mich wäre es auch optisch ein Gewinn.»

Sowohl die Architekten wie auch der Stiftungsratspräsident haben bis jetzt nur positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhalten. «Die Leute haben wohlwollendes Interesse am Projekt gezeigt», freut sich Felix Wittwer.

Man verstehe den Beweggrund, nämlich die Existenzsicherung des Hirzelheims. «Und wer weiss», mutmasst Wittwer schmunzelnd, «vielleicht spielt der eine oder andere Regensberger mit dem Gedanken, dereinst selber eines der schönen Zimmer zu beziehen.»

Erstellt: 26.01.2019, 10:08 Uhr

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