Bassersdorf

Neuer Frontalangriff gegen Parkplätze auf Postplatz

Die SP sorgt in Bassersdorf für neuen Zündstoff in der Postplatzdiskussion. Die Linken wollen nun sämtliche oberirdischen Parkplätze dort aufheben.

Noch gibt es auf dem Postplatz (roter Kreis) eine ganze Reihe Parkplätze. Ob und wie sie weiterbestehen werden, wird sich an der nächsten Gemeindeversammlung am Dienstag (18.Sep., 19.30h, BXA-Sportanlage) zeigen.

Noch gibt es auf dem Postplatz (roter Kreis) eine ganze Reihe Parkplätze. Ob und wie sie weiterbestehen werden, wird sich an der nächsten Gemeindeversammlung am Dienstag (18.Sep., 19.30h, BXA-Sportanlage) zeigen.

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Die wiedererstarkten Sozialdemokraten von Bassersdorf kündigen einen Frontalangriff auf die Parkplätze im örtlichen Ladenzentrum an. In Bassersdorf wird am kommenden Dienstag an einer Gemeindeversammlung über jene Parkfelder auf dem Postplatz abgestimmt. Im Fokus steht dabei eine Einzelinitiative von Olav Brunner. Falls diese scheitern sollte, will der Gemeinderat seine Pläne unter anderem mit Längsparkfeldern mit einer Reduktion von zwölf auf zehn Parkplätze durchsetzen.

Bislang schien es in erster Linie lediglich darum zu gehen, wie die Parkfelder künftig angeordnet sein sollten. Doch nun stellt die SP Bassersdorf die Grundsatzfrage: Braucht es überhaupt oberirdische Parkplätze vor Post, Bank und Apotheke?

Unzufriedenheit über die vorhandenen Optionen

Angesichts der über 100 öffentlichen Parkplätze in der Tiefgarage des neuen Ladenzentrums, das im Sommer vor drei Jahren eingeweiht wurde, findet die Linke, dass die zwölf regulären Parkfelder auf dem Postplatz gänzlich aufgehoben werden müssten. Lediglich zwei Behindertenparkplätze sollen vor Ort verbleiben dürfen, wird im SP-Vorstands-Newsletter ausgeführt.

Für den kommenden Dienstagabend, kündigt der Präsident der örtlichen SP, Panagiotis Psomas, deshalb Widerstand in Form eines Änderungsantrags an. Sein Vorgänger an der Spitze der lokalen SP, Fritz Kauf, habe im Namen der Partei bereits einen Änderungsantrag vorbereitet. «Wir sind unzufrieden mit der Initiative Brunner und dem Lösungsvorschlag der Arbeitsgruppe Begegnungszone», schreibt Psomas.

Jene Arbeitsgruppe hatte der Gemeinderat eingesetzt, nachdem ein Versuch den Postplatz mittels Steinquadern komplett zu sperren vor einem Jahr auf massiven Widerstand der Bevölkerung traf. Fast 2000 Personen forderten in einer Petition die sofortige Wiedereröffnung des Platzes samt Parkiermöglichkeiten vor Ort. Dasselbe verlangte eine andere Initiative, die dann wieder zurückgezogen wurde, als der Gemeindert einlenkte. Die zur Besänftigung der Gemüter einberufene Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Parteien, Behörden, Polizei sowie Verkehrsplanern präsentierte wenig später die vermeintliche Lösung des seitlich Parkierens. Das wird seither als sicherer propagiert im Vergleich zum vorwärts Parken wie es momentan möglich ist. Ausserdem hatte die Arbeitsgruppe beschlossen die Zugangspforten der bestehenden Begegnungszone optisch besser hervorzuheben sowie am Boden farbige Flächen zu markieren, damit Autolenker sofort merken, wenn sie mit ihrem Fahrzeug die besonders sensible Umgebung, wo Tempo 20 gilt, durchqueren. Insgesamt würde das 65 000 Franken kosten.

Dass ein Kundenverlust drohe sei «haltlos», findet die SP

Der pensionierte Swissairpilot und einstige Gemeinderat Olav Brunner (parteilos) kann den Plänen der Arbeitsgruppe nichts abgewinnen. Deshalb hatte er Anfang dieses Jahres mit einer Initiative reagiert. «Keine Änderung der Parkplatzanordnung auf dem Postplatz», lautet der Titel. Alles soll so bleiben wie es momentan ist, so Brunners Anliegen. Seitlich parkieren könne nicht die Lösung sein, viele Leute täten sich schwer damit. Weshalb das dann sicherer sein soll, geht ihm nicht in den Kopf. «Beide Vorschläge erfüllen die Anforderungen an die Verkehrssicherheit des Langsamverkehrs bei weitem nicht», kritisiert SP-Präsident Psomas. So oder so würde ein hohes Verkehrsaufkommen von rund 1000 Bewegungen pro Tag bleiben, stört er sich. «Das Aufheben der Parkplätze wird eine deutliche Verkehrsberuhigung mit sich bringen.» Das Argument, dass namentlich die Apotheke bei fehlenden Parkplätzen einen Einbruch ihrer Kundenfrequenz befürchten müsse, sei ausserdem «haltlos». Schliesslich habe man unter dem neuen Zentrum eine «hervorragende Tiefgarage» mit «schnellen Liftsystemen».

SVP stellt sich hinter Initiative – Freisinnige sind uneins

Von den anderen grossen Ortsparteien hat man bislang nichts gehört zu diesem heissen Thema. Einzig die kleine Gruppierung IG Basi hat auf ihrer Website und in der Lokalzeitung schon länger verlauten lassen, dass man für die Initiative Brunner sei. Auf Anfrage bekommt man von den beiden wählerstärksten Parteien keine einheitlichen Standpunkte zu hören. Die FDP, welche mit Doris Meier auch die Gemeindepräsidentin stellt, konnte sich an der internen Versammlung nicht auf eine gemeinsame Empfehlung zu Initiative oder Gemeinderatsvorschlag einigen, erklärt Vizeparteipräsident Daniel Hofmann. «Wir sind grundsätzlich dafür, dass die Parkplätze bestehen bleiben.» Ob seitlich oder anders sei lange diskutiert worden. Darum gilt bei der FDP nun: «Stimmfreigabe».

Die SVP spricht sich derweil klar fürs Parkieren wie bisher aus und stellt sich hinter die Initiative Brunner, gibt Parteipräsident Dieter Scheuermeier zu verstehen. «Wir können nicht nachvollziehen, dass seitlich parkieren sicherer sein soll.» Die grünen Flächen und neuen Portale wären für die SVP «schon ok», das dürfe der Gemeinderat ja gern in eigener Kompetenz noch machen. Die Initiative verbiete es ja nicht, meint Scheuermeier. Was aber gar nicht gehe, sei die Initiative abändern zu wollen wie es die SP versuche. «Wir würden dagegen opponieren», sagt der SVP-Präsident. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 13.09.2018, 19:18 Uhr

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