Kloten

Neuer «Himmelblick» im Kirchenpark

Direkt neben der reformierten Kirche von Kloten steht seit kurzem ein traditionelles mongolisches Zelt. Die Jurte ist wochentags täglich geöffnet und wird als Teil eines ganz neuen Freiraum- und Familienkonzepts betrieben. Die Idee kommt an.

Die Projektverantwortliche Claudia Lips (Mitte) in der neuen Jurte zusammen mit Yvonne Eickmann (l.) und Claudia Eichenberger (r.), die für den Betrieb an diesem Nachmittag verantwortlich waren. Die Jurte Himmelblick ist jeweils montags bis freitags zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet und betreut.

Die Projektverantwortliche Claudia Lips (Mitte) in der neuen Jurte zusammen mit Yvonne Eickmann (l.) und Claudia Eichenberger (r.), die für den Betrieb an diesem Nachmittag verantwortlich waren. Die Jurte Himmelblick ist jeweils montags bis freitags zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet und betreut. Bild: Sibylle Meier

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Wer den kleinen Park an der Ecke Petergasse/Dorfstrasse betritt, wähnt sich inmitten einer grünen Oase. Seit kurzem steht dort ein etwas exotisch anmutendes Zelt mit einer hübschen hölzernen Veranda davor. Bei der weissen Stoffkonstruktion handelt es sich aber nicht um ein spitz aufragendes Indianerzelt aus Nordamerika, sondern um eine eher flache Konstruktion. «Das ist eine originale Jurte aus der Mongolei», sagt Claudia Lips und strahlt. Die Vizepräsidentin der reformierten Kirchenpflege Kloten ist stolz auf den neusten Wurf im Kirchenpark.

Als Projektleiterin ist sie massgeblich daran beteiligt, dass mitten in der Flughafenstadt, gleich neben dem Glockenturm der reformierten Kirche, wieder vermehrt Leben einkehrt. Da, wo früher noch der Klotener Friedhof lag, spielen jetzt Kinder auf einem neuen Abenteuerspielplatz und treffen sich Mütter und Väter auf einen Kaffee. Bis vor einem Jahr lag die Grünanlage quasi noch in einem Dornröschenschlaf. Im Sommer 2017 wurde für 200 000 Franken bereits der besagte Spielplatz gebaut und heuer konnte nun Anfang April dieses etwas spezielle Bistro in Zeltform eröffnet werden.

Möglichst viele Leutesollen die Jurte nutzen

«Wir wollen, dass möglichst viele Leute diese Jurte nutzen können», sagt Lips drinnen unter der angenehm kühlen Zeltkuppel, während draussen die Sonne vom Himmel brennt. Der Name des neuen Cafés ist indes Programm: Himmelblick. Lips schmunzelt und zeigt nach oben. Die Öffnung in der Mitte der Jurte wird nämlich auch so bezeichnet. Dieser Name hatte ihr so gut gefallen, dass er gleich für das Projekt beibehalten wurde und die Jurte neben der Kirche eben zum Café Himmelblick geworden ist. Schliesslich will die Kirche hier nicht nur Gastroanbieterin, sondern mehr sein. Dazu gehört auch das, was in Kloten intern als «geistliche Gastlichkeit» bezeichnet wurde bei der Projektausarbeitung.

Moderne Kirche ist mehr als«nur» Sonntagsgottesdienst

Die Kirchenpflegerin erklärt die Idee hinter ihrem Projekt. Als Ressortvorsteherin für Familien und Kinder ist sie stets darum bemüht, die jüngeren Kirchenmitglieder anzusprechen und mit entsprechenden Angeboten in einer frischen Ansprache auf sie zuzugehen. «Der Kern der Kirche ist nicht mehr nur der traditionelle Gottesdienst am Sonntagmorgen», erzählt sie und spricht von der Kirche im Alltag. Die neuen Pläne im Kirchenpark hat sie unter dem Titel «Freiraum Familie» angestossen.

Gottesdienste haben auch in diesem modernen Konzept durchaus einen Platz. «Wir haben schon einen hier in der Jurte durchgeführt», sagt Lips. Sie will aber bei weitem nicht nur religiöse Anlässe im schmucken Rund unter den mintgrünen Balken durchführen. «Wir sind noch am Ausprobieren», meint sie und nennt auch andere, ganz profane Nutzungen als Idee für künftige Treffs. Ein Vätertreff zum Feierabend gleich neben dem Spielplatz oder Kissennähen am Nachmittag seien gut vorstellbar. Und selbst private Anlässe könnten hier an Wochenenden stattfinden. Dazu könne man die Jurte auch mieten, verrät die Kirchenpflegerin. «Es muss sich noch zeigen, wofür sich der Ort besonders gut eignet und was sich durchsetzen wird.» Dazu ist auch die Bevölkerung gefragt.

Übrigens, dass es genau ein solches Zelt sein sollte, war nicht von Anfang an klar, erklärt Lips. Dass die reformierte Kirche in Kloten jedoch etwas Frisches und Mutiges für die Bewohner schaffen wollte, war die ausschlaggebende Triebfeder hinter der eigentlichen Verwandlung des Kirchenparks. «Wir wollen nicht aufdringlich oder gar missionarisch sein», ist für die Projektleiterin wichtig. Alle Eltern sollen vorbeikommen und ihre Kinder sollen sich zusammen auf dem Spielplatz austoben können. Die Idee kommt gut an, wie der Besucheraufmarsch zeigt. Und bereits haben Kirchenvertreter aus dem Bernbiet und aus Graubünden ihr Interesse am Klotener Konzept angemeldet. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 29.05.2018, 09:28 Uhr

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