Kloten

Neue Grossüberbauung darf in Flugebene ragen

Nun liegt das konkrete Baugesuch für ein Grossprojekt am Klotener Stadtplatz vor. Private investieren dort 59 Millionen Franken in neue Wohnungen, ein Hotel und neue Ladenflächen.

Das Gebiet (rot) am Klotener Stadtplatz wird schon bald völlig neu bebaut werden. Es gehört privaten Investoren, die hier gegen 100 Wohnungen und ein Hotel sowie eine grosse Coopfiliale realisieren wollen.

Das Gebiet (rot) am Klotener Stadtplatz wird schon bald völlig neu bebaut werden. Es gehört privaten Investoren, die hier gegen 100 Wohnungen und ein Hotel sowie eine grosse Coopfiliale realisieren wollen.

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Als «Salta» ist das Projekt vorgestellt worden und einen weiteren grossen Sprung wird das Zentrum von Kloten damit tatsächlich machen. Vor allem wird es hoch hinaus gehen auf den Grundstücken am Stadtplatz – höher jedenfalls als es der neue Sicherheitszonenplan des Flughafens vorsieht. Mitten in Kloten will ein privates Baukonsortium nämlich unter anderem einen knapp 30 Meter hohen, 9-stöckigen Hotelturm errichten.

Eigentlich läge aber gemäss dem neusten Sicherheitszonenplan die maximale Bauhöhe an jener Stelle um rund 4 Meter tiefer. Doch da der massgebende Gestaltungsplan für das Bauprojekt im Sommer 2017, gerade noch kurz vor der Verschärfung dieser baulichen Höhenbegrenzung in Kloten, bewilligt worden war, gewähren die Behörden nun eine Ausnahmebewilligung für den Hotelturm.

Keine sicherheitsrelevanten Auswirkungen für Luftfahrt

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) kommt zum Schluss, dass aus heutiger Sicht mit der beantragten «singulären Durchstossung» der Sicherheitsebene «keine sicherheitsrelevanten Auswirkungen für die Luftfahrt» bestünden. Grundsätzlich sind die Höhenbeschränkungen dazu da, den Schutz der sogenannten Volten im Sichtanflug auf Kloten sicherzustellen.

Allerdings liege der fragliche Baubereich ohnehin nicht in der Nähe der An- und Abflugflächen und ausserdem stelle ein so hohes Bauprojekt im Zentrum Klotens ein Einzelfall dar, geht aus den Unterlagen des Baugesuchs hervor, welches momentan öffentlich aufliegt.

Die bevorstehende Grossbaustelle (total rund 5000 m²) liegt an prominenter Lage. Dabei geht es grob umrissen um die Häuserzeile vom Bahnhof Kloten hinunter bis zum Stadtplatz. Die dortigen Gebäude waren 1948/49 erstellt worden. Darin befinden sich heute unter anderem die Metzgerei Rufer, ein China-Restaurant (ehemals Löwen), Büroflächen und Wohnungen.

Das Gebiet ist in sieben Parzellen unterteilt und gehört einer Stockwerkeigentümerschaft, der Wohn- und Siedlungsgenossenschaft Zürich (WSGZ), der Petronilla AG, der Pensionskasse von Coop sowie der T-L AG. Letztere betreibt auch das erwähnte Restaurant Peking Garden an der Ecke gegenüber der Post.

94 neue Wohnungen und ein Hotel mit 75 Zimmern

Das Stadtparlament hatte bereits im April 2017 einstimmig ja gesagt zum Gestaltungsplan, welcher eine solch grosszügige Bebauung erst ermöglicht. Nun wird klar, wie diese konkret aussehen wird. Im Baugesuch ist die Rede von sechs Baukörpern mit einem Volumen von über 92000 Kubikmetern. Das entspricht einem Würfel mit einer Kantenlänge von rund 45 Metern.

Die Baukosten werden auf 59 Millionen Franken beziffert. Nebst besagtem Hotel mit 75 Zimmern, sind 94 Wohnungen, mehrere Laden- und Gewerbeflächen sowie eine grosse Coopfiliale mit 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche vorgesehen. Im Untergrund soll eine Tiefgarage mit 138 Parkplätzen entstehen. Die Fassade ist als «erdfarbenes Klinkermauerwerk» angedacht, wobei die definitive Farbgebung später erfolgen soll.

Angestossen wurde dieses Bauvorhaben von der Stadt Kloten. Der damals dafür zuständige Stadtrat Max Eberhard (SVP) meinte bei der Präsentation des Siegerprojektes im August 2015: «Das ist eine sehr wichtige Sache für uns. Dieses Projekt wird einigen Schwung ins Stadtzentrum bringen und noch weitere Investitionsprojekte auslösen.» Es soll ein «Schlüsselprojekt für Kloten» sein. Schon bei der Vorstellung war von einer Umsetzung ab 2019 gesprochen worden. Das scheint sich nun zu bewahrheiten.

Erstellt: 21.06.2019, 17:36 Uhr

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