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Neues Asylzentrum löst Provisorien ab

Nach eineinhalbjähriger Bauzeit wurde am letzten Samstag das Flüchtlings- und Asylzentrum in Bülach eingeweiht. Das Interesse der Bevölkerung war gross.

«Stellen Sie sich vor, Sie würden selber hier wohnen. Zusammen mit Ihrer Familie und in Ungewissheit darüber, ob Sie im Land bleiben dürfen oder nicht.» Mit diesen Gedanken schickte Daniel Knöpfli, Abteilungsleiter Soziales und Gesundheit, die Besucherinnen und Besucher am Samstag auf den Rundgang durch das neue Flüchtlings- und Asylzentrum am Müliweg in Bülach. Zuvor hatte er seiner Freude darüber Ausdruck gegeben, dass mit dem Neubau nun die Zeit der Provisorien und Container vorbei ist.

Viele wollten das «Legohaus» von innen sehen

Von der Gelegenheit, die Räume des Flüchtlings- und Asylzentrums zu begutachten, machten zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter des Gemeinde- und Stadtrats, Nachbarn, Freiwillige und weitere Interessierte Gebrauch. Zu reden gab in erster Linie das auffällige Äussere des Gebäudes, die Fassade aus Kacheln in unterschiedlichen Blautönen. «Blaues Hotel» oder «Legohaus» waren nur einige der Bemerkungen, welche seitens der Besucher abgegeben wurden. Laut dem Architekten Hans Jörg Sacha Meier sei die Farbe der Fassade so gewählt worden, «um sie im Himmel verschwinden zu lassen».

Auch Schweizer werden einquartiert

Ab dem 6. Januar 2020 werden die mehrheitlich männlichen Bewohner und Familien in die Räumlichkeiten am Müliweg einziehen. Zur Zeit leben in den verschiedenen Unterkünften in Bülach 76 Asylsuchende, vorläufig Aufgenommene und Flüchtlinge. Menschen aus der Türkei, aus Sri Lanka und aus Afghanistan bilden dabei die grössten Personengruppen. Geplant ist, dass auch die heute in Hochfelden untergebrachten fünf Männer nach Bülach umziehen. Zudem wohnen elf Personen, darunter sind auch Schweizer Bürger, in Bülach zur Zeit in einer Notunterkunft. Auch sie werden an den Müliweg umquartiert.

70 Zimmer, 23 Küchen

Das Gebäude mit insgesamt 70 Zimmern bietet für maximal 175 Personen Platz. Die Menschen werden in Zweier- oder Viererzimmern wohnen. Zieht eine Familie ein, können zwischen den Zimmern Verbindungstüren geöffnet werden. Je nach Konstellation werden die Zimmer auch einzeln bewohnt.

«Die Einrichtung lädt nicht dazu ein, ewig hier zu bleiben.»

Mario FehrSicherheitsdirektor des Kantons Zürich.

Die Möblierung ist auf das Minimum beschränkt: Ein Bett, ein Tisch mit Stuhl, ein Schrank sowie ein Kühlschrank gehören zum Inventar. «Es lädt nicht dazu ein, ewig hier zu bleiben», kommentierte Regierungsrat Mario Fehr (SP) bei der Besichtigung.

Insgesamt gibt es 23 Küchen auf den Etagen, in welchen die Bewohner ihre Mahlzeiten zubereiten können. Toiletten und Duschen sowie Waschmaschinen und Trocknungsräume befinden sich auf den Gängen. Hinzu kommen verschiedene Aufenthaltsräume sowie Besucherzonen. «Die Bewohner können keine Gäste mit auf ihre Zimmer nehmen», erklärt Ursula Stämpfli, Leiterin der Flüchtlings- und Asylkoordination. Dies auch deshalb, um die Privatsphäre der übrigen Klienten zu wahren. Zu den Bürozeiten wird immer jemand von der Flüchtlings- und Asylkoordination im Haus sein und sich um die Anliegen der Menschen kümmern. Nachts ist stets eine Nachtwache vor Ort.

Mit Ämtlis Taschengeld verbessern

Da in einem so grossen Haus zahlreiche Reinigungs- und Hauswartungsarbeiten anfallen, gibt es verschiedene «Ämtli», welche die Klienten selber erledigen können. Damit können sie auch ihr Taschengeld aufbessern. Das Zusammenleben der vielen verschiedenen Personen aus verschiedenen Herkunftsländern ist in einer Hausordnung geregelt. Markus Huber, Chef der Regionalabteilung Zürcher Unterland der Kantonspolizei Zürich, erwartet im Flüchtlings- und Asylzentrum Müliweg nicht mehr Interventionen als in den früheren Strukturen. Um die Sicherheit jederzeit zu gewährleisten, sei man bereits im Vorfeld zusammen mit der Stadt Bülach und der Stadtpolizei zusammengesessen.

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